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Politikflüsterer: Das sind die Berater der OB-Kandidaten

Von Frankfurts Oberbürgermeisterkandidaten setzen und hören auf sie: Die sogenannten Spin-Doktoren. Damit ist ein Medien-, Image- oder politischer Berater gemeint. Auf Deutsch nennt man sie auch Politikflüsterer.
Der Mann hinter der Kampagne „OBernadette“ von CDU-Kandidatin Bernadette Weyland: Matthias Arning. Bilder > Der Mann hinter der Kampagne „OBernadette“ von CDU-Kandidatin Bernadette Weyland: Matthias Arning.
Frankfurt. 

Er ist wieder da: Matthias Arning, ehedem Grundsatz-Referent und Sprecher von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sowie Verfasser ihrer Biografie, ist auf die Beraterbühne zurückgekehrt. Er ist der Mann im Hintergrund der Kampagne von CDU-Oberbürgermeisterkandidatin Bernadette Weyland. Arning nennt sich „Sprecher OBernadette“. Er studierte Politikwissenschaft in Frankfurt und Berlin. Nach dem Studium schrieb Arning für die Frankfurter Rundschau (FR), wo er politischer Redakteur und Leiter der Lokalredaktion war. Als Kommentator der FR verfasste er Stücke wie „Schrei der Vernunft“ und prägte den Begriff „Stadtgesellschaft“.

Seine Aufgabe im Weyland-Team sei es, „sich zu kümmern, wie ein Thema aufbereitet wird“. Arning sieht seine Arbeit unter der Fragestellung: „Wie bestimmt man eine kommunalpolitische Agenda?“ Es gehöre zu seinen Aufgaben dafür zu sorgen, „die Bewerberin in einer bedeutenden Stadt so gut vorzubereiten, wie es geht“.

„Der neue Hilmar“

Selbstverständlich hat auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) einen Politikflüsterer. Es handelt sich um Martin Wimmer, seinen Büroleiter. Wimmer arbeitete viele Jahre als Kommunikationschef in der freien Wirtschaft, bei Ratiopharm und der Siemens-Tochter BenQ. Wie der OB hat auch Wimmer Politikwissenschaft studiert. Der 1968 Geborene pflegt als Hobby die Schriftstellerei. Sein letztes Werk trägt den barocken Titel „Ich bin der neue Hilmar und trauriger als Townes“. Boxweltmeister Vitali Klitschko würde dazu sagen: „Schwere Kost.“ Warum zeigt der Untertitel: „Eine Kulturgeschichte der deutsch-texanischen Beziehungen, eine politische Autobiographie, die Poetikvorlesung eines leidenschaftlichen Sprachspielers, abenteuerliche Rezensionsreisen zu Songs, Filmen und Büchern, und vor allem ein Plädoyer für ein wildes, freies Leben voller Liebe“. Mit seinen Büchern steht Wimmer gelegentlich im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Politisch will er das nicht. Bei einer Anfrage lässt er über Oberbürgermeistersprecher Ralph Klinkenborg ausrichten, er habe kein Interesse, sich in den Vordergrund zu spielen.

An der Seite der Grünen-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg steht Architekt Dietrich Wilhelm Dreysse. „Es geht um die Problematik der Nordweststadt“, erklärt er. „Dazu hatte ich ein Gespräch mit ihr.“ Er sieht seine Aufgabe punktuell auf dem Gebiet der Stadtplanung und Stadtentwicklung. „Ich mute mir nicht mehr Themen zu als die, die ich beherrsche“, sagt er. Im Januar werde es eine große Podiumsdiskussion geben mit dem Thema: „Wäre eine Bauausstellung ein geeignetes Mittel, die Region voranzubringen?“

„Nicht wie bei OB Roth“

Auch der unabhängige Bewerber Volker Stein, Mitglied der FDP, setzt auf einen Spin-Doktor. In Sicherheitsfragen berät ihn Peter Postleb, ehemaliger Leiter der Stabstelle „Sauberes Frankfurt“. Postleb ist enttäuscht darüber, dass die Stabsstelle nicht mehr den Stellenwert hat, den noch zu Petra Roths Zeiten hatte. „Die ordnungsrechtlichen Maßnahmen wurden zurückgefahren“, sagt er. Oberbürgermeister Peter Feldmann habe sich fünf Jahre nicht um diese Themen gekümmert. Deshalb habe er, Postleb, sich entschlossen, Stein zu unterstützen, „auch wenn es in meiner Partei nicht gerne gesehen wird“. Postleb ist Mitglied der Grünen. Für die Bekämpfung illegaler Graffitis wird Postleb von diesen sowieso nicht geliebt. „Aber Stein wird von den Liberalen auch nicht geliebt“, tröstet sich der 69-Jährige. Er sagt stolz: „Die Wahlkampfgeschichte macht riesig Spaß.“

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