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Günes Theater führt die Bühne weiter: Das Internationale Theater ist gerettet

Mit Hochdruck hat der bisherige Chef Jan Mayer für sein Internationales Theater einen Nachfolger gesucht. Mit dem Trägerverein „Ora da!“ ist dieser jetzt gefunden.
Müjdat Albak, Tülay Yongaci und Cüneyt Sezer (v.l.) suchen neue Räume für ihre Bühne und retten damit das Internationale Theater. Müjdat Albak, Tülay Yongaci und Cüneyt Sezer (v.l.) suchen neue Räume für ihre Bühne und retten damit das Internationale Theater.
Ostend/Gallus. 

Sein Nachfolger solle im besten Falle „künstlerisches Fingerspitzengefühl, wirtschaftliches Denken und Organisationsfähigkeit“ mitbringen. Am Besten sollte er so etwas ähnliches schon gemacht haben. Das erklärte Jan Mayer vom Internationalen Theater in der Hanauer Landstraße kürzlich im FNP-Interview.

Das Team um Müdjat Albak, einer von drei Vorständen von „Ora da!“ vereint diese Vorstellungen Mayers von einem Traumkandidaten. Die Vorstände von Ora Da! (Tülay Yongaci, Müjdat Albak und Cüneyt Sezer) treten am 1. September als Mitglieder in den Trägerverein des Internationalen Theaters ein. Albak wird zum 1. Janaur 2018 dann Alleinvorstand.

Man merkt Mayers Pressemitteilung an, dass er froh und erleichtert ist, dass die Arbeit des Internationalen Theaters fortgeführt werden kann. Kleinen Gruppen eine kulturelle Heimat zu geben, einen Auftrittsort auch für regionale Künstler zu schaffen, Kinder und Jugendlichen eine Bühne zu geben – all diese Konzepte des Internationalen Theaters werden die Akteure von „Ora da!“ weiterleben lassen. Der Trägerverein betreibt bereits das türkische Günes-Theater in der Rebstöcker Straße, das Theater als eine „poetische Aktion im Raum“ versteht. Zu sehen gibt es dort eine Mischung aus westlichen Theaterformen wie Commedia dell’arte und Clownstechniken, und östlichen Formen des Theaters wie persisches Tazieh und No-Theater.

Neue Räume gesucht

„Wir haben schon seit einiger Zeit nach größeren Räumen gesucht“, erklärt „Ora da!“-Chef Müdjat Albak. Vor allem die sehr niedrige Decke im Günes-Theater mache die Arbeit für Schauspieler und Regisseur schwer, gewisse Dinge würden wegen der geringen Höhe überhaupt nicht funktionieren, betont Albak. Und für große Produktionen sei der Zuschauerraum eigentlich zu klein – nur 140 Gäste fänden dort Platz. Deshalb habe man jetzt die Gelegenheit ergriffen, um die Bühne in der Hanauer Landstraße weiterzuführen. „Ich kenne Jan Mayer seit dem Jahr 2004. Er hat mit vier potenziellen Nachfolgern gesprochen; ich bin froh, dass wir den Zuschlag bekamen“, sagt der aus der Türkei stammende Schauspieler, der seit 1997 in Frankfurt lebt und arbeitet.

1991 hatte Albak eine erste Theatergruppe gegründet, sieben Jahre später hatte er mit Yongaci und Sezer das Günes-Theater initiiert. Seit 2004 ist die Bühne in der Rebstöcker Straße zu Hause. Etwa 140 Vorstellungen werden jährlich gespielt, auch Gastspiele im Internationalen Theater waren schon dabei.

Die Schwerpunkte des Internationalen Theaters werden bleiben. Dank des neuen Trägers kommen neue Aspekte hinzu. Eine neue kulturelle Sparte wird das „Tiyatro Türk“ sein (auf deutsch „türkisches Theater“). Hier werden sowohl die Produktionen des Günes-Theaters als auch türkische Musik präsentiert. Ausschau halten sollte man auch nach den Veranstaltungen, die unter dem Rahmen „Transkulturelles Theater“ zusammengefasst werden. Hier soll es viel um den Themenkomplex Migration und Integration gehen; neue kulturelle Formen können in einer Art „Theaterlabor“ erprobt werden. Jan Mayer hofft für das Internationale Theater auf eine neue Zielgruppe dank der Kooperation: Die türkische Bevölkerung mache rund 20 Prozent aller in Frankfurt lebenden Ausländer aus, rechnet er vor.

Hilfe der Stadt nötig

Mayer, der fast zwei Jahrzehnte lang viel Herzblut in den Betrieb des Internationalen Theaters gesteckt hat, mahnt aber auch jetzt zu seinem Abschied und dem bevorstehenden Neubeginn bei aller Euphorie einmal mehr: Angesichts der Raumkosten (jährlich rund 110 000 Euro) und der Personalkosten (jährlich rund 120 000 Euro) werde das Theater auch weiterhin von der finanziellen Unterstützung der Stadt Frankfurt abhängig sein.

Das bestätigt Albak. Man werde auch mit der Stadt Gespräche führen. Er sagt aber auch: „Wir haben ein gutes Netzwerk zu türkischen Institutionen und Organisationen“. Es gibt also offenbar Geldgeber.

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