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Gastro-Kolumne: „Borussia“ mundet immer

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Famose Küche: Harald und Sebastian Blersch vom stets gut besuchten Restaurant „Borussia“ im Rudererdorf Oberrad. Foto: Holger Menzel Famose Küche: Harald und Sebastian Blersch vom stets gut besuchten Restaurant „Borussia“ im Rudererdorf Oberrad.

Wer zurzeit nicht ins Wasser springen kann, weil sich der Sommer von seiner launischen Seite zeigt, kann wenigstens am Wasser sitzen – und unter einer mächtigen Platane. Sie steht im Gärtchen der „Borussia“ im Oberräder Rudererdorf. Wenn der Baum könnte, hätte er einiges zu erzählen, von vielen wechselnden Pächtern etwa. Doch seit Harald Blersch das Kommando übernommen hat, ist Ruhe eingekehrt.

In den vergangenen 18 Jahren hat er das Restaurant als Treffpunkt für ein gemischtes Publikum etabliert. „Bei uns essen die Mitglieder der Frankfurter Rudergesellschaft ,Borussia’ 1896“, sagt Blersch. „Für sie fungiert das Lokal seit jeher als Clubhaus.“ Außerdem kommen mittags viele Geschäftsleute von der Hanauer Landstraße oder aus Offenbach. Größere Gruppen und Familien gehören ebenfalls zu den Gästen; die breitgefächerte Speisekarte macht’s möglich. „Manchmal sitzen vier Generationen am Tisch, und alle finden etwas Passendes.“

Sein gutes Gespür für das, was läuft, kommt nicht von ungefähr. Der gebürtige Frankfurter hat zwar Betriebswirtschaft studiert, parallel dazu aber in der Gastronomie gejobbt. Anschließend stieg er ins seinerzeit beliebte „Hard Rock Café“ nahe der Börse ein. Dann folgte das Nordend: „Hier habe ich mit dem ,Fox’ eine Mischung aus Café, Restaurant und Bar erfolgreich betrieben“, erzählt er.

Ab 1999 setzte er seine Karriere auf der anderen Mainseite fort – lange mit einem Partner, inzwischen solo. Wobei er nicht ganz allein ist: Sohn Sebastian steht ihm zur Seite. Gemeinsam bewirten sie Gäste, die es sich im Garten genauso gemütlich machen können wie auf der überdachten Terrasse. An kühlen Tagen lockt der mit viel Holz gestaltete Innenraum. „Als wir das Lokal übernommen hatten, tauschten wir den Linoleum- gegen einen Parkettboden aus“, sagt Blersch. Außerdem hängten sie die Decken ab und stellten ein Buffet auf, das aus einem Antiquitätenladen stammt und mit den holzvertäfelten Wänden harmoniert.

Im gutbürgerlichen Ambiente stehen deutsche Gerichte zur Auswahl. Das Küchenteam unternimmt aber auch Ausflüge in mediterrane Gefilde, wie die Spaghettini mit Black-Tiger-Garnelen und Chilis in Kräuter-Olivenöl beweisen (15,50 Euro). Dieser „All-Time-Favorite“ findet sich auf der Standardkarte, die Blersch durch eine saisonale Dinnerkarte ergänzt. Zusätzliche Abwechslung garantiert die Lunchkarte, beispielsweise mit Kalbskotelett auf Salbeibutter (19,90 Euro): Dabei gibt es als Grundlage eine knackige Salatmischung (Eichblatt, Frisée, Chicorée, Gurken, Paprika, Tomaten) und im Anschluss auf den Punkt gebratenes Fleisch mit buttrig-würzigen Gnocchi.

Für Mittagsgäste hält das Team am Herd wechselnde Drei-Gänge-Menüs bereit, etwa Büffelmozzarella mit Tomaten und Basilikum, in Weißwein geschmortes Kalbsragout samt Fettucine und eine Profiterole mit Schokoladensoße (13,90 Euro). Alle Gerichte lassen solides Handwerk erkennen, und obwohl Vor- und Nachspeise etwas kleiner als üblich sind, ist am Preis-Leistungs-Verhältnis nichts auszusetzen. Zumal es sich um gute Produkte handelt: „Ich gehe mehrmals die Woche selbst einkaufen“, sagt der Inhaber, „sehe mir die Ware gerne an. Nur so bekomme ich die gewünschte Qualität.“

Auch die Weine sucht er selbst aus. Die Leidenschaft dafür liegt ihm quasi im Blut. „Mein Großvater hatte einige Wingerte in der Pfalz“. Aus Deutschland ist vor allem das Weingut St. Remigius (Baden) vertreten. Französische und italienische Winzer steuern weitere Erzeugnisse bei. Die abwechslungsreiche Kollektion umfasst auch Blerschs derzeitigen Lieblingswein: den „Tramari“ genannten Rosé di Primitivo Salento (ein Glas 6 Euro), einen wunderbaren Sommerwein. Lokalpatrioten hingegen trinken lieber das Stöffche von „Matsch & Brei“. Aber alle genießen dabei immer den schönen Blick auf den Main.

Restaurant „Borussia“:

Oberrad, Mainwasenweg 31, Tel. (069) 65 11 85, www.restaurantborussiafrankfurt.de, Mo–Fr 11.30–15 + 17–23, Sa ab 18, Sonn- und Feiertage ab 11 Uhr durchgehend, Sitzplätze: 80 Gastraum / 60 Terrasse / 80 Garten.

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