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Rundgang: Das sagen Besucher über die Rubens-Ausstellung des Städels

Samstagmorgens halb zehn: Es ist das erste Wochenende der Rubens-Ausstellung im Städel, vor allem Weitgereiste treffen sich vor den Gemälden. Dass nicht nur Freunde des alten Meisters die Bilder besichtigen, zeigt ein Rundgang durch die Sonderausstellung.
Besucher stehen und sitzen in der Rubens-Ausstellung. Bis zum 21. Mai werden rund 100 Arbeiten gezeigt, darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens. Foto: Holger Menzel (Holger Menzel) Besucher stehen und sitzen in der Rubens-Ausstellung. Bis zum 21. Mai werden rund 100 Arbeiten gezeigt, darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens.
Frankfurt. 
<span></span> Bild-Zoom Foto: Holger Menzel (Holger Menzel)

1 Das Ende am Anfang: Um die Rubensschau zu erreichen, passieren Besucher den Souvenirshop. Dort finden sich Kunstinteressierte jeder Generation. „Er ist sechs Jahre alt“, stellt Jürgen Wissel seinen Sohn vor. Johann sucht nach seinen Lieblingswerken am Postkartenständer. „Bei der letzten Ausstellung haben wir vor der 100 Meter langen Schlange kapituliert und sind mit den Kindern ins Café gegangen“, erzählt der Vater. „Für sie ist es eigentlich egal, welcher Künstler gerade gezeigt wird.“ Die Familie komme aus der Nähe von Aschaffenburg, jetzt gehe es nach etwa zwei Stunden wieder Richtung Heimat.

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Städel zeigt neuartigen Einblick in Schaffensprozess von Rubens

2 Historischer Umfang: Im Untergeschoss blicken dramatische Wandbilder auf die Besucher hinab. Vor einem stehen Anna-Lisa Hock und Felix Hildebrandt, beide lachen. „Wir haben uns gerade gefragt, ob die früher alle so dick waren“, erklärt der Student. Seine Freundin erzählt: „Ich bin früher oft mit meinem Papa samstags ins Museum gegangen.“ Jetzt seien ihre Eltern auch dabei, allerdings schon weit voraus. „Ich mag eher moderne Kunst“, gibt die junge Ingenieurin zu, die als Projektleiterin im Stuttgarter Raum arbeitet. Eine halbe Stunde reiche für die Ausstellung aus, schätzt sie das Tempo der Eltern ein. Anschließend sei noch ein Besuch bei zeitgenössischer Kunst geplant.

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3 Kenner ohne Katalog: Besucher halten sich den Audio-Guide ans Ohr, auf einer Bank ruht sich ein älteres Ehepaar aus und studiert den Katalog. „Die Ausstellung ist sehr gut aufbereitet“, lobt Theodor John. Doch kritisiert er die Ausleuchtung der Texte: „Fällt ein Schatten auf die Beschriftung, sind die Informationen schwer lesbar.“ Ihm seien mehrere Gemälde aus Dresden, Sankt Petersburg und den Niederlanden bekannt. Der Mannheimer nennt die Exponate scherzhaft „Fleischkisten“, verstehe aber nun den Zusammenhang zu den römischen Skulpturen. Ob sie einen Katalog als Souvenir mitnehmen? Seine Frau wehrt ab: „Wir haben genug Bücher aus jeder Epoche zu Hause.“

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4 Generationenbesuch: Im zweiten Stock ist es ein bisschen heller, hier schaut sich eine Frau den mannshohen Prometheus an. Heidi Heppner ist auf „Heimatbesuch“, denn inzwischen lebt die Hausärztin in Ulm. Früher sei sie nicht so häufig in Frankfurt gewesen. „Meine Mutter lebt noch in Wiesbaden, heute sind wir mit dem Zug nach Frankfurt gefahren“, erzählt die Mutter einer Abiturientin. „Schade, dass meine Tochter nicht dabei ist. Sie hätte das mit den ganzen Göttern drauf“, erzählt die ursprüngliche Hessin mit Blick auf das Bild.

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5 International anerkannt: Vor einem Gemälde verfolgt ein Mann die Linien genau. Ab und zu wirft er einen Blick auf den Begleittext. „Ich habe im Newsletter von der Ausstellung erfahren“, erzählt Zeno Benetti auf Englisch. Er ist Analyst bei der Europäischen Zentralbank und kommt aus Verona in Italien. „Ich habe vorher gar nicht gewusst, dass venezianische Künstler wie Titian Rubens beeinflusst haben“, staunt Benetti. Er gehe gern in Museen, besuche bis zu zwei Mal pro Monat Ausstellungen. Der Kosmopolit erzählt von Schauen in Madrid, London und New York. „Im Vergleich zu diesen Großstädten muss sich Frankfurts Museenlandschaft nicht verstecken“, resümiert er. Und vertieft sich wieder in die Rubens-Schau.

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6 Kein Fan von Rubens: Kurz vor dem Ausgang schauen zwei Besucher sich um. „Eigentlich bin ich kein Rubens-Fan“, erzählt Sabine Elting, ihr Blick liegt auf den großen Ölgemälden. „Aber die Thematik gefällt mir gut“, gibt die Zahnärztin aus Dreieich zu und verweist auf ein kleines Bild neben einem der Exponate. „Hier kann man direkt den Einfluss der älteren Maler mit Rubens’ Werk vergleichen“, erklärt Inhaberin der Museumskarte. Erik Merks ist ihr Begleiter, nennt sie scherzhaft „die Expertin“. Der Ökonom kommt aus Hamburg, sei aber nicht nur wegen der Rubens-Ausstellung da, wirft Sabine Elting ein, schaut ihren Begleiter an und lacht.

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