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Protest: Bunte Demo feiert Frankfurt als offene Stadt

Auf der „Demo für Vielfalt und Liebe“ in der Innenstadt setzen am Samstag Hunderte ein Zeichen gegen Homo- und Transphobie. Anlass war die Konferenz des rechtskonservativen Bündnisses „Demo für alle“ in Kelsterbach.
Mit bunt geschmückten Schirmen kamen diese beiden Frankfurterinnen auf die Kundgebung. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Mit bunt geschmückten Schirmen kamen diese beiden Frankfurterinnen auf die Kundgebung.
Frankfurt. 

Der Himmel über Frankfurt war grau, doch die Menschen an der Hauptwache feierten die Mainmetropole als offen und bunt. Die Teilnehmer der „Demo für Vielfalt und Liebe“ hatten sich am Samstagvormittag dort getroffen und waren nach einer Kundgebung in Richtung Hauptbahnhof gezogen. Auch einige Linksradikale hatten sich unter die Demonstranten gemischt, doch die Veranstaltung verlief durchweg friedlich.

Deren Anlass war ein Kongress des rechtskonservativen Bündnisses „Demo für alle“. Dieses wollte über das Thema „Die Folgen der Eheöffnung“ ursprünglich in Frankfurt tagen, gab als Veranstaltungsort dann aber am Freitag ein Kongresszentrum in Kelsterbach bekannt. Dorthin waren etwa 400 Teilnehmer und zehn Referenten gekommen, um sich laut Programm kritisch mit der im letzten Jahr vom Bundestag beschlossenen Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare, sowie Themen wie Adoptionsrecht und Leihmutterschaft auseinanderzusetzen und sich für das traditionelle Ehe-Modell für Frau und Mann auszusprechen.

Dagegen ging das Frankfurter Bündnis namens „Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt“ mit der „Demo für Vielfalt und Liebe“ auf die Straße. Dahinter stehen die Frankfurter Aidshilfe, Parteien, Kirchen, Vertreter des Magistrats und der hessischen Landesregierung sowie verschiedene Gruppen und Verbände aus der LGBTIQ-Community (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans- und Intersexuell sowie Queer).

In der Mitte der Stadt

Regenbogenfahnen und bunte Luftballons bestimmten die Kulisse an der Hauptwache. Christian Gaa von der Aidshilfe freute sich darüber, dass man sich nicht an den Rand drängen lasse, „dorthin wo die Gegenseite sich hin verzogen hat“. Ein Bündnis, das es „nicht mal in die Mitte der Stadt“ schaffe, repräsentiere „auch nicht die Mitte der Gesellschaft“, legte er nach. Frankfurt sei divers und bunt und werde dies auch immer bleiben, rief Gaa in die Menge.

Kai Klose, Staatssekretär und Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung der hessischen Landesregierung, bezeichnete das Bündnis „Demo für alle“ als eine „Demo für Ausgrenzung“. Klose warf den Initiatoren vor, nicht eine bestimmte politische Richtung zu bekämpfen: „Sie kämpft gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft. Sie versucht Angst und Hass nach Hessen zu tragen.“ Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erklärte, dass es in Frankfurt keinen Platz für homophobe Gruppen und Diskriminierung gebe. „Die Menschen in unserer Stadt genießen es, sich zueinander zu bekennen.“

Blockade in Kelsterbach

Nach Polizeiangaben belief sich die Teilnehmerzahl des Demonstrationszuges auf bis zu 2500 Teilnehmer. Denn nach und nach trafen in der Stadt Gegendemonstranten ein, die am Morgen direkt in Kelsterbach aufgetreten waren. Rund 150 Menschen hatten dort versucht, vor den Eingang des Tagungshotels zu ziehen, auch gab es eine kurze Sitzblockade. Diese hatte sich nach Polizeiangaben aber schon nach kurzer Zeit und ohne weiteres Zutun wieder aufgelöst. Die Veranstaltung von „Demo für alle“ begann mit einiger Verspätung.

Dort bezeichnete die Koordinatorin des Bündnisses, Hedwig von Beverfoerde aus Magdeburg, die Verabschiedung der Gesetzesänderung zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare einen „schwarzen Tag“ für die Gesellschaft. Dies sei verfassungswidrig. Beverfoerde betonte, sie und ihre Freunde hegten keinen Hass gegen Homosexuelle. „Jeder soll sein Leben so gestalten, wie er es für richtig hält.“ Nur könne sich nicht jede Lebensform zur Ehe erklären.

(bki, epd)

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