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Ausblick: Das bringt den Frankfurtern das Jahr 2018

Von Für Peter Feldmann ist es eines der Glanzlichter: die Feier zur Eröffnung der rekonstruierten Altstadt im September. Ob er das rote Band durchtrennt, entscheiden Ende Februar die Wähler. Zwölf Frauen und Männer wollen Oberbürgermeister werden: eine wichtige Weichenstellung für die nächsten sechs Jahre im Römer.
Diese Nachbarn aus Bornheim kamen glanzvoll ins neue Jahr. Bilder > Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Diese Nachbarn aus Bornheim kamen glanzvoll ins neue Jahr.
Frankfurt. 

Also, wenn da nicht für jeden etwas dabei ist . . . Fünf Frauen und sieben Männer stellen sich am 25. Februar zur Wahl. So viele Kandidaten gab es bei keiner Oberbürgermeister-Wahl zuvor. Vor sechs Jahren waren es nur zehn – und nur zwei davon feiern in der nun beginnenden heißen Phase des Wahlkampfs ein Wiedersehen: die Linke Janine Wissler und das amtierende Stadtoberhaupt Peter Feldmann (SPD). Die übrigen Kandidaten sind neu im Geschäft, wobei die meisten auf eigene Rechnung unterwegs sind. Von den neun Römer-Fraktionen schicken außer SPD und Linken nur die CDU, die Grünen und Die Partei (Die FRAKTION-Fraktion) eigene Bewerber ins Rennen.

Nicht zuletzt wegen der Fülle der Bewerber ist zu erwarten, dass die mehr als 500 000 Wahlberechtigten am 11. März erneut ihre Stimme abgeben können, wenn es zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten kommt, die am 25. Februar die meisten Stimmen erhalten hatten. Das waren 2012 Feldmann und der CDU-Mann Boris Rhein. 35,1 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme ab – und es obsiegte Feldmann deutlich mit 57,4 Prozent. Die Hoffnungen der CDU ruhen dieses Mal auf Bernadette Weyland, auf dass an der Spitze Frankfurts nach Petra Roths Rückzug 2012 wieder eine Christdemokratin steht. Es geht um nichts weniger als darum, wer bis 2024 im Römer den Ton angibt.

Aber kümmern wir uns zunächst weiter um 2018!

Wer meint, er hätte mit seiner Stimmabgabe bei der OB-Wahl seiner Bürgerpflicht schon genügt, der täuscht sich. Im Herbst ist auch Landtagswahl – und zumindest die politisch Handelnden in Frankfurt werden gebannt verfolgen, ob die schwarz-grüne Regierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier wird weiterregieren können. Schließlich empfinden nicht wenige das Verhältnis zwischen der Landespolitik in Wiesbaden und den Verantwortlichen in Hessens größter Stadt als äußerst angespannt. Und mehrere Male hat Frankfurt sich vom Land finanziell benachteiligt gefühlt. Wie groß der Einfluss auf die künftige Landesregierung sein wird, hängt auch davon ab, wie viele Frankfurter den Sprung nach Wiesbaden schaffen werden. Bei der Wahl 2014 zogen 15 Abgeordnete aus fünf Parteien in das Parlament ein.

Bilderstrecke Diese Frankfurt-Schlagzeilen wünschen wir uns für 2018

Platzhirsch Fußball

2018 wird für Frankfurt auch ein sportlich bedeutendes Jahr. Und das nicht nur mit Blick auf die Eintracht, die nach überzeugender Hinrunde Richtung Europa schielt; auch nicht vor dem Hintergrund der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und der zu erwartenden Party-Stimmung auf den Fan-Meilen. Nein, es geht auch eine Stufe tiefer – wobei die geplante Übergabe der Rennbahn durch die Stadt Frankfurt an den Deutschen-Fußball-Bund im Juni schon auch – pardon: schon au’ (Jogi-Löw-Sprech) – weitreichende Folgen hat. Der DFB will auf dem Gelände seine Fußball-Akademie errichten. Auf Frankfurter Boden soll dann künftig der Maßstab für moderne Ausbildung von Trainern und Spielern gelegt werden. Nachdem der lange währende Rechtsstreit mit dem Rennklub in den zentralen Fragen zugunsten der Stadt entschieden worden ist, will die Stadt im Frühjahr die Haupttribüne abreißen. Im Herbst will der DFB mit den eigentlichen Arbeiten beginnen – 2022 soll das Schmuckstück dann fertiggestellt sein.

Früher fertig werden vier Sportplätze, die in diesem Jahr in Kunstrasenplätze umgewandelt werden. Es handelt sich um die städtischen Sportanlagen an der Riedhalsstraße in Harheim, der Hahnstraße in Niederrad, an der Pfortenstraße in Fechenheim und der Hans-Böckler-Straße in Unterliederbach. Die Stadt investiert 3,825 Millionen Euro.

Wo wir gerade über Geld reden: 1,5 Millionen Euro kostet die Sause zur Eröffnung der Altstadt, besser: der neuen Altstadt. Zu dem Fest werden an dem Wochenende vom 28. bis 30. September etwa eine halbe Million Menschen erwartet. Auf den historischen Grundrissen ist in den vergangenen Jahren zwischen Kaiserdom und Römer die „neue Altstadt“ entstanden. Baukosten: rund 200 Millionen Euro. Einzelne Schmuckelemente, die bei der Bombennacht 1944 gerettet wurden, kommen zurück an ihren alten Platz. Die 65 Wohnungen in den 35 Häusern sind verkauft. Eine der prominenten Bewohnerinnen wird Petra Roth sein. Dafür hatte es fast 900 Bewerber gegeben. Die Eigentumswohnungen kosten im Durchschnitt 7000 Euro pro Quadratmeter. Für die 21 Läden hat es rund 200 Bewerber gegeben.

