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Erste Pläne vorgestellt: Bürger kritisieren Baupläne in Nieder-Eschbach

Von Zwei neue Baugebiete sollen Nieder-Eschbach im Süden abrunden. Bis zu 800 Wohnungen könnten in zwei- und dreigeschossiger Bebauung entstehen. Im Ortsbeirat 15 stellten die Planer jetzt die ersten Ideen vor.
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Nieder-Eschbach. 

Die Pläne stehen ganz am Anfang, und frühestens in fünf Jahren, eher in zehn Jahren rollen die ersten Bagger in den neuen Baugebieten im Süden Nieder-Eschbachs. Wie berichtet, plant die Stadt, etwa zehn Hektar an beiden Seiten der U-Bahn-Trasse für Wohnbebauung auszuweisen. Bei der Vorstellung der ersten Entwürfe stießen die Planer auf großes Interesse von mehr als 100 Bürgern – die die Pläne kritisierten.

„Mittlere Katastrophe!“

Bruno Sauerbier wohnt am Hollerbusch, in der Nähe der vom Bebauungsplan 920 überplanten Gärtnereien. „Sie konzipieren hier eine mittlere Katastrophe“, warf er den Planern vor. Schließlich bedeute das neue Baugebiet eine Verschlechterung des Bestands. „Sie werfen die ländliche Struktur hier über den Haufen“, sagte er. Die Deuil-la-Barre-Straße könne den Verkehr gar nicht mehr aufnehmen, trenne den Stadtteil schon jetzt – während der Berufszeiten, wenn kaum über die Straße zu kommen ist.

Dies war der Hauptkritikpunkt an den Plänen. Doch Karl-Heinz Staab, Abteilungsleiter Nord beim Stadtplanungsamt, verteidigte die Planungen: „Der ländliche Charakter bleibt doch in den Planungen erhalten.“ Maximal dreistöckig – plus ausbaubares Dachgeschoss – sollen die Häuser in der Blockbebauung werden. Die Reihenhäuschen, die auf den beiden Baugebieten ebenfalls vorgesehen sind, sollten gar nur zwei Vollstockwerke haben. Dazwischen: viel Grün, eine Kita, auch Seniorenwohnen sei möglich, versichern die Planer.

Claudia Seibold ist Landwirtin in Frankfurts Norden: „Ich bin schon zum dritten Mal von Bauplänen betroffen.“ Sie fragte nach den erforderlichen Ausgleichsflächen.

„Nieder-Eschbach ist schon immer gewachsen“, sagte Staab. „Wachstum ist an dieser Stelle sinnvoll.“ Die Äcker und der Gartenbau werden weichen müssen: „Alle wissen, dass in den kommenden 15 Jahren 90 000 Wohneinheiten in Frankfurt geschaffen werden müssen. An jeder geeigneten Fläche müssen wir arbeiten“, so Staab.

Bleibt die Frage der Verkehrsanbindung. Mehrere Ortsbeiräte teilen die Sorge: Wenn über die Straße Am Hollerbusch (Bebauungsplan 920) oder über die Fritz-Erler-Straße der Berufsverkehr morgens abfließe, komme es an der jetzt schon überlasteten Deuil-la-Barre-Straße zu endlosen Wartezeiten. „Das geht nur mit Ampeln“, sagte Michael Paul (Grüne). Seine Fraktion hat auch gleich eine Tischvorlage vorgelegt, in der eine zusätzliche Straße vorgeschlagen wird, die den Verkehr Richtung Homburger Landstraße ableite. Die Abstimmung wurde jedoch später vertagt.

400 bis 550 Wohnungen sollen im Gebiet „Nieder-Eschbach Süd“ entstehen (Bebauungsplan 917), weitere 250 auf dem Gelände der jetzigen Gärtnereien. „Macht“, rechnete Paul vor, „mindestens 700 Wohneinheiten mit rund 1000 Fahrzeugen.“ Und den entsprechenden Bewegungen.

Straße jetzt schon dicht

Anwohnerin Petra Recker rechnete vor. „Im Baugebiet Bonames Ost muss man mit 6000 Fahrbewegungen rechnen, hier mit weiteren 1000, und die Berner Straße ist doch jetzt schon dicht!“

„Wir stehen ganz am Anfang der Überlegungen, wir brauchen etwas Zeit“, bat Jörg Stellmacher-Hein, Verkehrsplaner im Planungsamt. „Wir suchen Lösungen.“ Es seien auch schon Planungen aufgegeben worden, wenn sich herausgestellt hat, dass es nicht passe.

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