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Marktbericht: Bezahlbare Wohnungen gibt es nur noch in Offenbach

Von In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Wohnungspreise in manchen Frankfurter Stadtteilen verdoppelt bis verdreifacht. Wohnungssuchende weichen deshalb zunehmend nach Offenbach aus.
In Offenbach eine Wohnung zu kaufen – etwa hier am Fluss mit Basketball-Käfig auf dem Dach (siehe links oben) – wird immer attraktiver. Angesichts der wuchernden Preise in Frankfurt ist das kein Wunder. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) In Offenbach eine Wohnung zu kaufen – etwa hier am Fluss mit Basketball-Käfig auf dem Dach (siehe links oben) – wird immer attraktiver. Angesichts der wuchernden Preise in Frankfurt ist das kein Wunder.
Frankfurt. 

So etwas hat es in Frankfurt noch nie gegeben: Am Börsenplatz wurde in diesem Jahr eine Penthouse-Wohnung für 22 000 Euro pro Quadratmeter verkauft. Das ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die schon seit zehn Jahren anhält. In diesem Zeitraum sind die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt nach Angaben des Beratungsunternehmens Bulwiengesa um 70 Prozent gestiegen.

Doch das ist nur der Durchschnittswert. Das Unternehmen Immoconcept hat festgestellt, dass sich die Preise in jedem vierten Stadtteil verdoppelt, in einigen sogar verdreifacht haben. Spitzenreiter ist demnach die Altstadt. Dort kosteten Bestandswohnungen zuletzt im Schnitt 5800 Euro pro Quadratmeter – 192 Prozent mehr als 2007. Für Neubauwohnungen wurden im Schnitt 7882 Euro pro Quadratmeter gezahlt. In diesen Wert fließen vor allem die Wohnungen des städtischen Dom-Römer-Projekts ein.

An der zweiten Stelle bei der Preisentwicklung steht das Gutleutviertel, zu dem auch der Westhafen zählt. Dort wurden Wohnungen in den vergangenen zehn Jahren um 156 Prozent teurer. 5308 Euro pro Quadratmeter kostet dort eine Bestandswohnung im Schnitt, für Neubauten muss man sogar mehr als 7000 Euro auf den Tisch legen. Allein innerhalb eines Jahres sind die Preise um fast 17 Prozent gestiegen.

Asiaten kaufen teuer

Der Extremwert liegt im Gutleutviertel sogar bei mehr als 20 000 Euro. Preise über 10 000 Euro pro Quadratmeter sind trotz enormer Steigerungsraten immer noch die Ausnahme. In diesem Jahr wurden aber immerhin 22 Wohnungen in dieser Preisklasse verkauft, 14 davon im Europaviertel. Dort entstehen derzeit besonders viele Hochhäuser. „Das Interesse daran kommt vor allem aus dem angelsächsischen und dem asiatischen Raum“, berichtet Immoconcept-Geschäftsführer Bernd Lorenz.

Sein Kollege David Dehn stellt fest: „Immer mehr Frankfurter können sich die Preise nicht mehr leisten.“ Deshalb würden immer mehr in die Nachbarstadt Offenbach ausweichen, die sich zunehmend zum „48. Frankfurter Stadtteil“ entwickle. Zwar steigen auch in Offenbach die Preise, aber sie haben das Frankfurter Niveau noch nicht erreicht. Eine Bestandswohnung bekommt man dort schon für 2269 Euro pro Quadratmeter, für eine Neubauwohnung sind rund 1000 Euro mehr fällig. Das Maklerunternehmen Colliers International stellt deshalb fest, dass auch Anleger zunehmend Offenbach, aber auch Hanau im Focus haben. Nicht nur deshalb prognostiziert Immoconcept: „Die Preise und Mieten werden weiter steigen und näher an die Werte von Frankfurt heranrücken.“ Diese liegen derzeit für Bestandswohnungen im Schnitt bei 3570 Euro pro Quadratmeter, bei Neubauwohnungen werden 4880 Euro erreicht. Nicht ganz so stark wie die Kaufpreise sind die Mieten gestiegen.

Grundstücke sind knapp

Die aktuelle Preisrallye macht sich auch bei den raren Baugrundstücken bemerkbar: So wechselte laut Immoconcept im Ostend eine Fläche für 8456 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer – das ist mehr als das Vierfache dessen, was bisher dort üblich war. Wer so viel für ein Grundstück zahlt, kann nur teure Wohnungen bauen.

Auch der Immobilienberater Colliers International stellt fest: Die Grundstücksknappheit befeuert die Kauf- und Mietpreise. Zwar reagiere Frankfurt und plane einen neuen Stadtteil, doch Planungs- und Beteiligungsprozesse verzögerten die rasche Umsetzung eines solchen Projekts.

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