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Grüne fürchten um Zukunft der Einrichtung: Das bedeutet das Stadtteilbüro für das Bahnhofsviertel

Von Die Grünen im Ortsbeirat 1 machen sich Sorgen um die Zukunft des Stadtteilbüros Bahnhofsviertel. Die Finanzierung läuft Ende des Jahres aus. Aber warum ist es überhaupt so wichtig für den Stadtteil?
Julia Wahl (links), hier mit der Künstlerin Birgit Arp zu sehen, gehört zu den vier Mitarbeitern im Stadtteilbüro Bahnhofsviertel. In den Räumen gibt es natürlich ein Modell des Quartiers. Foto: Salome Roessler Julia Wahl (links), hier mit der Künstlerin Birgit Arp zu sehen, gehört zu den vier Mitarbeitern im Stadtteilbüro Bahnhofsviertel. In den Räumen gibt es natürlich ein Modell des Quartiers.
Bahnhofsviertel. 

Das Quartier schläft fast nie, es ist immer in Bewegung. Geschäftsleute gehen, wenn sich ihre Kunden durch die Drogenszene belästigt fühlen, es kommen aber auch neue Investoren und bauen repräsentative Gebäude wie die Gründerzeithäuser in der Kaiserstraße um. „Es gibt ja immer mal solche Probleme, aber es werden demnächst in der Niddastraße Büros zu Wohnungen umgebaut“, weiß Julia Wahl, Mitarbeiterin im Stadtteilbüro Bahnhofsviertel.

Seit zehn Jahren findet im Stadtteilbüro, das im Juni 2015 von der Moselstraße in die Gutleutstraße 16 a gezogen ist, ein reger Austausch über diese Entwicklungen im Quartier statt, ergänzt durch die ein oder andere Ausstellung und sonstige kulturelle Events. Doch die Finanzierung durch die Förderlinie Bahnhofsviertel und das Bund-Länder-Programm Stadtumbau geht in diesem Jahr zu Ende.

Die Grünen im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Altstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) machen sich Sorgen um den Fortbestand der Einrichtung und legen deshalb in der nächsten Sitzung des Gremiums einen Antrag vor, in dem sie eine Verlängerung der Förderung nach Ablauf des Jahres fordern.

„Das Bahnhofsviertel befindet sich weiter im Wandel und die angestammte Bewohnerschaft und alteingesessene Betriebe spüren den Druck“, betont Fraktionssprecher Andreas Laeuen. „Das Stadtteilbüro hat bislang alle Beteiligten über die Planungsziele und Vorhaben des Magistrats informieren können und alle Anregungen aufgenommen.“ Die identitätsstiftende Arbeit des Büros sei deshalb ein wichtiger Motor im Viertel gewesen, auch um so manchen Investorenwunsch abzumildern.

„Was die Stadt plant, muss auch künftig im Viertel kommuniziert werden, damit sich die Leute darauf einstellen und entsprechend agieren können“, fordert Jessica Purkhardt, Sprecherin der Grünen im Ortsbezirk 1. „Das Stadtteilbüro hat bei der Information der Beteiligten über Planungsabsichten hervorragende Arbeit geleistet und wichtige Anregungen und Impulse an die Stadtregierung zurückgespiegelt.“

Andere Schwerpunkte

„Bevor wir über eine Verlängerung der Finanzierung nachdenken, sollten wir auch über neue inhaltliche Schwerpunkte des Stadtteilbüros reden“, sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. Denn viele Aufgaben, die das Stadtteilbüro bisher übernommen habe, würden mit dem Auslaufen des Förderprogramms Bahnhofsviertel so nicht mehr angeboten.

Julia Wahl könnte sich ein Programm zur Stärkung der Nachbarschaft vorstellen oder auch neue soziokulturelle Projekte. Oskar Mahler, ehemaliger Vorsitzender des Gewerbevereins Bahnhofsviertel, regt an, das Büro könne auch weitere Aufgaben übernehmen – etwa die Einlagerung eines Archivs zur Geschichte des Bahnhofsviertels.

Fördermittel bis 2022

„Solche Themen oder auch ein Bezug zur Problematik der Drogenszene bräuchten allerdings eine Neukonzeption“, sagt Gellert. Beim Bund-Länder-Programm Stadtumbau könnten Fördermittel noch bis zum Jahr 2022 beantragt werden, für weitere Mittel über die Förderrichtlinie Bahnhofsviertel bräuchte es einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Denn es werden mehrere zehntausend Euro im Jahr bereitgestellt werden müssen, weil es neben der Miete für das Büro auch Kosten für qualifiziertes Personal brauche, um neue Konzepte zu erarbeiten. Die vier Mitarbeiter des Stadtteilbüros arbeiten im Auftrag der Stadt, könnten auch bei anderen Projekten beschäftigt werden könnten. „Allerdings ist mir das Bahnhofsviertel mit seinen Menschen und seinem Flair inzwischen auch ans Herz gewachsen“, gibt Wahl zu verstehen.

 

Der Ortsbeirat 1 tagt am Dienstag, 17. Januar, um 19 Uhr in der Hellerhofschule (Mensa) in der Idsteiner Straße 47

 

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