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# Knall: Eurofighter über Rhein-Main: Das ist der Grund für den Flug der Eurofighter – und 5 weitere Fragen endlich beantwortet

Vor einigen Tagen sorgte ein lauter Knall über dem Rhein-Main-Gebiet für große Aufregung. Schnell stellte sich heraus: Zwei britische Eurofighter waren über die Region geflogen – und hatten dort scheinbar die Schallmauer durchbrochen. Es blieben aber wichtige Frage offen. Bis jetzt.
So könnte einer der Britischen Eurofighter ausgesehen haben. Das Foto ist allerdings noch aus dem Jahr 2014. Foto: Andy Rain (EPA) So könnte einer der Britischen Eurofighter ausgesehen haben. Das Foto ist allerdings noch aus dem Jahr 2014.
Frankfurt.  Am Abend des 22. Septembers schreckte ein lautes Knall-Geräusch viele Menschen in der Rhein-Main-Region auf. Bei der Polizei gingen etliche Anrufe ein. Klirrende Fenster, wackelnde Wände, manch ein Anrufer vermutete gar eine Bomben-Detonation. Auf Twitter und Facebook entwickelte sich in kürzester Zeit der Hashtag „Knall“ zum kleinen Phänomen.
So ähnlich könnte der Eurofighter ausgesehen haben. Die Twitter-Logos haben überraschenderweise wir eingefügt.
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Weil gestern zwei britische Kampfjets über dem Rhein-Main-Gebiet für mächtig Lärm gesorgt haben, ist das Internet ein kleines bisschen durchgedreht. Wir haben mal geschaut, wer den witzigsten Spruch parat hatte.

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Aber: Die Polizei konnte schon kurz nach dem „Knall“ Entwarnung geben. Zwei britische Kampfjets hätten die Schallmauer durchbrochen und dabei den Lärm ausgelöst, so die Beamten.
So könnte einer der Britischen Eurofighter ausgesehen haben. Das Foto ist allerdings noch aus dem Jahr 2014.
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Besonders im Internet ging die Diskussion jedoch weiter: Wo kamen die Flugzeuge her? Warum waren sie über Frankfurt und Region geflogen? Lange Zeit konnte diese Fragen niemand beantworten. Jetzt hat sich das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf eine FNP-Anfrage gemeldet. Und wir können einige Fragen doch noch klären:

Was waren das für Flugzeuge?

Bei den beiden „Luftfahrzeugen“, wie das Luftfahrtamt der Bundeswehr (LufABw) die beiden Flugzeuge nennt, habe es sich um Eurofighter der Royal Airforce gehandelt, schreibt ein Sprecher in einem Statement gegenüber der FNP.  Es waren also britische Kampfjets, die man über Rhein-Main hören konnte.

Von wo kamen die Eurofighter?

Die beiden Flugzeuge befanden sich, nach Angaben der Bundeswehr, auf einem Flug von England aus zum Bundeswehrflugplatz Neuburg an der Donau.

Was haben die Eurofighter hier gemacht?

Der Flug über das Rhein-Main-Gebiet war ein Übungsflug, bestätigt das LufABw. „Der Überflug des Rhein-Main-Gebiets fand nach Instrumentenflugregeln im Rahmen eines Übungsfluges statt“, heißt es dazu im Wortlaut. Bislang hatte es keine gesicherten Informationen über den Grund für den Flug gegeben. Kristina Kelek von der Deutschen Flugsicherung (DFS)  erklärte vor einigen Tagen, was es genau mit dem Manöver auf sich habe, könne nur die Bundeswehr verraten. Dass es sich um einen Übungsflug handeln könnte, war von Anfang an auch in den Medien und sozialen Netzwerken spekuliert worden.

Was hatte es mit dem Knall auf sich?

Die beiden Eurofighter haben die Schallmauer durchbrochen. Wenn ein Flugzeug beschleunigt  und dabei der Luftwiderstand steigt, durchbricht es bei 1062 km/h die sogenannte Schallmauer. Dabei und während des Flugs mit Überschallgeschwindigkeit kann ein lautes Geräusch entstehen, der „Überschallknall“. Die Bundeswehr schreibt dazu: Zwischen 18 30 Uhr und 18 34 Uhr  seien die Flugzeuge "im Überschallbereich" zwischen Freudenberg und Bad Nauheim geflogen. Das würden die Radardaten zeigen. Dabei hätten sie sich in einer Höhe von rund 40000 Fuß bewegt, also etwa zwölf Kilometern. Das bestätigte auch die DFS. Zwölf Kilometer ist in etwa die Höhe, in der einige Passagierflugzeugmodelle maximal fliegen können.
So könnte einer der Britischen Eurofighter ausgesehen haben. Das Foto ist allerdings noch aus dem Jahr 2014.
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Ging bei dem Manöver alles mit rechten Dingen zu?

Ja. Wenn sowohl das Luftfahrtamt der Bundeswehr und die deutschen Flugsicherung ihr Einverständnis geben, dürfen Manöver, wie der Übungsflug in der Überschallgeschwindigkeit,  durchgeführt werden. Kristina Kelek von der DFS ergänzt: „Niemand ist im Luftraum, ohne das wir bei der Deutschen Flugsicherung davon wissen.“ Solange sich die Fluggefährte an die Sicherheitsregeln halten und ihren Flug bei der DFS anmelden, ist also alles in Ordnung. Die Strecke der Eurofighter sei von der DFL überwacht und vorgegeben gewesen, berichtet auch die LufABw. Beide Institutionen waren informiert und hatten den Flug der Eurofighter zuvor genehmigt. An ersten Berichten, wie von der Zeitung „Giessener Allgemeine“, die kurz nach dem Knall von einem „illegalen Flugmanöver“ sprach, ist also nichts dran. Überschallflüge sind „über Landgebieten“ ab einer Höhe von 36000 Fuß erlaubt. Die Eurofighter flogen sogar noch etwas höher.

Muss man im Rhein-Main-Gebiet jetzt öfter einen Knall fürchten?

Nein. Für die Überschallflüge gelten strenge Regeln. Sie sind beispielweise nur unter der Woche von 8 Uhr bis um 20 Uhr erlaubt. In der Mittagszeit müssen die Piloten auch auf den Überschallflug verzichten. An Feiertagen auch. Außerdem soll der Überschallknall normalerweise nicht über einem dicht besiedelten Gebiet stattfinden, heiß es beim LufABw. Das Ereignis über bevölkerungsreichen Rhein-Main ist demnach eine Seltenheit. Über Hessen seien solche Überschallflüge sowieso „sehr selten“. Hier sei das Verkehrsaufkommen hauptsächlich durch „zivile Luftverkehrsströme“ bestimmt, etwa die startenden und landenden Flugzeuge am Frankfurter Flughafen.
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