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SPD will Pfandringe an Mülleimern im Frankfurter Süden anbringen: Das Flaschensammeln erleichtern

Von Andere Städte haben es schon versucht – mal mit Erfolg, mal ohne. Die Rede ist von besonderen Halterungen an Mülleimern, in die Pfandflaschen hineingestellt werden. Diese würde sich die SPD auch für den Frankfurter Süden wünschen. Umweltdezernat und FES sind aber skeptisch.
Ein alter Mann trägt seine gesammelten Pfandflaschen in Plastiktüten durch die Stadt. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ein alter Mann trägt seine gesammelten Pfandflaschen in Plastiktüten durch die Stadt.
Frankfurter Süden. 

Egal ob man durch die Terminals am Flughafen, durch den Hauptbahnhof, über die Schweizer Straße, die Zeil oder durch die Wohnsiedlungen im Frankfurter Süden läuft, überall sieht man sie: Flaschensammler, die ihren Arm tief in die Mülleimer dieser Stadt stecken oder mit einem langen Stab darin wühlen, immer auf der Suche nach weggeworfenen Pfandflaschen, die sie zu Geld machen können.

Kein Wühlen mehr

„Mir fällt es immer wieder schwer, dies mitansehen zu müssen“, sagt Thomas Murawski von der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen). Zudem sei das Wühlen in den Abfalleimern nicht nur entwürdigend, sondern auch gefährlich, wenn die Pfandsammler in Scherben greifen. Glas und Plastik würden im Wertstoffkreislauf bleiben und nicht vernichtet werden. Deshalb wünscht sich der Stadtteilpolitiker, dass an öffentlichen Mülleimern im Frankfurter Süden Pfandringe angebracht werden. Dies sind an Abfalleimern angebrachte Halterungen, in die Passanten ihre leergetrunkenen Pfandflaschen hinein stellen können anstatt sie wegzuwerfen. Ein entsprechender Antrag steht heute auf der Tagesordnung des Ortsbeirats zur Diskussion.

Mindestens zehn solcher Pfandringe können sich die Sozialdemokraten probeweise für ein Jahr in Alt-Sachsenhausen, am Mainufer, auf allen größeren öffentlichen Plätzen in den südlichen Stadtteilen sowie rund um die Commerzbank-Arena vorstellen.

Mal Erfolg, mal nicht

„Ein Freund aus Nordrhein-Westfalen hat mich auf die Idee gebracht“, sagt Murawski. Denn die Pfandringe werden derzeit in Düsseldorf getestet. Seit zwei Monaten gibt es dort an 24 Mülleimern an stark frequentierten Orten Pfandringe. Nach einem Jahr Testphase soll in Düsseldorf über einen langfristigen Einsatz der Halterungen entschieden werden. Bisher ist die Entsorgungsfirma Awista zufrieden mit dem Test. Bis auf ein paar vereinzelte Coffee-to-go-Becher, die sich in die Ringe verirren, gibt es keine Probleme.

Auch andere Städte wie Köln, Stuttgart, Berlin und Bamberg haben die Halterungen schon ausprobiert – aber eher ohne Erfolg. Statt der Pfandflaschen haben sich dort in den Halterungen allerlei anderer Müll angesammelt, was das Reinigen schwieriger macht.

„Die Pfandringe stellen eine zusätzliche Vermüllung des Straßenbildes dar“, sagt deshalb auch Janina Steinkrüger, Sprecherin von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Die Tests in den anderen Städten hätten gezeigt, „dass der hehre Gedanke hinter den Pfandringen von der Realität überholt wird“. Steinkrüger sagt weiter: „Wenn nur Pfandflaschen den Weg in die Halterungen finden würden, wäre das wirklich eine gute Sache, aber nicht so.“

Ähnlich sieht man dies bei der Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft (FES). „Wir haben uns bei der Großstädterunde mit den Kollegen ausgetauscht“, sagt Sprecher Michael Werner. Das Fazit: Statt sauberer werde es rund um die Abfalleimer schmutziger. „Die Pfandringe sehen schnell schmuddelig aus. Wir können sie aber nicht jeden Tag reinigen. Das ist zu viel Arbeit.“ Zudem sei in den anderen Städten beobachtet worden, dass nicht nur Obdachlose nach den Pfandflaschen greifen, sondern auch gut betuchte Menschen. „Das Geld landet letztlich gar nicht wirklich bei den Bedürftigen.“

Doch Thomas Murawski will weiter für die Pfandringe kämpfen, hofft auf die Unterstützung der Kollegen im Ortsbeirat – auch über Parteigrenzen hinweg. Er sagt: „Mich stört es, wenn man Dinge nicht einfach mal ausprobiert.“

 

Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) tagt am heutigen Freitag, 25. November, bei der Suchthilfe Fleckenbühl, Kelsterbacher Straße 14. Los geht es um 20 Uhr. Achtung: Eine Stunde später als gewohnt.

 

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