OB Feldmann, zunächst kein Anhänger dieser Rekonstruktion, die Kritiker auch despektierlich als Disneyland bezeichnen, hat sich die Begeisterung in der Bürgerschaft zu eigen gemacht: Anfang Februar, nur wenige Tage vor der OB-Wahl, soll es ein „Pre-Opening“ mit ihm geben. Von da an ist der sogenannte Krönungsweg für die Allgemeinheit offen. Die Menschen können dann vom Dom über den neuen Hühnermarkt bis zum Römer laufen. Die übrigen Bauzäune sollen im Mai verschwinden.

Und wenn wir schon einmal dabei sind: noch eine Eröffnung! Im Sommer wird der Archäologische Garten unter dem Stadthaus freigegeben. Für die einen sind es Steine und Mauerreste, für die anderen die „Keimzelle Frankfurts“: Fundstücke vom Grabungsort der einstigen Königshalle fränkischer Könige sollten museal aufbereitet werden und in einer Ausstellung den direkten Bezug zu den Mauerresten am Fundort herstellen. Die Mauern aus der Römer- und der Karolingerzeit sowie aus dem späten Mittelalter machten den Archäologischen Garten zu einem der wichtigsten Denkmäler dieser Art in Frankfurt, sagt Carsten Wenzel vom Archäologischen Museum.

So ist das in Frankfurt: Die einen graben was aus und stoßen auf Geschichte, die anderen buddeln für die Zukunft. Na ja, sagen wir zumindest mit Blick auf ein halbes Jahrhundert: Das ist die durchschnittliche „Lebenserwartung“ von Hochhäusern. In diesem Jahr wächst die Skyline weiter: Unter anderem soll der Bau des Porsche Design Towers an der Emser Brücke im Europaviertel beginnen, 80 Meter soll der Turm messen. Drei Türme sollen auf dem früheren Telekom-Areal nahe des Einkaufscenters MyZeil entstehen: 85, 60 und 44 Meter hoch – Platz für etwa 500 Wohnungen.

Und dann beginnt 2018 auch die Verkehrswende. Zum Jahresende hin sollen im Westend fünf Elektrobusse auf der Linie 75 eingesetzt werden. 2,7 Millionen Euro kosten die fünf bestellten Busse einschließlich der Ladeinfrastruktur. 760 000 Euro hat das Land beigesteuert. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kann sich vorstellen, dass künftig innerhalb des Alleenrings und auf Linien, die durch enge Ortskerne fahren, nur noch Elektrobusse eingesetzt werden. Voraussetzung dafür sei aber eine finanzielle Förderung. Ankündigungen anderer Städte wie Wiesbaden, bis 2022 die gesamte Busflotte auf Elektrobetrieb umzustellen, bezeichnete er unlängst als „PR-Aktion“.

Bleiben wir bei der Fortbewegung in der Main-Metropole: Die Station Dom/Römer ist vom 14. Februar bis zum 22. Juli dicht – pünktlich zur vorgezogenen Eröffnung der Altstadt wird der Brandschutz auf den aktuellen Stand gebracht. Die Züge der Linien U 4 und U 5 werden dann ohne Stopp unter der Altstadt durchfahren, aus- und einsteigen können die Passagiere dann am Willy-Brandt-Platz oder an der Konstablerwache, von dort aus fahren Straßenbahnen zum Römer. Schwerwiegender dürfte die abermalige Sperrung des S-Bahn-Tunnels im Sommer ausfallen – das soll der letzte Schritt vor Inbetriebnahme eines neuen Stellwerks sein. Bereits drei Mal mussten Fahrgäste in den vergangenen Jahren auf U-Bahnen und Straßenbahnen ausweichen.

Zunächst einmal hat das Jahr 2018 für Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs mit guten Nachrichten begonnen. Tagestickets für Erwachsene sind auf einheitlich 5,35, für Kinder auf 3 Euro gesunken. In Frankfurt vergünstigt sich die Tageskarte für Erwachsene damit um 1,85 Euro. Bislang kostet sie 7,20 Euro. Außerdem sinkt der Preis für Einzelfahrscheine für Erwachsene um 15 Cent auf 2,75 für Kinder um 10 Cent auf 1,55 Euro. Das mag Touristen ein wenig trösten. Schließlich müssen sie in den Hotels seit Jahresbeginn 2 Euro täglich als Tourismusabgabe zahlen.

Wachstumsschmerzen

Da 2030 mit Riesenschritten naht, drängt ein wenig die Zeit, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept auf den Weg zu bringen. Es soll Konzepte für Frankfurts weiteres Wachstum beinhalten. Wobei die wichtigste Entscheidung schon 2017 gefallen ist: die planerische Untersuchung, ob im Nordosten der Stadt ein neues Wohngebiet für bis zu 30 000 Menschen entstehen kann. Das vor allem in den Nachbargemeinden Steinbach, Eschborn und Oberursel umstrittene Projekt wird auch die Diskussionen in diesem Jahr speisen.

Die wichtige Nachricht für alle (Zoo)-Tiere: In den ersten Wochen des Jahres wird bekanntgegeben, wer künftig das Sagen haben wird, also neben dem König der Löwen: Dann wird der Nachfolger des Direktors Manfred Niekisch vorgestellt. Auch im Palmengarten steht 2018 ein Führungswechsel an.

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