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Probeweise gesperrt: Bewohner wollen Schleichverkehr verhindern: Siesmayerstraße teilweise sperren

Von Eine probeweise Sperrung soll zur Verkehrsberuhigung in der Siesmayerstraße beitragen. Das beschloss das zuständige Stadtteilparlament auf Grundlage eines Grünen-Papiers. Dieses wiederum greift Vorschläge von Anwohnern auf.
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Westend. 

Schluss mit Staus und „Wildwest“ in der Siesmayerstraße: Das fordern Anwohner, die sich zu einer Initiative zusammengeschlossen haben. Ihr Anliegen ist es, den Schleichverkehr von der Miquelallee zur Bockenheimer Landstraße durchs Westend auszusperren.

Nach Angaben von Markus Ruppe von der Anwohnerinitiative habe der Durchgangsverkehr in den vergangenen Jahren extrem zugenommen – ebenso wie das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer. Radfahrer benutzten den Gehweg, um bei Staus schneller vorwärts zu kommen, Autofahrer wiederum hielten sich bei freier Fahrt nicht an Tempo 30. Rupp erinnerte auch daran, dass die Straße bis zum Umzug des amerikanischen Generalkonsulates auch für den Verkehr gesperrt gewesen sei.

In der Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) präsentierte Ruppe ein ganzes Paket von Maßnahmen, um die Situation vor allem während des Berufsverkehrs zu entschärfen. „Unsere Maßnahmen würden wir gerne mit dem Ortsbeirat und der Stadt besprechen“, erklärte Ruppe. Zentraler Punkt in dem Konzept zur Verkehrsberuhigung ist die teilweise Sperrung der Siesmayerstraße.

In Höhe der Feldbergstraße soll eine entsprechende Beschilderung angebracht werden, die Autofahrern die Weiterfahrt in Richtung Bockenheimer Landstraße verbietet. Das soll verhindern, dass Schleichverkehr von der Miquelallee durch die Siesmayerstraße fließt, sondern wie vorgesehen über den Reuterweg, der dafür ausgelegt sei. Busse, Taxis sowie Radler sollen jedoch weiterhin freie Fahrt haben. Ruppe sieht den Vorschlag als Diskussionsgrundlage und nicht als „Allheilmittel“. In Gegenrichtung bleibt die Siesmayerstraße wie bislang befahrbar.

Außerdem will die Initiative Raser stoppen, indem die Vorfahrtregelung an der Kreuzung Siesmayer-/Friedrichstraße geändert wird. Künftig soll dort Rechts vor Links gelten. Direkt an der Zufahrt von der Bockenheimer Landstraße in die Siesmayerstraße sowie an der Kreuzung mit der Feldbergstraße soll es erhöhte Fußgängerquerungen geben. „Wenn Autofahrer mit 40 oder 50 km/h da drüberfahren, merken sie sich das“, meint Ruppe. Um mehr Platz für Radfahrer zu schaffen, schlägt die Anwohnerinitiative schließlich vor, den Pkw-Parkstreifen zu verschmälern sowie die Zahl der Stellplätze für Busse von vier auf zwei zu reduzieren. Zudem regt sie an, die Zahl der Fahrspuren von zwei auf eine in alle Fahrtrichtungen zu reduzieren.

Problem wird verlagert

Hilde Hess von der Aktionsgemeinschaft Westend kritisierte ebenso wie Knut Emmert (BFF), dass durch das Durchfahrtsverbot der Verkehr aus der Siesmayerstraße in die Feldberg- und Liebigstraße verschoben werde. „Das ist auf Dauer nicht haltbar“, sagt Emmert. „Mich überzeugt das nicht“, fügte Hess an.

Dem hielt Ruppe jedoch entgegen, dass bei Pendlern ein Lerneffekt einsetze und er deshalb kein Dauerproblem erwarte. „Wer zwei oder drei Mal versucht hat, eine Abkürzung durchs Westend zu nehmen und dann feststellt, dass er wieder auf die Siesmayerstraße zurückkommt, lässt es bleiben.“

Dynamischer werden

Maria-Christina Nimmerfroh (FDP) ermutigte ihre Ortsbeirats-kollegen, dynamischer zu werden und im Kaffeesatz zu lesen. „Wir wissen nicht, ob die Sperre etwas bringt. Deshalb sollten wir es einfach ein halbes Jahr ausprobieren und notfalls zurücknehmen“, sagte sie. Grundsätzlich würde sie sich aber wünschen, dass die Menschen überlegten, ob sie auch mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln ihr Ziel erreichen könnten.

Grünen-Sprecher Thomas Gutmann erklärte, dass es Ziel des Antrages sei herauszufinden, ob schon die Sperrung der Siesmayerstraße etwas bringe oder doch ein Gesamtkonzept für das Westend erforderlich sei. „Wir möchten aber auf jeden Fall einen Konsens für Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger in der Siesmayerstraße erzielen“, so Gutmann. Der Antrag wurde mit kleinen Änderungen mehrheitlich verabschiedet.

Keine Meinung dazu hat Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). „Ich höre zum ersten Mal von dem Problem“, erklärte er. Auch aus dem Bau heraus könne er keine Stellung dazu beziehen. Der Verkehrsdezernent verspricht aber: „Wir werden auf Grundlage des Ortsbeirat-Antrages prüfen, ob sich eine teilweise Sperrung machen lässt.“

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