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Main: Das waren die schlimmsten Hochwasser in Frankfurt

Der Wasserstand des Mains ist gestern wieder leicht gesunken, die gefährliche Hochwassermarke wurde also doch nicht erreicht. Im Frankfurter Westen herrscht deshalb große Erleichterung. Dort kam es in den an Main und Nidda gelegenen Stadtteilen in der Vergangenheit immer wieder zu großen Überschwemmungen.
Auch das Sindlinger Ufer stand immer wieder unter Wasser. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010.  Foto; Maik Reuß Bilder > Auch das Sindlinger Ufer stand immer wieder unter Wasser. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. Foto; Maik Reuß
Frankfurter Westen. 

Der Frankfurter Main-Pegel wird seit 1957 im Osthafen gemessen. Im Durchschnitt liegt er bei 1,52 Meter. Am Samstag stieg er auf 3,37 Meter und kam damit der Hochwassermarke von 3,40 Metern ziemlich nahe. Sobald dieser Pegelstand erreicht ist, geben die zuständigen Behörden Warnungmeldungen heraus. Doch gestern gab es Entwarnung, der Pegelstand war wieder gesunken, am Nachmittag lag er bei 3,25 Metern.

In Sindlingen, Nied, Schwanheim und Höchst reagiert man erleichtert. Denn gerade der Frankfurter Westen hatte in vergangenen Jahrzehnten immer wieder unter Hochwasser zu leiden.

 

Das waren die schlimmsten Hochwasser in Frankfurt:

Als Jahrtausendereignis gilt das Magdalenenhochwasser am 21. Juli 1342. Am Vorabend das „Magdalenen-Tages“ spielte das Wetter verrückt. Mitten im Sommer ließen sintflutartige Regenfälle den Main über seine Ufer treten. Ganz Sachsenhausen versank im Wasser, die steinerne Mainbrücke stürzte ein. Historische Quellen geben als Pegelstand 25 Fuß an, das sind umgerechnet 7,85 Meter. Diesen Höchststand hat der Main seitdem nie wieder erreicht.

Im Januar des Jahre 1682 richtete ein Hochwasser in Frankfurt, vor allem aber in Höchst, erhebliche Schäden an. Der Main erreichte einen fast so hohen Wasserstand wie im Jahr 1342.

Der 27. November 1882 ist als vierthöchste Hochwassermarke am Eisernen Steg in die Geschichtsbücher eingegangen. Dort können sich Frankfurter und Besucher ein anschauliches Bild von bisherigen Höchstständen des Mains machen. Leicht über der Marke aus dem 19. Jahrhundert, liegt noch die Markierung eines Hochwassers des Jahres 1784.

Am 16. Januar 1920 kam es zu großen Überschwemmungen im Stadtgebiet. In Nied etwa bewegten sich Anwohner auf Holzflößen stehend durch die Straßen. Auf historische Fotoaufnahmen erinnern diese Szenen an Venedig. Der Wasserstand betrug 6,18 Meter.

Mit 5,39 Metern überstieg der Main am 27. Februar 1970 die Hochwassermarke am Pegel Osthafen deutlich. Die gesamten Uferanlagen von Fechenheim bis Sindlingen wurden durch die Wassermassen verwüstet. Der Römer wurde mit einem Wall aus Sandsäcken gesichert. Der Eiserne Steg stand am nördlichen Ufer unter Wasser, amerikanische Pioniere bauten eine Ponton-Brücke.

Am 30. Januar 1995 stieg der Frankfurter Main-Pegel auf 5,47 Meter. Der damalige Oberbürgermeister Andreas von Schoeler löste am Vormittag den Katastrophenalarm aus. Vor dem Historischen Museum und in Höchst brachen im Laufe des Tages die Schutzdämme. Wasser drang in das Höchster Kohlekraftwerk ein und legte es teilweise lahm, Mehr als 1000 freiwillige Helfer waren im Einsatz. Sie errichteten Sandsack-Barrieren, die den Fluten zum Glück standhielten.

5,19 Meter erreichte der Main am 5. Januar 2003 in Frankfurt. Die nordwestlichen Stadtteile waren von dem Hochwasser am stärksten betroffen. Straßen wurden wegen Überflutung gesperrt. Das Tierheim an der Schwanheimer Brücke in Nied wurde evakuiert. Neben Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen mussten auch zwei Hängebauchschweine vorübergehend umziehen.

Der Rekord-Wasserstand dieses Jahrzehnts liegt bei 4,84 Metern. Er wurde am 18. Januar 2011 erreicht. Zum Einsatz kam ein neues Hochwasserschutz-System, das der Frankfurter Feuerwehrchef Reinhard Ries entwickelt hat. Mit Wasser gefüllte Kunststoffzylinder dienen dabei statt den herkömmlichen Sandsäcken als Barriere gegen die Fluten.

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red

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