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Büros für Grundlagenforscher

Von Forschung entsteht in den Köpfen. Einige der besten Köpfe erhalten derzeit ein neues Zuhause: Das Fias-Gebäude auf dem Campus Riedberg hat einen Zwilling bekommen. Darin wird das „Hic for Fair“ angesiedelt. Morgen wird das Gebäude offiziell eröffnet.
Uni-Präsident Prof. Müller-Esterl und Carlo Giersch, Stifter und Ehrensena-tor der Universität, eröffnen am Freitag das neue Gebäude.	Foto: Chistes Uni-Präsident Prof. Müller-Esterl und Carlo Giersch, Stifter und Ehrensena-tor der Universität, eröffnen am Freitag das neue Gebäude. Foto: Chistes
Frankfurt. 

„Fair“ ist ein Milliardenobjekt. Rund eine Milliarde investiert Deutschland, weitere
500 Millionen internationale Forschungspartner in den Beschleunigerring, der zwischen Frankfurt und Darmstadt bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) entsteht. Und, klar: Das Instrument macht keine Forschung. Forschung machen die klugen Köpfe, die an deutschen Universitäten und im Ausland mit den Daten arbeiten.

„An dieser Großforschung sind 2600 Wissenschaftler beteiligt“, sagte Prof. Horst Stöcker, wissenschaftlicher Direktor der GSI. Etwa
300 haben ihren Arbeitsplatz an der Universität Frankfurt, 300 weitere an der GSI. „Aber der Rest sitzt in ganz Deutschland, in der ganzen Welt. Und wenn sie für einige Monate herkommen, müssen sie irgendwo arbeiten.“

Für diesen Zweck haben die Forscher jetzt ein neues Gebäude erhalten: Ein Zwillingsbau des Fias auf dem Campus Riedberg, ebenso markant in Rot gehalten und über eine Brücke mit dem Fias-Gebäude verbunden, sind binnen neun Monate in vier Stockwerken 5000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstanden. Die Kosten dafür haben 7,15 Millionen Euro betragen.

Miete wird Stipendium

Das Gebäude hat die Stiftung Giersch bezahlt. „Wir erhalten Miete“, sagte Carlo Giersch gestern, als das neue Gebäude vorgestellt worden ist. Und der nüchterne Geschäftsmann und Stifter nennt Zahlen: Das Kapital wird zu fünf Prozent verzinst, bringt also jährlich rund 350 000 Euro Mieteinnahmen. „Mit diesem Geld wird ein Stipendium für Studenten ausgeschrieben“, so Giersch. 15 bis 16 Stipendiaten sollen monatlich 1300 Euro von der Giersch-Stiftung erhalten. „Auf diese Weise fließt das Geld in die Forschung zurück“, sagte Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität.

Das neue ist funktional und einfach. Die insgesamt 84 Büros sind meist für einen Arbeitsplatz eingerichtet, manchmal auch für kleine Gruppen. Zwölf der bislang 35 fest angestellten Professoren des „Hic for Fair“ werden feste Büros in den Räumen beziehen, ihre Mitarbeiter ebenfalls. Der Rest der Räume soll Forschern auf Zeit zur Verfügung stehen. Insgesamt etwa 150 Arbeitsplätze sollen in dem neuen Gebäude eingerichtet werden.

„Die neue Großforschungsanlage Fair entsteht in einem Wald bei Darmstadt. Den Großteil der Kosten zahlt Deutschland. „Da kann man die Frage stellen, ob es sein kann, dass deutsche Forschungseinrichtungen nur über den Zaun sehen dürfen, welche Forschungsergebnisse dort erzielt werden“, erläuterte Prof. Stöcker. Die Antwort war 2008 die Gründung des Helmholtz International Center for Fair. Es ist eine Gründung der Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Gießen. Ihre Forscher haben Zugriff auf die Daten des Fair, der Frankfurt Antiproton and Ion Research-Anlage, an der an der GSI gebaut wird. Bis 2018 soll die Anlage über acht Ringbeschleuniger mit bis zu 1100 Metern Umfang und zwei Linearbeschleuniger verfügen, die bisherigen Beschleuniger der GSI dienen dann als Vorbeschleuniger.

Grundlagen der Materie

Neue Elementarteilchen entstehen, wenn Antiprotonen kollidieren, wie das beim Fair geplant ist. „Um die Schrauben festzuziehen, muss man nach Darmstadt kommen“, sagte Stöcker, „doch um die Daten auszuwerten, braucht man seinen Kopf.“ Dazu einen Computer und ein Büro. Letztere beiden Dinge werden die Forscher in Frankfurt auf dem Riedberg zur Verfügung haben. Prof. Marcus Bleicher, der das „Hic for Fair“ leitet, verspricht: „In das neue Gebäude wird eine Abteilung einziehen, die sich mit Beschleunigerphysik beschäftigt, eine, die Laserphysik betreibt und eine Abteilung für Super-Computer.“

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