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Rechenkünstler: Bettinaschüler gewinnen bundesweiten Mathematikwettbewerb

Die bundesweit besten Mathematikschüler der 6. Klassen gibt es im Westend auf der Bettinaschule. Das Team „Klabab“ mit Pit, Carl, Lennart und David sind Sieger des Teamwettbewerbs „Bolyai“.
David, Lennart, Pit und Carl (v. l.) haben gut lachen: Die Bettinaschüler haben den bundesweiten Mathematikwettbewerb der Sechstklässler gewonnen. Rechenaufgaben jedenfalls lösen die vier mit Begeisterung. Die besten Voraussetzungen, um auch das internationale Finale in Budapest zu gewinnen. Foto: Holger Menzel David, Lennart, Pit und Carl (v. l.) haben gut lachen: Die Bettinaschüler haben den bundesweiten Mathematikwettbewerb der Sechstklässler gewonnen. Rechenaufgaben jedenfalls lösen die vier mit Begeisterung. Die besten Voraussetzungen, um auch das internationale Finale in Budapest zu gewinnen.
Westend. 

„Wir wollen Ende Juni auf jeden Fall auch das internationale Finale in Budapest gewinnen, oder wenigstens eine Medaille“, gibt sich David (12) kämpferisch und streicht sich selbstbewusst die schwarzen Haare aus der Stirn. Er und seine drei Klassenkameraden Pit, Carl und Lennart sind beim Mathematik-Teamwettbewerb „Bolyai“ als „Klabab“-Mannschaft für die Bettinaschule ins Rennen gegangen. Und sie haben sich im Starterfeld der sechsten Klassen als bundesweit bestes Team durchgesetzt.

Info: 14 Aufgaben innerhalb einer Stunde lösen

14 Aufgaben mussten die Sechstklässler innerhalb einer Stunde lösen. Bei den Aufgaben können auch mehrere richtige Antworten vorkommen. Wir haben beispielhaft drei Aufgaben ausgewählt. Hätten Sie die Lösung gewusst?

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„Bolyai“ kommt ursprünglich aus Ungarn. Dort nahmen 80 000 Teilnehmern aller Jahrgangsstufen am nationalen Wettbewerb teil. In Deutschland haben rund 7000 Schüler mitgemacht. Die Aufgabe: Innerhalb von 60 Minuten insgesamt 14 anspruchsvolle Rechenaufgaben lösen (siehe eigener Text).

Der Name „Klabab“ bedeutet nichts Besonderes. „Das war nur so eine Idee für unser Boot, aber eine Gute. Wir sind ins Ziel gesegelt“, meint Pit (12) und steckt geduldig eckige dreidimensionale Plastikteile so zusammen, so dass ein Würfel entsteht.

Nicht zu bremsen

An der Tafel ist das Quartett nicht zu bremsen. Der Satz des Pythagoras (a² + b² = c²) und binäre Zahlen (dort gibt es nur die Ziffern 0 und 1) werden mit weißer Kreide notiert. Eigentlich ist das Stoff der 8. Klasse. „Aber so lernt man die Programmiersprache und wie QR-Codes funktionieren“, ereifert sich Carl (11). Der Einser-Schüler bewegt flink wie ein Wiesel die Finger, zählt hoch und runter und kommt gemeinsam mit David auf das Ergebnis, wie sich FNP für Frankfurter Neue Presse in Binärzahlen lesen würde: „1000110; 1001110; 1010000. „Computer kennen eben nur „ein“ und „aus“, da muss man mithalten“, sagt er lachend.

Kein Genie

Lennart (12) hat seine langen blonden Haare zum Zopf gebunden. „Man ist ja nicht unbedingt immer gut, wenn man mal einen Wettbewerb gewonnen hat. Ein Genie bin ich nicht. Ich habe auch schon mal eine zwei geschrieben, sagt er und gibt Pit mit dem Braincube-Würfel den Tipp: „Ich würde ja mal das Kreuz weg kriegen.“ Carl sagt zu David an der Tafel: „Guck, das ist 4 Quadrat, quasi vier hoch zwei.“

Wer meint, dass die Mathegenies langweilig seien und sich nur mit Zahlen beschäftigen würden, irrt aber gewaltig. Pit mit seinen funkelnden grünen Augen spielt Posaune und Klavier, liebt Klettern und Segeln. Lennart ist begeisterter Inline-Skater. David spielt Klarinette, macht Leichtathletik und Schwimmen. Carl spielt Fußball, Saxophon, Klarinette und macht bei der Schach AG mit. Sie lachen miteinander, blödeln rum und bekämpfen einander spielerisch mit überdimensionalen Geo-Dreiecken, Zirkel und Lineal. Dabei wird sofort gerechnet: „Wenn wir vier jetzt unsere Positionen durchwechseln, haben wir 24 verschiedene Möglichkeiten.“

Ihre Möglichkeiten für später, wenn sie groß sind, haben sie auch schon ausgelotet. David möchte Elektroingenieur werden, Carl Historiker oder Ägyptologe, Lennart Schauspieler „weil es Skaten nicht als Beruf gibt“ und Pit will Bootsbauer werden. Haustiere hat keiner von ihnen, drei wünschen sich aber welche. Carl und David eine Katze und Pit „einen Hund oder eine Ratte“. Lennart findet das „zu aufwändig“, hat aber überall zu Hause Lego stehen und baut ohne Anleitung Autos, die fahren. „Fliegen geht nicht, weil die Legosteine zu schwer sind“, bedauert er.

Lange Zugfahrt

Über ihre Lehrerin Karla Höning (31) sind sie sich einig: „Die ist o.k. und relativ human.“ Sie begleitet das Quartett nach Ungarn zum internationalen Mathematik-Wettbewerb. Eine zehnstündige Nachtzugfahrt wartet auf sie. „Da nehme ich ganz viele Mathespiele mit, dann sind sie beschäftigt“, plant Höning lachend. „Der Sack voll Flöhe bekommt dann noch ganz viel in Budapest zu sehen: das Parlament, die Burg, die Stadt und eine Bootsfahrt. Und die Teilnehmer aller Länder wohnen in derselben Unterkunft. Das wird lustig und international.“

Auf die Frage, ob sie Chancen haben zu gewinnen, gibt es einen klare Antwort: „Auf jeden Fall.“

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