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Danziger Platz wird zum Gemüsebeet

Die Idee ist nicht neu – Stadtgärten gibt es bereits überall auf der Welt. Nur in Frankfurt nicht. Das soll sich jetzt ändern. Allerdings fehlt noch ein Sponsor.
Die Kulturmanagerin Daniela Cappelluti will den Danziger Platz zum Stadtgarten machen.	Foto: Kammerer Die Kulturmanagerin Daniela Cappelluti will den Danziger Platz zum Stadtgarten machen. Foto: Kammerer
Ostend. 

Daniela Cappelluti hat einen Traum. Die Kulturmanagerin und Moderatorin will einen Stadtgarten für Jedermann – den "Frankfurter Garten" – am trostlosen Danziger Platz im Ostend einrichten. Dort sollen Frankfurter – egal ob jung oder alt, Künstler oder Banker – Gemüse und Kräuter säen, jäten, bewässern und ernten. Dabei werden Holzkisten zu Hochbeeten, und auch leere Tetrapacks können bepflanzt werden. "Es handelt sich um einen mobilen Garten. Wir können in kurzer Zeit eine Fläche in einen Garten umwandeln, aber wir können mit der Idee auch nach Niederrad oder auf den Kulturcampus umziehen", sagt Cappelluti. Denn der Garten sei nur eine temporäre Zwischennutzung. Bis Ende Oktober 2014 habe sie eine Genehmigung von der Stadt bekommen. Dann könnten die Bauarbeiten für die nordmainische S-Bahn beginnen.

"Urban gardening"

Vor zwei Jahren wurde die 43-Jährige gefragt, ob sie nicht einen Stadtbauernhof eröffnen wolle. Sie hat sich im Internet schlaugemacht. "Schnell war mir klar, dass ich das nicht machen will, weil ich keine Lust habe, mich um Tiere zu kümmern", sagt sie. Aber das Thema "Urban Gardening" ließ sie nicht mehr los. "Überall auf der Welt gibt es dieses Konzept, nur in Frankfurt noch nicht." Eine Idee entstand. Cappelluti holte sich mit Tim Kallenbach, Sandra Koch und Petra Manahl Unterstützung. "Ohne meine alten Freunde würde das gar nicht alles gehen", sagt sie. Im Januar 2012 hatten sie ihren Plan der Stadt vorgestellt. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Bürgermeister Olaf Cunitz (beide Grüne) waren begeistert und fungieren heute als Schirmherren, ebenso wie Investor Ardi Goldman. Ein passender Ort wurde gesucht. Die Nidda wurde vorgeschlagen. "Aber wir wollten in die Stadt rein", so Cappelluti. Und so kam man schnell auf den Danziger Platz. "Ich finde es toll, dass wir nicht im Nordend gelandet sind, sondern in einem Stadtteil, der mit dem Bau der Europäischen Zentralbank gerade im Umbruch ist", so Cappelluti.

Ein Ämter-Marathon und die Jagd nach Sponsoren begannen. Das Projekt wurde größer und größer, so dass die ehemalige Projektmanagerin in einer Werbeagentur gar ihren Job an den Nagel hängte. Stattdessen reiste sie nach Berlin, machte eine Beratungswoche im Prinzessinnengarten, schaute sich "Urban Gardening"-Projekte in New York City an. Cappelluti selbst hat vom Gärtnern keine Ahnung. Sie besitze zwar gemeinsam mit Freunden einen Schrebergarten am Lohrberg. "Doch da bauen wir kein Gemüse an."

15 Helfer

Langsam und Schritt für Schritt kommen Cappelluti und ihr Team ihrem Traum näher. Mittlerweile hat sie 15 Helfer, die gemeinsam mit ihr das Projekt auf die Beine stellen. Darunter ist auch die Architektin Anja Ohliger von osa (office for subversive architecture). Sie sagt: "Ich kitzel‘ gerne das Besondere an einem Ort heraus. Es gibt keine schlechten Plätze, nur verkannte. Am Danziger Platz wollte ich schon immer mal was machen. Und jetzt machen wir mit dem Gemeinschaftsgarten den Ort zu einem Ort. Wir schärfen seine Identifikation."

Ein großer Sponsor blieb bisher aus. Er werde noch dringend gesucht. Aber Cappelluti und ihr Team konnten einen ersten Erfolg verbuchen: Letzte Woche hat die Baumarktkette Hornbach finanzielle und materielle Unterstützung zugesagt. Ab März soll der erste "Frankfurter Garten" aufgebaut werden. Und Cappelluti kann ihren Traum vom grünen Stadtgarten in die Realität umsetzen.jlo

Am 27. Februar treffen sich Interessierte um 19 Uhr im Café am Ostbahnhof.

(Julia Lorenz)
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