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Brückenbögen als Galerie

Von Seit gut zehn Monaten hat der Kunstverein Familie Montez sein neues Domizil in zwei Brückenbögen der alten Honsellbrücke. Viele Besucher spricht das Angebot an. Für ihr Engagement wird die Einrichtung jetzt mit dem Stadtteilpreis des Ortsbeirates 4 gewürdigt.
Mirek Macke vor dem Eingang des neuen Montez-Domizils in den Brückenbögen der alten Honsellbrücke. Bilder > Mirek Macke vor dem Eingang des neuen Montez-Domizils in den Brückenbögen der alten Honsellbrücke.
Ostend. 

Es regnet und ist windig. In kurzen Abständen öffnet sich die Eingangstür zum Kunstverein Familie Montez, einige Besucher haben trotz des schlechten Wetters den Weg zu den Brückenbögen der alten Honsellbrücke in der Honsellstraße 7 gefunden, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hafenpark liegt. Seit gut zehn Monate ist es das neue Domizil des Kunstvereins. Es ist gemütlich hier. Sessel und Stühle – ein Sammelsurium aus unterschiedlichen Stilen verschiedener Jahrzehnte – sind um Tische herum aufgestellt. Es gibt ein Bücherregal, in dem neben Kunstbüchern auch Werke von Shakespeare und sogar eine Ausgabe der Bibel einsortiert sind.

Im Hintergrund sind leise Swing-Melodien zu hören, der Duft frisch aufgebrühten Kaffees durchströmt langsam den Raum, in dem derzeit Kunstwerke von Guido Zimmermann und Jens-Ole Remmers ausgestellt werden. Im angrenzenden zweiten Brückenbogen sind weitere Arbeiten des Künstlers Kai Teichert zu sehen. Auch eine Dauerausstellung, in der der Leiter des Kunstvereins Mirek Macke zahlreiche Bilder unterschiedlicher Künstler zeigt, hat einen eigenen Raum.

Bis Mitte 2012 befand sich der im Jahr 2007 gegründete Kunstverein in Räumen in der Breiten Gasse 24 in der Innenstadt, lockte schon damals zahlreiche Menschen zu Ausstellungen und Veranstaltungen. Vor dem Umzug in die neuen Räume an der Honsellbrücke befand sich das Montez im „Exil“ und tourte durch Deutschland.

Stammgäste kommen

Macke ist sehr froh, dass es diesen Ort an der Honsellbrücke gibt, nicht nur, weil er hier wieder einen festen Platz hat, den er als Ausstellungsort in Szene setzen kann. Es macht ihn glücklich, dass das neue Domizil der Kunsteinrichtung sehr gut angenommen wird und zu einem Treffpunkt geworden ist, an dem ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen. „Leute verabreden sich hier, aber auch Familien mit kleinen Kindern kommen rein, schauen sich die Ausstellung an, trinken Kaffee und essen Kuchen. Es gibt bereits Stammkunden“, freut sich Macke. Er sei sehr dankbar, dass die Stadt sich darauf eingelassen habe.

Der Montez-Leiter möchte ein breites Publikum ansprechen, anspruchsvolle Ausstellungen und Veranstaltungen wie Lesungen, Theater, ein Musikprogramm auf die Beine stellen, mit denen er möglichst viele Menschen unterschiedlichen Alters erreichen kann. Dafür sind viel Idealismus und ehrenamtliches Engagement grundlegende Voraussetzungen. Die Arbeit, die darin steckt, würdigt der Ortsbeitrat 4 (ORB) jetzt mit dem mit 500 Euro dotierten Stadtteilpreis, der zum diesjährigen Neujahrsempfang des Gremiums am Freitag, 23. Januar bei der FES in der Weidenbornstraße an Mirek Macke übergeben wird.

„Der Kunstverein Familie Montez bewirkt viel Gutes für den Ortsbezirk. Neben seinem Ausstellungsprogramm macht er Angebote, von denen zahlreiche Leute profitieren – aus dem Stadtteil, aber gerade auch Nutzer des Hafenparks“, sagt Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU). Ohne festen Strom- und Wasseranschluss habe Macke jedoch einen schweren Stand. „Trotzdem hält er sich wacker, ist ein Fels in der Brandung. Mit dem Stadtteilpreis möchten wir diese Arbeit für den Ortsbezirk anerkennen“, lobt Pfaff-Greiffenhagen. „Ich finde es großartig. Der Stadtteilpreis ist eine tolle Bestätigung für meine Arbeit hier“, sagt Macke. Es zeige, dass der Kunstverein im Stadtteil richtig sei. „Den Rest müssen wir uns selbst erarbeiten.“

Trotz des bisher fehlenden Strom- und Wasseranschlusses hat sich der Betrieb des Kunstvereins sehr gut eingespielt, dank provisorischer Lösungen. Wer genau hinhört erkennt die Geräusche von Generatoren, die derzeit für den Strom in den Brückenbögen sorgen. Wasser kommt aus einem Hydranten. Da es bisher noch an einer Heizung fehlt und das Licht, das durch die Generatoren ermöglicht wird, begrenzt ist, hat der Kunstverein zurzeit nur mittwochs bis freitags jeweils zwei Stunden, am Wochenende drei Stunden geöffnet.

Licht ist zu schwach

„Das Licht ist im Winter zu schwach. Für größere Veranstaltungen wie Ausstellungseröffnung werden weitere Generatoren angemietet“, schildert Macke. Er ist optimistisch, dass eine Lösung wegen des fehlenden Strom- und Wasseranschlusses noch in diesem Jahr gefunden wird. „Kommenden Winter werden wir hier eine Heizung haben“, ist er sich sicher.

Nach dem Ende der aktuellen Ausstellung mit Werken von Kai Teichert, Jens-Ole Remmers und Guido Zimmermann plant Macke wegen der Winterkälte eine Pause bis Mitte März. Danach soll das Ausstellungsprogramm weitergehen, auch ein Bildhauersymposium im Sommer sei in Planung.

Die Schau endet am 18. Januar. Sie hat mittwochs bis freitags von 15 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

Infos unter www.kvfm.de im Internet.

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