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Brandserie: Brandstiftungen: Wiederaufbau kommt langsam voran

Goetheturm, Parkpavillons und Waldorf-Kita: Nach den mutmaßlichen Brandstiftungen an mehreren Holzbauten muss auf deren Wiederaufbau noch gewartet werden. Die Planungen laufen zwar, doch noch sind nicht alle Details geklärt.
Der Wiederaufbau des abgebrannten Koreanischen Pavillons im Grüneburgpark soll rund 300 000 Euro kosten. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Der Wiederaufbau des abgebrannten Koreanischen Pavillons im Grüneburgpark soll rund 300 000 Euro kosten.
Frankfurt. 

Ob wirklich ein und derselbe Täter hinter der Serie von Brandstiftungen an mehreren Holzbauwerken in Frankfurt steckt, ist noch nicht klar. Die Ermittler halten sich bisher bedeckt und sagen nur, ein Zusammenhang zwischen den Taten sei nicht auszuschließen. Derweil laufen die Planungen für den Wiederaufbau der betroffenen Bauten.

Am meisten Aufsehen erregte der Goetheturm-Brand. Der beliebte hölzerne Aussichtsturm im Stadtwald fiel am 12. Oktober den Flammen zum Opfer. Dass er möglichst originalgetreu wieder aufgebaut werden soll, war schnell klar. Doch der Teufel steckt nun offenbar im Detail.

Die übriggebliebenen Betonfundamente des Goetheturms werden derzeit noch untersucht. Bild-Zoom Foto: Andreas Arnold (dpa)
Die übriggebliebenen Betonfundamente des Goetheturms werden derzeit noch untersucht.

Vor Ort laufen derzeit noch Untersuchungen, ob die beim Brand übriggebliebenen Betonfundamente auch den neuen Turm tragen könnten. Zudem sucht die Stadt nach einer Holzbaufirma, die den Auftrag übernehmen könnte. „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamts. Ein Interessensbekundungsverfahren werde vorbereitet.

Detailfragen

Noch nicht klar ist, wie der neue Goetheturm im Detail aussehen wird. Denn die Rufe nach einem besseren Suizidschutz und nach Barrierefreiheit stünden dem Wunsch nach einem möglichst originalgetreuen Wiederaufbau entgegen, sagt Heldmann. Auch wie das Holz vor Feuchtigkeit geschützt werden kann, müsse noch geklärt werden. Der alte Goetheturm war mit Teeröl getränkt, dadurch brannte er wie eine Fackel. „Das geht heute nicht mehr“, sagt Heldmann. Womöglich müssten an manchen Stellen der Konstruktion deshalb Schutzbleche angebracht werden.

Die beiden zuvor abgebrannten asiatischen Pavillons sind momentan noch Gegenstand diplomatischer Bemühungen. Im Bethmannpark war Ende November eine chinesische Delegation unterwegs, um den originalgetreuen Wiederaufbau des dortigen Holzpavillons in die Wege zu leiten. Er brannte in der Nacht auf den 1. Juni nieder, vermutlich wurde er angezündet.

Rund eine Million Euro wird der neue chinesische Pavillon kosten, schätzt Heldmann. 650 000 Euro für das Bauwerk an sich. Hinzu kommen Arbeiten am Gelände sowie die Transport- und Unterbringungskosten für die Handwerker. Denn die sollen aus China eingeflogen werden. Wann es losgeht, steht noch nicht fest.

Experten aus Asien

Auch für die Wiederaufbauarbeiten im Grüneburgpark gibt es noch keinen Zeitplan. Der dort am 1. Mai abgebrannte Morgentau-Pavillon war ein Geschenk Südkoreas zur Buchmesse 2015. „Wir stehen in regem Kontakt mit dem koreanischen Konsulat“, sagt Grünflächenamtschef Heldmann. Denn auch für dieses Bauwerk ist traditionelle Handwerkskunst aus dem Ursprungsland gefragt. Insgesamt rund 300 000 Euro sollen die Arbeiten kosten.

Vor drei Monaten brannte die Kindertagesstätte der Waldorfschule am Dornbusch. Dort wird derzeit noch aufgeräumt. In zwei Wochen, schätzt und hofft Christoph Klotz, Geschäftsführer der Waldorfschule, seien die Abbruchmaßnahmen abgeschlossen. „Wir gehen aktuell davon aus, dass die Bodenplatte erhalten bleiben kann. Wirklich bestätigen können wir dies natürlich erst, wenn sie freigelegt ist“, erklärt er. Es freue ihn jedoch, wenn das neue Kita-Gebäude auf dem statischen Fußabdruck des alten errichtet werden könne. Der Bauantrag dafür sei bereits eingereicht. „Der Grundriss wird also der gleiche bleiben, wir werden jedoch mit verbessertem Brandschutz arbeiten“, so Klotz.

Auf den Neubau fokussieren kann und will der Geschäftsführer sich allerdings erst, wenn alle Kinder wieder unter einem Dach betreut werden. Denn das ist derzeit nicht der Fall. 80 Kinder besuchen aktuell die Kindertagesstätte der Waldorfschule – es gibt drei Ü- und eine U 3-Gruppe. Während die Kindergartenkinder im Schulgebäude betreut werden, mussten die U 3-Kinder in einer Awo-Krippe in Ginnheim unterschlüpfen. Denn der Brandschutz in der Schule lässt die Betreuung der Jüngsten nicht zu. „Für sie muss der Fluchtweg tragbar sein, während für die Kinder ab drei Jahren ein begehbarer Fluchtweg reicht“, hat sich Klotz in den vergangenen Wochen bestens in den Brandschutz eingearbeitet. Deswegen musste die Schule nachrüsten und neue Brandschutztüren einbauen. Eine fehlt noch, soll aber bald kommen. „Ich denke Ende Februar sind wir wieder alle unter einem Dach. Dann können wir uns auch mit dem Neubau beschäftigen“, so der Geschäftsführer.

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