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Feuerwehrübung: Brand im Hochhaus und in der U-Bahn: Feuerwehr übt den Ernstfall

Menschen aus einem brennenden Hochhaus retten, durch ein völlig verqualmtes Reihenhaus kriechen oder ein Feuer in einer U-Bahn bekämpfen. In dem hochmodernen Ausbildungszentrum der Frankfurter Feuerwehr können die Brandschützer dies alles ziemlich realistisch üben.
Marina Born (25), Feuerwehrfrau in Grundausbildung. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv Marina Born (25), Feuerwehrfrau in Grundausbildung.
Frankfurt.  Die angehende Feuerwehrfrau Marina Born steigt in zwölf Metern Höhe aus dem Fenster und klettert langsam eine wackelige Leiter hinunter. «Das macht mir nichts aus», erzählt die 25-Jährige. So etwas gehört zu ihren leichteren Aufgaben, Höhen- oder Platzangst kennt sie nicht. Wirklich beeindruckt hat sie allerdings, als sie auf dem hochmodernen Übungsgelände der Frankfurter Brandschützer das erste Mal in einem Feuer stand. «Da geht einem schon die Pumpe.» 

In dem vor vier Jahren für 20 Millionen Euro gebauten Ausbildungszentrum können die Feuerwehrleute viele Situationen realitätsnah darstellen. Nicht nur die Azubis trainieren hier, auch die Einsatzkräfte müssen regelmäßig zum Training anrücken. «Hier können wir optimal üben», sagt der Ausbildungsleiter Georg Schmidt.

Nach Auskunft des Landesfeuerwehrverbands in Kassel bildet in Hessen jeder Kreis seine Feuerwehrleute selber aus. Zudem bietet die Landesfeuerwehrschule in Kassel insgesamt 240 Lehrgangsplätze für alle Feuerwehren an. In Hessen gibt es 2600 Freiwillige Feuerwehren und 6 Berufsfeuerwehren. 

In der Übungshalle in der Mainmetropole wurden typische Frankfurter Gebäude nachgebaut. Da ist das Hochhaus mit den verstellbaren Innenwänden, in dem gerade die jungen Auszubildenden üben. Hier in der Halle hat die ehemalige Drogeriekette «Schlecker» überlebt, der Nachbau steht direkt neben dem Restaurant «Zum goldenen Anker». Zudem gibt es ein Reihenhaus und eine Kfz-Werkstatt. «Außerdem haben wir eine Dachschräge, deren Winkel wir verstellen können. Es ist alles extrem durchdacht», erklärt Andreas Mohn, ebenfalls Ausbildungsleiter. 

Immer wieder sind in den Häusern «Opfer» in der Form von Puppen zu finden, die bei den Übungen stets woanders drapiert und während der Pausen irgendwo abgelegt werden. Manche wiegen nur 50 Kilogramm. Wer von den Feuerwehrleuten Pech hat, findet jedoch die 130-Kilo-Puppe und muss diese bergen. Eine Puppe liegt derzeit im Fahrstuhlschacht, eine andere auf einer Etage inmitten von Kartons, Kabeln, Kanistern und Plastiktonnen.

Schon bei Tageslicht ist es dort schwierig, sich den Weg zu bahnen - die Feuerwehrleute müssen dies in ihrer etwa 30 Kilogramm schweren Ausrüstung tun, wenn die Etage völlig verraucht ist. «Sie kriechen dann tastend vorwärts», so Mohn. Denn unten haben sie die beste Sicht, zudem steigen die Rauchgase nach oben. 

Die Gebäude sind so geschützt und ausgestattet, dass dort tatsächlich ein Brand gelegt und von den Feuerwehrleuten gelöscht werden kann. Sogar eine U-Bahn in einem täuschend echt nachgebauten Tunnel steht auf dem Gelände. Auch in einem der Waggons kann Feuer gelegt werden, derzeit qualmt dort aber nichts. Dafür liegt ein Mann scheinbar verletzt auf dem Boden und stöhnt: «Mein Bauch, mein Bauch.» Ein Sanitäter-Azubi kümmert sich um ihn, seine Ausbilder stehen beobachtend einige Meter entfernt und machen sich Notizen.

In allen Übungsgruppen sind nur wenige Frauen dabei. Der weibliche Anteil in der Frankfurter Feuerwehr liegt nur bei 1,8 Prozent. «Wir hätten gerne mehr Frauen», sagt Mohn. Doch es gebe für diesen auch körperlich anstrengenden Beruf nur wenige entsprechende Bewerbungen. Hessenweit sind nach Auskunft des Landesfeuerwehrverbands 12 Prozent der Feuerwehrleute weiblich.
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