Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Chinesischer Unternehmer zahlt den Umbau: Das „GoetheLab“ erhält eigene Räum

Von Ein Forschungszentrum für Schüler entsteht derzeit auf dem Campus Riedberg. Das GoetheLab-Zentrum hat sieben Laborräume auf 300 Quadratmetern. Schülerlabore verschiedener Fachbereiche belegen die Räume, um zum Teil gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten.
Der Chemiker Prof. Arnim Lühken zeigt die Ausstattung des Strahlenlabors. Bilder > Foto: Rainer Rüffer Der Chemiker Prof. Arnim Lühken zeigt die Ausstattung des Strahlenlabors.
Riedberg. 

Schüler von zwölf bis 19 Jahren kommen klassen- oder kursweise auf den Campus Riedberg. Sie erleben einen Tag lang Wissenschaft hautnah, können die Uni kennenlernen und mit Forschern sprechen. In einem großen Zentrum sollen die Schülerlabore nun zusammenarbeiten.

Alte Max-Planck-Räume

„Die Räume bestehen schon“, sagt Prof. Arnim Lühken, Chemie-Didaktiker und einer der Väter der Schülerlabore an der Universität. „Sie sind seit dem Umzug des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung frei.“ Das Institut hatte Laborräume in dem großen Werkstatt-Gebäude, einem Flachbau zwischen den Fakultätsgebäuden der Physik und der Geowissenschaft. Seit dem Umzug stehen sie leer. Die Begehrlichkeiten der verschiedenen Forschergruppen waren groß, Nachnutzer der gut ausgestatteten Labore zu werden. Doch daraus ist nichts geworden; das Präsidium der Goethe-Universität hat entschieden, die Räume dem GoetheLab-Zentrum zu überlassen. Im Januar wird eröffnet. GoetheLab – dahinter verbirgt sich ein Projekt, bei dem die Schülerlabore der verschiedenen Fächer Themen gemeinsam bearbeiten.

Zum Beispiel Mobilität. Ob man hier Sportmediziner und Biologen fragt, wie der Mensch sich bewegt, ob man Geografen und Künstler fragt, wie Wege in der Stadt beschaffen sein sollten, ob man Soziologen und Chemiker fragt, wer Elektromobilität benötigt und wie die Batterien aussehen könnten: „Immer setzen sich verschiedene Fächer mit einem Thema auseinander.“

„Das GoetheLab gibt es seit 2014, doch bislang musste man immer einen freien Raum suchen“, so Lühken. Die Schülergruppen waren mal in dem einen, mal in dem anderen Schülerlabor der angeschlossenen Kooperationspartner. Das Lab-Zentrum bietet jetzt Platz dafür.

Förderer Yi Shi Bild-Zoom
Förderer Yi Shi

Die Räume sind fachbezogen eingerichtet. Mit rund 50 Quadratmetern den größten Raum bekommen die Physiker, löst ihr Fachbereich doch sein eigenes Schülerlabor auf. „Im Gegensatz dazu bleiben die Schülerlabore der Chemie und der Biologie bestehen“, betont Lühken. Trotzdem erhält das Schülerlabor Chemie kleinere Laborräume, und auch ein Mikroskopierraum für die Biologen wird eingerichtet. Der besondere Clou jedoch: Es wird ein Strahlenlabor entstehen.

Die Instrumente sind schon da. Sie haben es in sich: Beschleuniger, Gamma-Spektroskope und anderes erhielt die Universität geschenkt. Spender ist die Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt. Sie hat ihr Schülerlabor aufgegeben.

 

Derzeit laufen die Umbauarbeiten im neuen Zentrum. „Man glaubt ja, das sei alles fertig, wir müssten nur einziehen“, sagt Lühken, „doch das ist nicht so.“ Es müsse vieles zurückgebaut werden: Laborausstattungen wie Lüftung, die jetzt, für die Schülerlabore, nicht mehr erforderlich sind. Hinzu kommt die Abnahme durch die Arbeitssicherheit. Bis das Schülerlabor im neuen Jahr eröffnet, werden 80 000 Euro Umbaukosten angefallen sein.

Ex-Student zeigt Dankbarkeit

Diese zahlt ein Förderer der Goethe-Universität: Yi Shi (27) hat in Frankfurt Informatik studiert und 2009 in China ein Unternehmen gegründet. Inzwischen macht er nach eigenen Aussagen „einen zweistelligen Millionengewinn im Jahr. Dafür bin ich der Goethe-Universität sehr dankbar.“ 300 000 Euro spendete er für das GoetheLab. „Was wir nicht für die Umbaukosten benötigen, können wir für Personal verwenden“, so Lühken.

An mehreren Tagen in der Woche wird das Zentrum im neuen Jahr mit Schülergruppen belegt sein. „Wir haben eine so große Nachfrage, die Schülerlabore sind ausgebucht“, sagt Lühken. Die Schülerlabore der Chemie und der Physik werden jährlich von je 1500 Schülern besucht.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse