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Stadtteil-Serie (Teil 3): Bornheim, pardon: Bernem - die Stadt in der Stadt

In unserer Stadtteilserie haben wir in dieser Woche Bornheim unter die Lupe genommen. Dort findet sich eigentlich fast alles, was der Mensch zum Leben braucht.
Petra Westermann (2. v. li.) und ihr Team sind die freundlichen Gesichter in der „Weißen Lilie“ auf der oberen Berger Straße. Seit 30 Jahren arbeitet Westermann in dem Restaurant mit spanischer Küche – und ist damit die dienstälteste Wirtin im Stadtteil. Petra Westermann (2. v. li.) und ihr Team sind die freundlichen Gesichter in der „Weißen Lilie“ auf der oberen Berger Straße. Seit 30 Jahren arbeitet Westermann in dem Restaurant mit spanischer Küche – und ist damit die dienstälteste Wirtin im Stadtteil.
Die Bornheimer sind nicht zu Unrecht ein bisschen stolz darauf, dass sie den Rest von Frankfurt meist meiden können. In „Bernem“ findet sich schließlich fast alles, was der Mensch zum Leben braucht.

Den Stadtteil zwischen der Innenstadt, dem Nordend, Ostend und Seckbach durchzieht mit der Berger Straße die längste Einkaufsstraße Frankfurts. Neben Sachsenhausen findet sich im „Lustigen Dorf“ auch die höchste Dichte an Restaurants, Lokalen und – was den Bernemer am meisten freut – an Apfelweinkneipen.

Weil die Menschen im Stadtteil so gerne feiern, boomen im Gegensatz zu anderen Stadtteilen auch Feste wie die Bernemer Kerb nach wie vor. Zehntausende Menschen zieht dieses Traditionsfest jeden Sommer an.

Die Straßen sind dann noch voller als sonst, ist der anno 1877 als Bauerndorf zu Frankfurt eingemeindete Stadtteil doch mit über 30 000 Einwohnern der sechsgrößte in der Mainmetropole und eines der am schnellsten wachsenden Viertel in Frankfurt.
Weil sich in Bornheim in vielerlei Hinsicht ganz Frankfurt widerspiegelt, ist der Stadtteil auch ein Mikrokosmos gesamtstädtischer Probleme: Aufgrund des anhaltenden Zuzugs werden Wohnraum und Parkplätze immer knapper. Zudem treiben Spekulanten und Investoren Wohnungs- und Grundstückspreise nach oben. Mit hohen Mieten haben auch die Gewerbetreibenden auf der Berger Straße zu kämpfen. Einige Ladenflächen stehen daher leer. Gefüllt werden sie wie an vielen anderen Frankfurter Ecken von oft nur kurzlebigen Handy- und Dönerläden oder Franchise-Filialen.

Doch weil der Bornheimer nicht nur eine Froh-, sondern auch eine Kämpfernatur ist, weiß er sich gut gegen viele Negativentwicklungen im Stadtteil zu wehren. Vielleicht liegt das daran, dass Bornheimer betonen, erst Bernemer zu sein und dann erst Frankfurter.

Die Alteingesessenen möchten nur hier leben


Klaus Sperber und Harald Raab sind zwei waschechte „Bernemer Jungs“, die sich seit ihrer Kindheit kennen. Für sie ist es undenkbar, den Stadtteil jemals zu verlassen, um woanders zu wohnen. Allerdings machen sich Sperber und Raab auch Sorgen um ihr geliebtes „Bernem“:  „Es gibt immer weniger Traditionsbetriebe im Stadtteil“, bedauert Raab.

Teure Mieten verdrängen kleine Geschäfte


Parkraum ist in Bornheim rar. Vor allem auf Frankfurts längster Einkaufsstraße, der Berger Straße, die sich von der Innenstadt bis in den nordöstlichsten Teil Bornheims erstreckt. Auch wenn sie sich großer Beliebtheit erfreut, gibt es Probleme: Viele Läden     stehen leer. Schuld sind Hausbesitzer, die auf „der Berger“ sehr hohe Mieten fordern.

Auf der „Blutwiese“ lernen Kinder bolzen


Blick auf einen Bolzplatz und den dahinter liegenden Abenteuerspielplatz: Das Areal gehört heute zwar zum Nordend, früher jedoch zu Bornheim. Den früheren Bolzplatz hat einst die Bornheimer Jugend „Blutwiese“ getauft. Viele „Bernemer“ Kinder lernten hier das Kicken. Doch dieser Tage ist das Areal ein großes Politikum: Der Spielplatz soll verschwinden, ebenso das daneben liegende Naturidyll. Stattdessen möchte die Stadt Frankfurt dort trotz des Protests vieler erboster Bürger Hunderte Wohnungen bauen.

