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Bunte Kissen für das neue Brustzentrum

Von Die Diagnose Brustkrebs ist ein Schock – in Deutschland ereilt diese Nachricht jährlich rund 75 000 Frauen. Auf die Behandlung spezialisiert sind Brustzentren – ein solches gibt es nun auch am Krankenhaus Nordwest. Gestern wurden dort 30 Herzkissen überreicht.
Prof. Dr. Ute-Susann Albert (3. v. l.) freut sich über die Herzkissen, die Astrid Wunderle (2. v. l.) und Corinna Saric (2. v.r. ) im Gepäck haben.	Foto: Rüffer Prof. Dr. Ute-Susann Albert (3. v. l.) freut sich über die Herzkissen, die Astrid Wunderle (2. v. l.) und Corinna Saric (2. v.r. ) im Gepäck haben. Foto: Rüffer
Praunheim. 

Von dem schwarzen Leder ist kaum noch etwas zu sehen. Auf der Couch stapeln sich unzählige Herzkissen in den unterschiedlichsten Pink- und Rosatönen. Mit Blümchen, Punkten sowie Streifen ist ein jedes auf seine Art ein Blickfang. Insgesamt sind es 30 solcher Kissen, die die Sitzfläche des Sofas belegen. Mitgebracht haben sie Astrid Wunderle und Corinna Saric aus dem Vorstand des Vereins Susan G. Komen – eine der größten Selbsthilfegruppen für Brustkrebspatientinnen.

Diese Herzkissen haben eine mittlerweile 20-jährige Tradition. Umso mehr freute sich bei der gestrigen Übergabe Prof. Dr. Ute-Susann Albert darüber, dass nun auch das Brustzentrum am Krankenhaus Nordwest die farbigen Stoffballen in Herzform an ihre Patientinnen verteilen kann. Seit Juli 2014 ist sie Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und baut das Brustzentrum auf. Um die onkologische Ausrichtung des Krankenhauses Nordwest noch mehr zu stärken.

 

Wunde wird entlastet

 

Die Herzform der Kissen hat zunächst einen praktischen Grund, erklärt Albert. „Nach der Brust-Operation ist es notwendig, dass die operierte Seite entlastet wird. Die Patientinnen klemmen sich das Herzkissen dafür unter die Achsel“, sagt die Ärztin.

Die ersten zwei Kissen fanden gestern bereits Abnehmerinnen – die Patientinnen Fatma Dodak und Gabriele Busche-Reichert nennen sie ab sofort ihr Eigen. Bei Fatma Dodak war die Rührung in den Augen deutlich zu sehen. „Auch das wollen wir erreichen, denn das Kissen ist ein Symbol. Da braucht es nicht viele Worte. Zumal einem die Diagnose Krebs meist ohnehin die Sprache verschlägt. Das Kissen geht von Herz zu Herz“, so Prof. Albert.

Genäht hat die Kissen in den vergangenen Tagen und Wochen Astrid Wunderle vom Verein. Die Stoffe wurden gespendet, einige Kissen bestehen zudem aus alten T-Shirts vom „Race for the Cure“ – dem jährlichen Wohltätigkeitslauf des Vereins für die Heilung von Brustkrebs. In Frankfurt gibt es die Veranstaltung seit dem Jahr 2000. „Vor drei Jahren habe ich mein erstes Kissen genäht, wie viele es bisher insgesamt sind, das weiß ich wirklich nicht“, sagt Wunderle. Die Hülle wird an der Maschine genäht, dann das Kissen gefüllt und die letzten Stiche schließlich mit der Hand gemacht.

Verteilt werden die übrigen 28 Herzkissen in den kommenden Tagen und Wochen auf der Station, direkt am Bett der Patientinnen. Gezwungen, solch ein Kissen zu nehmen wird niemand. Das ist sehr individuell – ebenso wie die Behandlungen der Patientinnen. „Wir stellen die möglichen Schritte vor und besprechen dann gemeinsam den Behandlungsverlauf“, erklärt die Brustkrebsspezialistin Ute-Susann Albert.

 

Brustkrebs bei Männern

 

Rund 75 000 Frauen sind es, die Jahr für Jahr mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert werden – als Neuerkrankung. „Zählt man alle Frauen mit dieser Diagnose kommt man auf weit über 400 000“, schätzt Albert. Dass auch 750 Männer ab 50 Jahren jährlich an Brustkrebs erkranken, wird dabei verschwiegen und ist noch immer ein Tabu-Thema. Das will das Brustkrebszentrum ändern, rund zehn Männer werden am Krankenhaus Nordwest mit dieser Diagnose jährlich behandelt. „Wir bauen ein Netzwerk im Rhein-Main-Gebiet auf und versuchen, das Thema mehr in den Fokus zu rücken. Das ist eines meiner Ziele“, sagt Albert.

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