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Frankfurter Kaffeehauskette insolvent: Bittere Nachrichten für "Dulce"

Von Die Frankfurter Kaffeehauskette Dulce ist zahlungsunfähig. Zum Insolvenzverwalter wurde Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt.
Die Urzelle der Dulce-Cafés: Das Ladenlokal in der Schweizer Straße. Die Urzelle der Dulce-Cafés: Das Ladenlokal in der Schweizer Straße.
Frankfurt. 

„Dulce“ ist das spanische Wort für süß. Für die 70 Beschäftigten der acht Cafés ist die Nachricht von der Pleite aber bitter. Auch wenn es sich um eine vorläufige Insolvenz handelt. Der Betrieb in den Cafés läuft weiter. „Der Gast merkt nichts“, versichert Ingo Schorlemmer, Sprecher der Kanzlei Schultze & Braun. Der Insolenzverwalter verschaffe sich derzeit einen Überblick über Vermögenswerte, offene Rechnungen und Perspektiven. „Wir sind in der Prüfungsphase, mit der Maßgabe, die Cafés zu erhalten.“

Die Löhne und Gehälter der 70 Mitarbeiter der Dulce GmbH sind den Angaben zufolge durch das Insolvenzgeld abgesichert, das längstens drei Monate lang gezahlt wird. Innerhalb dieses Zeitraums muss dann ein tragfähiges Konzept zur Fortführung des Betriebs gefunden werden: Entweder aus eigener Kraft mit Hilfe des Insolvenzverwalters oder mit einem neuen Investor.

Nicht betroffen von der Pleite sind die deutschlandweit zehn Franchisebetriebe. Darunter Cafés in Berlin (Spandauer Straße), Köln und in Düsseldorf (Nordstraße). Auch in Frankfurt (MyZeil), Main-Taunus-Zentrum sowie in der Bockenheimer Landstraße gibt es drei Franchise-Nehmer. Die Franchisebetriebe werden in eigenständigen Gesellschaften geführt.

Dulce-Geschäftsführer Matthias Schneider erklärte, dass sein Unternehmen versucht habe, die Franchise-Partner wirtschaftlich zu entlasten – „um eine sechsstellige Summe. „Das hat unsere Liquidität belastet.“ Zwei verregnete Sommer hätten den Cafés das wichtige Geschäft mit Eiscreme verdorben, sagte Dulce-Chef Schneider. In den verregneten Sommermonaten sei der Umsatz um rund ein Drittel eingebrochen. Deshalb habe das Unternehmen in diesem Jahr keinen Gewinn gemacht.

 

Ein Gründerproblem

 

Schneider hatte ein klassisches Gründerproblem: Das Unternehmen sollte wachsen, dafür war aber die Kapitaldecke zu dünn. Für die Expansion musste Dulce eine eigene Organisation aufbauen; Marketing, IT-Service, Lohnbuchhaltung. Als eine geplante Nachfinanzierung nicht zustande kam, musste Dulce Insolvenzantrag stellen. Dass sein Unternehmen „eine schwierig zu handhabende Größe erreicht hart“, war Schneider bereits 2012 bewusst, wie er in einem Zeitungsinterview sagte. Das war noch vor den verregneten Sommer von 2012 und 2013.

Doch Schneider ist zuversichtlich, dass sich das Unternehmen aus der Insolvenz heraus wieder fangen kann. „Wir haben ein stabiles Geschäft, nur die kleine Filiale am Flughafen ohne Kaffeeausschank ist nicht profitabel. Das Konzept von ,Dulce’ ist gut.“ Dass es der Kanzlei Schultze & Braun als Insolvenzverwalter gelang, einen Investor für die Frankfurter Rundschau zu finden, stimmt Schneider ebenfalls zuversichtlich.

 

Viel Konkurrenz

 

Schneider hat Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeographie studiert und darf sich Diplomwirtschaftsgeograph nennen. Auch mit Süßigkeiten kennt er sich aus. Mit seiner Frau Barbara absolvierte er bei „Australian Homemade“ in den Niederlanden Eiscreme und Schokoladenpralinen. Dahinter steckt die Idee, im Sommer das Geld mit Eis und im Winter mit Pralinen zu verdienen.

Gleichwohl ist das Kaffeegeschäft schwierig geworden. Jede Bäckerei schenkt Kaffee aus, unterschiedliche Konzepte buhlen um Kunden. Auch auf dem hochwertigen Sektor, auf dem Dulce tätig ist, gibt es zahlreiche Wettbewerber.

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