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Kooperative Gesamtschule: Bilder-Collage an der Brandruine

Von Wann die Überreste des Blauen Hauses am Niederräder Ufer abgerissen werden, steht noch nicht fest. An dem Ort, an dem Kultur, Begegnung und Austausch im Mittelpunkt stehen, soll bis dahin eine Ausstellungsfläche kreativ von Kindern und Jugendlichen bespielt werden.
Nach 47 Tagen trauriger Brandruine gibt es sie wieder – die Blaue Wand am Blauen Haus. Das Kunstwerk stammt von Fünftklässlern der KGS Niederrad; Kunstlehrerin Sarah Riel bei ihrer Rede vor der Klasse, die für das Kunstwerk verantwortlich zeichnet. Foto: Michael Faust Nach 47 Tagen trauriger Brandruine gibt es sie wieder – die Blaue Wand am Blauen Haus. Das Kunstwerk stammt von Fünftklässlern der KGS Niederrad; Kunstlehrerin Sarah Riel bei ihrer Rede vor der Klasse, die für das Kunstwerk verantwortlich zeichnet.
Niederrad. 

Die Mitglieder der Organisation „Blaues Haus – Verein für Kunst und freie Zeit“ sehen nach dem Brand des gleichnamigen Gebäudes am Niederräder Ufer in der Nacht zum 21. Januar wieder optimistisch in die Zukunft. Das, was von dem Gebäude übrig geblieben ist, kann nicht mehr gerettet werden. Schon bald steht der Abriss an. „Wann genau, das wissen wir noch nicht. Derzeit werden von der Stadt Angebote eingeholt“, erzählt Christine Schottmüller vom Vereinsvorstand. Bis dahin aber soll der Ort auch weiterhin als das erkennbar bleiben, was er war und wieder sein wird: als Platz der Kultur, Begegnung und des Austausches.

Dazu soll das Projekt „Blaue Wand - Neu“ beitragen. Die Blaue Wand am Gebäude gibt es eigentlich schon seit 2016. „Wir haben damals das Projekt mit der Idee begonnen, die Wand von jungen Frankfurter Künstlern gestalten zu lassen“, erklärt Janine Maschinsky. Die Diplom-Designerin begleitet das Projekt am Blauen Haus seit seinen Anfängen. Schnell sei es zu Kooperationen mit unterschiedlichen sozialen Einrichtungen gekommen.

Mehrere Wochen zu sehen

Mit dem Brand wurde die alte Blaue Wand zerstört und mittlerweile aus Holz neu aufgebaut. Sie soll bis zum Abriss als Ausstellungsfläche genutzt werden und hat exakt dieselben Maße wie die frühere Wand. Sie ist 2,37 Meter hoch und 3,36 Meter breit. „Auf die Fläche passt genau achtmal ein Hochformat in A0“, schildert Janine Maschinsky.

Die Kinder der Klasse 5A1 der Kooperativen Gesamtschule Niederrad sind die ersten, die diese Wand kreativ bespielen. Das Thema, das mit den Bildern ausgedrückt werden soll, lautet „Alle“. Zwei Wochen lang, insgesamt acht Doppelstunden im Unterrichtsfach Kunst, hatten die Mädchen und Jungen Zeit, um sich Gedanken hierzu zu machen. Entstanden ist eine Collage an Bildern, die dort mehrere Wochen zu sehen sein wird.

Die elfjährige Daria hat mitgemacht und ist sichtlich stolz auf das Ergebnis. Der Schriftzug „Balkan#Team“ ziert ihren Teil der Bildfläche. In bunten Farben hat sie die Buchstaben und Zeichen auf das Papier aufgeschrieben und sagt dazu: „Viele Menschen, die aus Balkanländern hierher gekommen sind, sind arm, obdachlos und leben auf der Straße.“ Das falle ihr sehr häufig auf. Man müsse diesen Menschen helfen, daher ihre Idee zum Schriftzug.

Wirkung nach außen

24 Kinder sind in der Klasse 5A1 und haben gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Sarah Riel das Projekt umgesetzt. Schulleiterin Eva Seifert ist von dem Ergebnis sehr angetan. Bei diesem Projekt stehe ein zentraler Begriff im Mittelpunkt: „Selbstwirksamkeit“. „Das Projekt zeigt ihnen, dass das, was sie machen, von anderen wahrgenommen wird“, betont sie.

Bis zum endgültigen Abriss der Bauruine soll die neue Blaue Wand auch von anderen Kinder-, Jugend- und Senioreneinrichtungen gestaltet werden. „Wir werden als nächstes mit der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt ,Break 14’ zusammenarbeiten“, berichtet Maschinsky. „Bei diesem Projekt möchten wir den Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen aus Niederrad legen.“ Und das Thema, zu dem jeder arbeiten werde, bleibe bis zum Abriss dasselbe.

Maschinsky lobt das große Engagement der Mädchen und Jungen sowie ihrer Kunstlehrerin Sarah Riel bei der Umsetzung des Projekts. „Alle habe in sehr kurzer Zeit sehr viel Herzblut hineingesteckt“, findet sie.

Finanziell unterstützt wird das Projekt „Blaue Wand - Neu“ vom Kulturamt der Stadt.

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