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Kriminalität: Das Blaue Haus ist abgebrannt

Von Schon wieder brannte es in Frankfurt, wieder ein Gebäude aus Holz, diesmal in Niederrad. Im Licht- und Luftbad wurde das „Blaue Haus“ ein Opfer der Flammen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 70 000 Euro. Ob es wieder Brandstiftung war, wird zurzeit ermittelt.
Im Einsatz: Ein Feuerwehrmann löscht die Flammen, die aus dem Blauen Haus schlagen. Im Einsatz: Ein Feuerwehrmann löscht die Flammen, die aus dem Blauen Haus schlagen.
Frankfurt. 

Am frühen Morgen um 3.30 Uhr schrillten die Sirenen. Kräfte der Berufsfeuerwehr machten sich auf den Weg nach Niederrad. Dort, im Licht- und Luftbad, brannte das Blaue Haus. Am Tag danach ist das ehemalige Bootshaus eine Ruine. Ob es abgerissen werden muss oder instand gesetzt werden kann, war gestern unklar.

„Wir waren anfangs mit 15 Mann und mehreren Fahrzeugen im Einsatz“, berichtete Thomas Koch, Sprecher der Feuerwehr. „Gegen acht Uhr morgens waren die letzten Glutnester gelöscht.“ Brandstiftung oder nicht? Die Polizei ermittelt, konnte am Sonntag noch keine Angaben machen. Wichtig immerhin: Niemand wurde verletzt. Im Vorjahr sind wiederholt frei stehende Holzgebäude angezündet worden, zuletzt der Goetheturm in Sachsenhausen (siehe Beitrag unten).

Haus weg, Verein ratlos

Für Ioannis Kaklamanos, den Vorsitzenden des „Vereins Blaues Haus“, ist es eine Katastrophe – und völlig offen, wie es weitergeht mit der Arbeit. Der Verein, der sich die „Organisation künstlerischer, wissensfördernder und handwerklicher Aktivitäten“ auf die Fahne geschrieben hat, betrieb im Blauen Haus eine Begegnungsstätte. Seit 2009 haben Vereinsmitglieder in viel Eigeninitiative das halb verfallene, ehemalige Bootshaus herausgeputzt und in einen guten Zustand gebracht.

Die letzte Ausstellung in dem Holzhaus am Mainufer sei im Dezember gewesen, doch nach der Winterpause hätte das Programm im März oder April wieder losgehen sollen. „Das wird jetzt nichts.“ Doch noch sei es zu früh zu sagen, wie es weitergeht mit dem Verein, sagte Kaklamanos.

„Ich will nicht spekulieren, was die Ursache des Feuers gewesen sein könnte“, so der Vereinsvorsitzende. Womöglich Brandstiftung, vielleicht aber auch ein Kurzschluss in der Elektrik, oder der Fehler eines Obdachlosen. Unter dem Vordach des Blauen Hauses konnten sie im Winter schlafen.

Was in der Nacht auf Sonntag dort am Mainufer passiert ist, muss die Polizei herausfinden. „Die Brandermittler waren schon da, haben sich rund um das Haus umgeschaut“, sagte Polizeisprecher Manfred Füllhardt. „Es war nichts Auffälliges zu erkennen. Sie müssen also direkt ins Haus zu den Brandresten.“ Dies war am Sonntag nicht möglich, weil die Brandreste noch zu heiß waren. „Wir suchen Zeugen“, so Füllhardt. Möglich als Brandursache sei ein technischer Defekt, eine fahrlässige Brandstiftung, bestätigt Füllhardt die Vermutungen des Vereinschefs, vorsätzliche Brandstiftung kann er aber auch nicht ausschließen.

Keine Obdachlosen getroffen

Die Feuerwehr hat bei ihrem Einsatz keine Obdachlosen in der Nähe angetroffen. Vielleicht waren in der Nacht zum Sonntag keine da, oder sie sind geflohen, als sie das Feuer bemerkt haben. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden, denn es könnten wichtige Zeugen sein, falls es sich um eine Brandstiftung gehandelt hat.

Die Feuerwehr wurde gegen 3.30 Uhr alarmiert. Eine halbe Stunde später ging der Alarm auch in der nahe gelegenen Uniklinik los: „Durch die Löscharbeiten entstand viel Rauch“, so Koch, „und der Wind blies diesen Rauch Richtung Uniklinik.“ Dort reagierten die Rauchmelder im Wirtschaftsgebäude, was einen weiteren Feuerwehreinsatz zur Folge hatte. Patienten waren nicht betroffen.

Update: Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Der Goetheturm, ein Wahrzeichen Frankfurts, steht am 12.10.2017 in Frankfurt am Main (Hessen) in Flammen. Foto: dpa
Chronologie Die Frankfurter Brand-Serie 2017-18

Eine Lagerhalle in Seckbach ist in der Nacht zum Sonntag abgebrannt. Das Feuer schließt an eine Brand-Serie an, die Frankfurt seit Monaten in Atem hält.

clearing
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