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Ortsbeirat unterstützt privaten Anbieter: Carsharing erreicht Nieder-Eschbach

Peter Pittner will Car-Sharing in Nieder-Eschbach anbieten. In der jüngsten Bürgerfragestunde stellte er sein Vorhaben vor. Der Ortsbeirat 15 unterstützt sein Anliegen.
Peter Pittner steht auf einem der drei ungenutzten Taxi-Stellplätze in Nieder-Eschbach, die gerne für Carsharing nutzen würde. Foto: Holger Menzel Peter Pittner steht auf einem der drei ungenutzten Taxi-Stellplätze in Nieder-Eschbach, die gerne für Carsharing nutzen würde.
Nieder-Eschbach. 

„Was wird, wenn Sie keinen Platz von der Stadt bekommen? Könnten Sie nicht privat einen Stellplatz anmieten?“, fragte Beatrix Krings-Schütz (SPD) den Unternehmer Peter Pittner. Dieser versicherte: „Sie bekommen Car-Sharing. Ich fahre immer zweigleisig.“

Was Pittner vorhat, gibt es in der Innenstadt schon: Der Ford-Händler will Leihwagen seiner Marke anbieten. Allerdings: „Ford Carsharing ist stationsgebunden, es ist kein free flow“, erläuterte Pittner. Soll heißen: Während der Kunde bei Car2go beispielsweise, einem der großen Anbieter, das Auto an einem Bahnhof ausleihen und bei sich in der Straße abstellen kann, wo der nächste es leiht, geht das bei stationsgebundenen Autos nicht. Sie müssen immer an der Station ausgeliehen und zur Station zurückgebracht werden. „Deswegen eignet es sich für Kunden, die im Stadtteil wohnen“, erläuterte Pittner. Die großen Anbieter haben seiner Aussage zufolge kein Interesse an Carsharing-Fahrzeugen in den Stadtteilen.

In Hanau erprobt

„Ich würde zunächst ein Fahrzeug in Nieder-Eschbach stationieren“, so Pittner, der in seinem Fundus bereits 17 Carsharing-Autos an 15 Standorten hat, die meisten davon in Hanau. „Ich wohne in Nieder-Eschbach und arbeite in Mühlheim. Ich möchte es auch hier im Stadtteil anbieten“, sagte Pittner. Er sieht Chancen für das Fahrzeug und für sein Geschäftsmodell. 49 Euro kostet die Registrierung, Fixkosten entstehen keine. „Wir arbeiten mit Flinkster zusammen, dem Carsharer der Bahn. Somit können unsere Kunden in ganz Deutschland Autos ausleihen.“ Der Preis für einen Ford Ka jedoch beträgt bei Pittner 2,30 Euro pro Stunde, 19 Cent pro Kilometer kommen hinzu. Der nächstgrößere, ein Ford Fiesta, kostet fünf Euro pro Stunde. „Privatkunden sind sehr preissensibel“, sagt Pittner.

Deswegen die Anfrage an den Ortsbeirat. Pittners Idee: Einer der vielen Stellflächen am Park-und-Ride-Platz, versehen mit einem Schild „Ford Carsharing“, „ich würde auch eine Miete zahlen“. Allerdings, die exklusive Reservierung für sein Fahrzeug, Ford Carsharing, müsse schon sein. „Sonst könnte jeder free flow Wagen dort abgestellt werden.“

Öffentlich oder privat

Darüber entstanden in der Sitzung des Ortsbeirats 15 (Nieder-Eschbach) Fragen: Kann es sein, dass die Stadt exklusiv einem von mehreren Anbietern einen öffentlichen Stellplatz zuweist? Platz genug wäre da. Michael Stauder (CDU) wies auf die Taxi-Stellplätze in der Prager Straße hin: „Sie werden nie genutzt. Da könnte man doch Carsharing machen.“ Stefan Freiherr von Wangenheim (FDP) hingegen warnte vor der Exklusivität: „Andere Anbieter wollen auch in Nieder-Eschbach Angebote machen.“ Auch wenn, dies räumten die Ortsbeiräte ein, Pittner der Erste war, der auf sie zugekommen ist. Michael Paul (Grüne) verwies darauf, dass der Magistrat dem Ortsbeirat vor einem Jahr schon mitgeteilt habe, für Carsharing könne keine „öffentliche Verkehrsfläche“ genutzt werden. Dennoch entschied das Gremium mit breiter Mehrheit, den Magistrat zu bitten, für Ford Carsharing einen Platz auszuweisen, verbunden mit dem Versprechen, für weitere Anbieter werde das Straßenverkehrsamt das Gleiche möglich machen.

Pittner bestritt am Rande der Veranstaltung, dass es noch andere Anbieter gäbe: „Free Floater sind nicht auf ausgewiesene Plätze angewiesen, und weitere stationsgebundene Angebote soll es in Nieder-Eschbach meines Wissens nicht geben.“ Dass es nach derzeitiger Rechtslage auch nicht möglich sei, öffentliche Parkplätze zu kommerziellen Carsharing-Stellflächen zu machen, ficht Pittner auch nicht an: „In Hanau, wo ich acht Autos in Betrieb habe, ist dies doch auch kein Problem.“ Doch wie gesagt: Wenn der Magistrat oder das Straßenverkehrsamt sich quer stellen, mietet Pittner einfach die schon ausgeschaute Privatfläche an. „Nieder-Eschbach erhält auf jeden Fall ein Carsharing-Auto von Ford.“

(tjs)
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