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Das neue „Stöffche“ ist da

Die neue Apfelweinsaison hat begonnen, zumindest auf dem Lohberg. Den symbolischen Anstich des ersten Fasses übernahm beim kleinen Fest im Main-Äppel-Haus die Bergen-Enkheimer Apfelweinkönigin Paulina I.
Gerhard Weinrich hilft Apfelweinkönigin Paulina I. beim Anstich des ersten Fasses.	Foto: Hamerski Gerhard Weinrich hilft Apfelweinkönigin Paulina I. beim Anstich des ersten Fasses. Foto: Hamerski
Seckbach. 

Für den offiziellen Apfelweinanstich haben Gerhard Weinrich und seine Kollegen vom Main-Äppel-Haus einen Teil des „Stöffche“ extra in ein Holzfass gewandet, das von der stählernen Konstruktion im Innern nichts erahnen lässt. „Muss ich fest zuschlagen?“, fragt Bergen-Enkheims Apfelwein Königin Paulina I. ihn leise, er nickt. Also nimmt sie den hölzernen Hammer und schlägt drei, vier Mal kräftig zu, zapft dann unter Applaus die ersten Tropfen des frischen Getränks: Die Saison des neuen, frischen Apfelweins auf dem Lohrberg hat begonnen.

Mild sei der Apfelwein des Main-Äppel-Hauses in diesem Jahr, findet Paulina I. „Man muss ihn gar nicht mehr spritzen.“ Sie kennt auch die vergangenen Jahrgänge, so wie ihr das Vereinsgelände östlich des Lohrberg-Weinbergs seit Kindheit vertraut ist. „Mein Opa, Walter Richter, hat das Main-Äppel-Haus mit aufgebaut. Ich war als Kind oft hier, habe Apfelsaft selbst gekeltert, auch mit meiner Grundschulklasse.“

Die Menge des Süßen, des frischen Apfelsafts, den das Main-Äppel-Haus zu „Stöffche“ verarbeitet, steige von Jahr zu Jahr, sagt Gerhard Weinrich. „Vor zwei Jahren waren es 5000 Liter, im vergangenen Jahr 6000 Liter. Und da kommen erstmals auch rund 1000 Liter Apfel-Secco hinzu.“ Drei Tage lang hätten sie zu viert an der Kelter gestanden. Und im kommenden Jahr – wer weiß – wird es vielleicht noch einmal mehr. „Wir haben eine neue gebrauchte Kelter hinzu bekommen, dann können wir zwei laufenlassen.“

Vorräte leer

Höchste Zeit sei es geworden, den Anstich zu machen, denn von den Vorräten des Vorjahres ist „kein Tropfen mehr da“, sagt Weinrich. In großen Stahltanks lagert der neue Apfelwein im Keller unter dem Hofladen. Stahltanks seien einfach zu reinigen und hygienischer, was wichtig sei, damit das Getränk nicht schlecht wird. Rund fünf, fünfeinhalb Prozent Alkohol habe der Apfelwein. Die Äpfel stammen aus Seckbach, Bergen-Enkheim und der näheren Umgebung. „Ausschließlich von Streuobstwiesen“, sagt Weinrich stolz.

Ein großer Apfelwein-Produzent sei das Main-Äppel-Haus mit solchen Mengen nicht, erklärt Weinrich. „Wir machen den Apfelwein traditionell, machen mal Quitte rein, nächstes Jahr vielleicht auch mal Speierling.“ Große Experimente, etwa sortenreinen Apfelwein, machen sie nicht. Da ist der erstmals angebotene Secco, den es auch mit Quitte gibt, schon etwas ganz Besonderes.

Auch eigenen Saft gibt es, rund 10 000 Liter in diesem Jahr. „Wir verwerten die Äpfel noch auf andere Weise. Wir machen Apfelbrand daraus. Oder wir trocknen die Äpfel, machen also Apfelschnitze und aus dem Bruch dieser Stücke köstliche Schokochips“, sagt Weinrich. So sollen Anreize geschaffen werden, damit die Menschen wieder selbst Saft und Apfelwein machen. Deshalb kann jeder die Äpfel seiner eigenen Wiesen zum Keltern vorbeibringen. „Vergären muss den Saft aber jeder selbst.“

Bildung wichtiger

Doch „viel wichtiger als der ganze Verwertungskram“ sei die Arbeit mit Kindern, sagt Weinrich. Sechs Umweltpädagoginnen zeige dem Nachwuchs draußen auf den Wiesen, „wie man einen Birnbaum von einem Apfelbaum oder einem Kirschbaum unterscheidet“ und vieles mehr. Der Verein vermittle auch Streuobstgrundstücke, mache Sammelbestellungen für neue Bäume alter Sorten, pflege Wiesen, bewirtschafte selbst 15 Hektar und 2500 Bäume. „Es ist eine große Vielfalt. Wir sind ein Obst-Kulturzentrum.“ Eines, bei dem immer auch Spenden willkommen sind, denn die Arbeit ist aufwendig.

Den frischen Apfelwein und vieles mehr gibt es im Hofladen des Main-Äppel-Hauses, Klingenweg 90, täglich außer montags von 11 bis 15 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr. Außerdem hat am Wochenende das Bistro von 11 bis 15 geöffnet. Beratung gibt es donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Ab April haben Hofladen und Bistro wieder täglich außer montags bis 18 Uhr geöffnet.

(Andreas Haupt)
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