Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 28°C

Bürostadt Niederrad: Bürostadt hat viel Potenzial

Von Wie die Bürostadt künftig auch zu einem lebenswerten Wohnviertel werden kann, dafür müssen in den kommenden Monaten die Voraussetzungen geschaffen werden.
ABG-Chef Frank Junker und die Stadtverordnete Ursula auf der Heide sehen die Bürostadt auf dem richtigen Weg. Bilder > ABG-Chef Frank Junker und die Stadtverordnete Ursula auf der Heide sehen die Bürostadt auf dem richtigen Weg.
Niederrad. 

Die Stadtverordnete Ursula auf der Heide (Grüne) und Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding, sehen Wege, wo noch keine sind, und Geschäfte in bislang leeren Erdgeschossen. Sie sehen eine Entwicklung, die erst am Anfang steht. Und das Potenzial, das in der Bürostadt steckt. „Wenn es heißt, dass sich hier keine richtige Nachbarschaft entwickeln wird, dann ist das Quatsch. Wenn man die Infrastruktur schafft, entsteht auch eine Nachbarschaft“, ist Junker überzeugt. Mit der ABG verfolgt er mehrere Bauprojekte im Viertel, baut nicht nur Wohnungen, sondern auch eine Kita und Raum für die Nahversorgung der Bewohner.

An Investoren, die neuen Wohnraum schaffen, mangelt es der Bürostadt schon seit einigen Monaten nicht mehr. Der kritische Punkt, hinter dem rege Bau- und Planungstätigkeit die Vermarktung vereinfachen, scheint überschritten. Aber Wohnungen alleine machen ein Quartier nicht zur Nachbarschaft, nicht wohnenswert.

Auf der Heide und Junker sehen jedoch auch bei den eher weichen Standortfaktoren Bewegung. „Es gibt schon jetzt Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten“, konstatieren sie beim Gang durch die Bürostadt. Und es sollen mehr werden. „Man muss mit den Hauseigentümern sprechen, dann ließen sich sicherlich einige Erdgeschosse finden, in die Geschäfte oder gastronomische Angebote einziehen könnten“, sagt auf der Heide. Man müsse eben nur miteinander ins Gespräch kommen, ausloten, was möglich ist.

 

Neue Wegeverbindungen

 

Auch etwa im Hinblick auf die Öffnung bislang für die Öffentlichkeit verschlossener Firmengrundstücke. Junker und auf der Heide schwebt vor, die Wegeverbindungen durch die Bürostadt für Fußgänger abzukürzen. „Wer schwere Einkaufstüten schleppen muss, ist um jeden Meter froh, den er nicht mehr laufen muss“, sagt die Stadtverordnete. Und auch Junker sieht in der Schaffung neuer Wegeverbindungen einen weiteren kleinen Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität. „Auch da gibt es sicher Gesprächsbereitschaft bei den Unternehmen. Das sind ja hier keine hochsensiblen Bereiche“, sagt der ABG-Chef. Das Unternehmen Nestlé bewegt sich derzeit ohnehin in eine solche Richtung. Bei den laufenden Um- und Anbauarbeiten auf dem Firmensitz soll auch ein öffentlich zugänglicher Park gestaltet werden.

In Sachen Wegeführung gibt es auch an anderer Stelle bereits Bewegung. Die Lyoner Straße, bislang für Fußgänger eher trennendes als verbindendes Element, soll an mehreren Stellen zusätzliche Überwege bekommen. Die Bepflanzung mit Lavendelhecken, angelehnt an die namensgebende Partnerstadt Lyon, sei bereits geplant, verrät auf der Heide. Mit ein paar Verschönerungsmaßnahmen und den neuen Querungsmöglichkeiten soll der Straße ihr trennender Charakter, so gut es geht, genommen werden. „Die Zielvorstellung ist eine funktionierende Wegeverbindung vom Mainufer durch die Bürostadt bis in den Stadtwald“, gibt Junker die Zielrichtung vor, die ihm als Investor im Quartier vorschwebt.

 

Neues Niederrad

 

Eine Idee, wer solche vergleichsweise kleinen Veränderungen im Quartier anstoßen könnte, haben die beiden auch. Die „Standortinitiative Neues Niederrad“ (Sinn) wäre prädestiniert, glauben sie. „Solche Gespräche mit Eigentümern, etwa über die Öffnung von Grundstücken für Fußgänger, könnte die ,Sinn’ gut führen“, glauben sie.

Die allerdings hat es sich erst einmal zum Ziel gesetzt, einen neuen Namen für die Bürostadt zu finden und dafür einen Wettbewerb veranstaltet. Der Name „Rothenham“ ist daraus als Sieger hervorgegangen (wir berichteten). Begeisterungsstürme hat der bislang eher nicht ausgelöst, und auch auf der Heide und Junker sind bestenfalls skeptisch. „Ich sehe einfach keine Notwendigkeit für einen neuen Namen. Die Bürostadt ist kein neues Viertel wie der Riedberg, und mit einer Stigmatisierung ist der Name auch nicht verbunden“, sagt Junker. Auch die Stadtverordnete sagt: „Bürostadt oder Lyoner Viertel sind etabliert. Man sollte den Niederrädern nichts vorsetzen, was sie am Ende überhaupt nicht annehmen, sondern als Bevormundung empfinden.“ Auch um die alten Niederräder nicht weiter von dem neuen Quartier zu entfernen, sondern es ihnen schmackhaft zu machen. „Die müssen das Gefühl haben, dass Niederrad wächst“, bringt Junker es auf den Punkt.

Eine wichtige Funktion könnte dabei dem S-Bahnhof und dem angrenzenden Grundstück von Mercedes zukommen. Der Bahnhof ist das Scharnier zwischen dem alten Niederrad und der Bürostadt. Und er soll ohnehin in den kommenden Jahren durch die Deutsche Bahn umgebaut werden – im Rahmen des Ausbaus des Gleisknotens Sportfeld. Die beste Chance, auch gleich an der Außenwirkung der Unterführung zu arbeiten. „Mit Licht und Farbe lässt sich da viel machen“, sagt auf der Heide. Erste Überlegungen für ein Konzept habe es bereits gegeben. „Und wenn man dann ein paar Geschäfte, einen Kiosk und einen Imbiss vielleicht, im Bahnhof unterbringt, dann ist die Wirkung auch gleich eine andere“, sagt Junker. Zusammen mit einer gastronomischen Nutzung eines Teils der Mercedes-Fläche, könnte ein echter Anziehungspunkt entstehen. Mit Mercedes wurden zwar noch keine Gespräche geführt, auf der Heide und Junker sind aber zuversichtlich, dass sich eine für alle Seiten gute Lösung finden ließe. Man müsse eben nur, wie in anderen Fällen auch, miteinander ins Gespräch kommen. Dann, da sind sich auf der Heide und Junker sicher, klappt es auch in der Bürostadt mit einer richtigen Nachbarschaft.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse