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Neuer Zoodirektor: Casares will dem Frankfurter Zoo ein modernes Gesicht geben

Von Seine Erfahrung mit der Neugestaltung von Zoos gab den Ausschlag: Der Spanier Miguel Casares ist der neue Zoodirektor. Er muss nur von einem Büro ins andere ziehen.
Der neue Zoodirektor Miguel Casares kann seinen neuen Job in einem Satz beschreiben: „Wir arbeiten mit Menschen, Tieren und mit Menschen, die mit Tieren arbeiten.“ Er selbst spielt hier mit Weißkopfsakis. Foto: Arne Dedert (dpa) Der neue Zoodirektor Miguel Casares kann seinen neuen Job in einem Satz beschreiben: „Wir arbeiten mit Menschen, Tieren und mit Menschen, die mit Tieren arbeiten.“ Er selbst spielt hier mit Weißkopfsakis.
Frankfurt. 

Der Neue ist kein Fremder: Miguel Casares, bislang stellvertretender Direktor des Zoos, ist seit gestern Frankfurts König der Tiere. Der Magistrat stimmte seiner Berufung am Morgen zu, zum 1. Februar wird der Spanier seinen Job offiziell antreten.

Damit steht er fortan an der Spitze ausgerechnet des Zoos, in dem die Karriere des Veterinärs aus Madrid im Jahr 1990 als Praktikant begann. „Die Zusage zum Praktikumsplatz bekam ich damals noch von Richard Faust. Meine allerersten Erfahrungen habe ich in Frankfurt gesammelt“, erzählte der 51-Jährige gestern, als ihn Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) als neuen Zoodirektor präsentierte.

Bilderstrecke Frankfurt Historisch: Gepard, Bomben und 80's-Kids - Zeitreise durch den Zoo
Der legendäre Zoo-Direktor Bernhard Grzimek (Foto) ist das Gesicht der Historie des Frankfurter Tierparks. Wir haben im Archiv gestöbert und viele andere schöne, nostalgische und erstaunliche Bilder aus der Geschichte des Zoos gefunden – Fotos der Jahrhundertwende, vom Bombenterror und von Kinderfreuden der 80er-Jahre. 
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<b>1971</b></br></br>

Grzimek und seine Gepardin Cheeta waren Ikonen für Fernsehzuschauer und Tierfreunde in ganz Deutschland. Von 1956 an drehte der Hessische Rundfunk rund 175 Folgen der Sendung "Ein Platz für Tiere". Grzimek setzte sich Zeit seines Lebens für die Wildtiere, die Natur und deren Schutz ein. In Frankfurt gelang es ihm, den zerbombten Zoo wieder zu neuer Blüte zu führen.<b>1876</b></br></br>

Dieses Gemälde zeigt, wie die vornehmen Damen und Herren Frankfurt am See vor dem Gesellschaftshaus flanieren. Das Gesellschaftshaus wurde zwischen 1875 und 1876 errichtet. Es ist bis heute eines der Wahrzeichen des Frankfurter Ostends.<b>Unbekannt</b></br></br>

So war der Zoo um die Jahrhundertwende offenbar aufgebaut.

Nach jenen Monaten am Main folgte eine Karriere mit Stationen in verschiedenen Ländern: Er forschte an den Riesenschildkröten auf den Galapagos-Inseln, war Tierarzt im Zoo auf Teneriffa, arbeitete und lehrte an den veterinärmedizinischen Instituten der Unis in Zürich und Barcelona. Im Jahr 2000 kehrte er nach Madrid zurück. Der dortige Zoo stand kurz vor der Neueröffnung, Casares’ Aufgabe war es, den Einzug der Tiere und den Start des Betriebes zu koordinieren.

Vorbild Valencia

Für mehrere Zoos in Spanien, aber auch einen in Marokko hat er seitdem Konzepte für die künftige Gestaltung und Tierhaltung erarbeitet. Durch und durch seine Handschrift trägt der Bioparc in Valencia: Dieser wurde im Februar 2008 am Rande der Stadt neu errichtet und heimst seitdem viel Lob ein. Denn auf den zehn Hektar Fläche sind die Zäune und Gitter zwischen Menschen und Tieren praktisch unsichtbar. In den Gehegen, die ganze Landschaften nachempfinden, leben Tierarten wie Löwen, Giraffen und Gazellen scheinbar friedlich miteinander. Die Besucher sollen bei ihrem Rundgang die Gelegenheit haben, die Tiere quasi in ihren natürlichen Lebensräumen zu erleben.