Kleines Abziehbild der großen Stadt


Neben dem Leerstand etlicher kleiner und einst inhabergeführten Lädchen hat auf der Berger Straße in den letzten Jahren auch die Zahl der Bettler und Obdachlosen stark zugenommen. Die Herzlichkeit und Weltoffenheit der Bornheimer führte aber dazu, dass sich viele mit den mittellosen Menschen im Stadtbild arrangieren – auch wenn das Straßenbild durchaus darunter leidet. Das finden viele nicht gut, doch soziale Probleme machen eben auch vor „Bernem“ nicht halt. Irgendwie ist der Stadtteil ein kleines Abziehbild der Großstadt.

„Gauner-Grundstück“

Seit vielen Jahren liegt das Grundstück des Frankfurter Immobilienmaklers Heinrich Gaumer brach. Das Areal heißt im Volksmund „Gauner-Grundstück“. Im hochverdichteten Bornheim böte dieser Flecken Erde Platz für Wohnungen. Stattdessen ist dort eine verwilderte Grünfläche entstanden. Immerhin romantisch.

Politdebatten mit Hayar


Halil Bayar führt seit zehn Jahren einen Schreibwarenladen auf der Berger Straße. Bayar stammt aus der Türkei, lebt jedoch schon seit vier Jahrzehnten in Deutschland, die meiste Zeit davon in Bornheim. Bayar verfügt über einen Doktortitel in Politikwissenschaften und hat viele Jahre als Journalist gearbeitet. Viele seiner Kunden kommen daher nicht nur zum Einkaufen, sondern diskutieren mit ihm über politische Themen. Seinen Laden wird der 65-Jährige wohl nicht mehr lange führen – dem Stadtteil Bornheim möchte er aber immer die Treue halten.

Die liebsten Motive


Bei „Eaglebauer Enterprises“ gibt es T-Shirts und Kleidung mit Bornheimer Motiven. Einen solchen Laden gibt es kein zweites Mal in Frankfurt. Doch bald muss Besitzer Joachim Raabe dichtmachen: Amazon und andere Online-Händler drücken die Umsätze.

Im „Solzer“ ist Leben


Bornheim ist bekannt für seine vielen urigen Apfelweinwirtschaften. Eine der berühmtesten und gemütlichsten ist der „Apfelwein Solzer“ in der Berger Straße. Das Lokal füllt sich meist schon am Nachmittag.

Blick auf den Eschbach bei Harheim. Der Bach entspringt im Taunus und mündet am Rand von Harheim schließlich in der Nidda. Neben dem Stadtteil liegt auch das Harheimer Ried, das vielen Vögeln aus Brutplatz dient. Zur Brutzeit im Frühjahr sollte das Ried zum Schutz der Tiere jedoch nicht betreten werden.
Stadtteil-Serie (Teil 1) Der unbekannte Stadtteil: Harheim

46 Stadtteile hat die Stadt Frankfurt. In der neuen FNP-Serie "Der unbekannte Stadtteil" erkundet FNP-Reporter Ben Kilb jede Woche einen davon. Im Blickpunkt steht heute der etwas eigensinnige Stadtteil Harheim.

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Deutschland, Fechenheim, Mai 2017: Ebenfalls ein Bild, das man wohl nur in Fechenheim findet: Werner Weischedel und seine Frau Anne reiten mit zwei Schimmeln über den Linneplatz. Im Schlepptau haben beide zwei wei�e Schäferhunde sowie einen Rehpinscher, den die anderen Hunde als Herr im Haus akzeptieren, weil er der älteste Hund von Werner Weischedel ist.
Stadtteil-Serie (Teil 2) Fechenheim: Das Dorf in der Stadt

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Blick auf die Nidda-Stromschnellen bei Nied. Das Wildwasser ist durch Renaturierungsmaßnahmen in einem Altarm der Nidda entstanden. Das alte Niddawehr musste dafür verschwinden. Fischen bieten die Stromschnelle die Möglichkeit, den Fluss auf und ab zu schwimmen.
Stadtteil-Serie (Teil 4) Nied, ein Stadtteil zwischen Wassern

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Wer von der Niederräder Landstraße Richtung Niederrad kommt, kennt diesen Anblick: Das denkmalgeschützte Frauenhoftor und die dahinter liegende Mainfeld-Siedlung. Beide sind Niederräder Wahrzeichen, auch wenn letztere wohl nie unter Denkmalschutz gestellt wird.  Fotos: Michael Faust
Stadtteil-Serie (Teil 5) Niederrad, ein Ort der Gegensätze

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