Tierlandschaften wie diese hier im Bioparc Valencia wünscht sich Miquel Casares auch in Frankfurt. Bild-Zoom
Tierlandschaften wie diese hier im Bioparc Valencia wünscht sich Miquel Casares auch in Frankfurt.

„Das sind hochattraktive Anlagen für Besucher“, schwärmte Casares und gab unumwunden zu: „Es wäre wunderbar, wenn der Frankfurter Zoo dem in Valencia ein wenig ähnlich werden könnte.“ Mit der neuen Pinguin-Anlage haben sich die Frankfurter bereits in diese Richtung aufgemacht. Die Betrachter werden später quasi inmitten der Vogelkolonie stehen.

Zum Ende des Jahres soll diese bezogen sein. Damit ist das letzte größere Bauprojekt abgeschlossen, dass der Zoo aus einem Modernisierungspaket von 30 Millionen Euro bezahlen konnte. Wie es weitergeht, liegt in Casares’ Händen: „Wir werden sofort damit beginnen, einen detaillierten Masterplan für die Gestaltung des Zoos zu entwickeln“, kündigte der neue Direktor an. Für etliche Tierarten entspricht die Haltung nicht den heutigen Ansprüchen, Tierhäuser müssen ersetzt werden. Natürlich will Casares auch in Frankfurt zeigen, wie Arten miteinander vergesellschaftet werden können. Das, so versichert der neue Direktor, gehe auch auf kleinem Raum: „Der Zoo in Valencia hat zehn Hektar Fläche, also noch etwas weniger als der Frankfurter.“

Für die Besucher

Wie schon sein Vorgänger Prof. Manfred Niekisch begreift Casares den Zoo als Botschaft für den Tier- und Artenschutz. In diesem Sinne will er die Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), aber auch der Wissenschaft weiter vertiefen. Zugleich will er sein Konzept stark auf die Bedürfnisse der Besucher ausrichten: „Es muss uns gelingen, die Herzen zu erreichen.“

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Wer schon einmal im Frankfurter Zoo war, der weiß: Elefanten gibt es dort nicht. Nicht mehr. Denn vor mehr als 30 Jahren beherbergte das alte Elefantenhaus auch wirklich die grauen Dickhäuter. Die Elefantendame, die sich hier so artistisch gibt, hieß Baroda. Das Foto stammt aus dem Jahr <b>1978</b>. Damals lebte Baroda noch mit ihrer ganzen Familie in Frankfurt. Schon wenige Jahre später war sie der letzte Elefant vom Ostend. <b>1984</b> ging die Ära der Elefanten im Frankfurter Tiergarten schließlich nach 20 Jahren zu Ende. Baroda zog um nach Hamburg. 
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<b>Wir haben 15 schöne, traurige und erstaunliche Bilder der Frankfurter Elefanten gefunden, die Sie sehen sollten. </b><b>1984</b>
</br></br>Der Abschied. Weil das kleine Gehege nicht mehr zeitgemäß war, mussten nach und nach alle Elefanten Frankfurt verlassen. Als letztes ging Baroda. Sie zog in den Tierpark Hagenbeck in Hamburg.<b>1970</b>
</br></br>Die Elefanten genießen eine kalte Dusche von ihrem Pfleger.

Die Herzen seiner Kollegen hat der Neue offensichtlich schon während seiner Zeit als stellvertretender Chef erreicht. Dort wurde die Personalie gestern durchweg positiv kommentiert, vor allem Casares’ Umgang mit den Mitarbeitern wurde gelobt.

Der Spanier muss demnächst auch die Herzen der Frankfurter Parlamentarier erreichen, denn sie müssen neues Geld genehmigen, damit er seine Pläne auch realisieren kann. Im aktuellen Haushalt stehen noch keine zusätzlichen Summen. „Wir wollen Miguel Casares die Zeit geben, seine Vorstellungen zu entwickeln“, erklärte Stadträtin Hartwig die Pause. Grundsätzlich wisse man in der Stadtpolitik aber, dass die „dringende Notwendigkeit besteht, den Zoo weiterzuentwickeln.“

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