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Einzug auf neuem Campus: Das wird Frankfurts jüngste Schule

Für die Freie Christliche Schule Frankfurt ist es ein Quantensprung: Sie zieht auf ihren neuen Campus zwischen Orber und Wächtersbacher Straße, wo sie mehr als viermal so viel Platz zur Verfügung hat wie bisher. Ein Mammutprojekt, das den Verantwortlichen viel abverlangt.
Hans Förster, der Geschäftsführer der Freien Christlichen Schule, auf der Empore der lichtdurchfluteten Bibliothek. Foto: Holger Menzel (Holger Menzel) Hans Förster, der Geschäftsführer der Freien Christlichen Schule, auf der Empore der lichtdurchfluteten Bibliothek.
Fechenheim. 

Ferien? Dieses Stichwort entlockt Hans Förster höchstens ein müdes Lächeln. Seit Jahren beschäftigt den Geschäftsführer der Freien Christlichen Schule Frankfurt (FCSF) in Fechenheim ein Großprojekt: der neue Schulcampus zwischen Orber und Wächtersbacher Straße. Und zwar nicht nur während der Schulzeit. „Ferien habe ich seit Jahren nicht mehr gemacht“, sagt Förster. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Vor allem deshalb, weil man derzeit das bisherige Schulgelände in der Jakobsbrunnenstraße räumt, um ganz auf den neuen Campus zu ziehen.

Ursprünglich sollte das schon im Januar geschehen. Doch Verzögerungen im Bauablauf verhinderten das. „Die Firmen haben ihre Auftragsbücher voll“, seufzt der Geschäftsführer. „Damit haben wir zu kämpfen.“

Sportlicher Zeitplan

Auch jetzt, vier Wochen vor Beginn des neuen Schuljahrs, herrscht Baustellen-Atmosphäre. Vor dem Haupteingang in der Orber Straße türmt sich ein großer Sandhaufen, daneben steht ein Kran. Innen hängen Kabel von der Decke, in vielen Räumen stapeln sich Umzugskartons, Tische und Stühle. Aber: „Das sieht schlimmer aus, als es ist“, beruhigt Förster und verweist auf den Verwaltungstrakt. Dort hätten die Handwerker die Böden und Wände innerhalb von nur einer Woche geschafft. Trotzdem verfolge man einen „sportlichen Zeitplan“, räumt er ein. Ziel sei es, die Arbeiten so weit fertigzustellen, dass Schüler und Lehrer das Gebäude nutzen können. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den rund 40 Klassenzimmern, den Kursräumen sowie auf Verwaltung und Technik. Andere Areale wie die Aula bleiben erst einmal noch Baustelle. Bis alles fertig sei, werde es wohl noch anderthalb bis zwei Jahre dauern, schätzt der Geschäftsführer.

Rund 500 Schüler hatte die FCSF bisher, im neuen Schuljahr werden es an die 680 sein. „Aus unserem alten Campus sind wir praktisch rausgewachsen“, sagt Förster. Dort standen der Schule 2500 Quadratmeter zur Verfügung, während der neue Campus fast 11 000 Quadratmeter misst. Ein Quantensprung für die Einrichtung. „Wir haben hier ganz andere Möglichkeiten“, begeistert sich Förster.

Selbstlernzentrum

Herzstück ist die zweigeschossige Bibliothek im Zentrum des quaderförmigen Gebäudes, dank des Glasdaches ein lichtdurchfluteter Raum, an den mehrere Gruppenarbeitsräume grenzen. Der Geschäftsführer spricht deshalb gern von einem „Selbstlernzentrum“: „Die Schüler sollen hier eigenständig recherchieren.“

Eine Lüftungsanlage misst den Sauerstoffgehalt in den Räumen und sorgt dafür, dass dieser immer gleichmäßig hoch bleibt. „Die stickige Luft in der Mittagszeit gehört dann der Vergangenheit an“, sagt Förster.

Rund 20 Millionen Euro investiert der Trägerverein für den neuen Campus, hinzu kommen noch Kosten für die Ausstattung. Ein gewaltiges Projekt, umso mehr, da keine staatlichen Fördermittel dafür fließen. Deshalb achtet der Verein darauf, so viele Arbeiten wie möglich selbst zu übernehmen. Beispielsweise verzichtete er darauf, ein Planungsbüro einzuschalten und gründete stattdessen einen Bauausschuss, bestehend aus Hans Förster, Schulleiter Michael Hetterich, Architekt Frank Wolf und einem Vorstandsmitglied des Vereins, der die Planungen übernahm. Beim Umzug packen Eltern und Freunde mit an. „Wir haben jeden Tag einen Trupp mit 20 bis 25 Freiwilligen da“, sagt der FCSF-Geschäftsführer.

Bereits im Jahr 2010 hatte der Trägerverein das Grundstück an der Orber Straße gekauft, wo früher ein Lager der Bundeswehr untergebracht war. Das Gebäude darauf wurde zum großen Teil abgerissen. Nur Keller und Erdgeschoss blieben stehen. Darauf wurden zwei neue Stockwerke gesetzt, für das Hauptgebäude der Schule. Vor drei Jahren erwarb der Verein von einer Heizungsfirma das angrenzende Areal in der Wächtersbacher Straße. Eine Lagerhalle wurde zur Turnhalle umgestaltet. Der renovierte Verwaltungsbau ist für die Nachmittagsbetreuung vorgesehen.

Der neue Campus schafft die Voraussetzung für weiteres Wachstum der Schule. Ziel ist es, dass sowohl die Grundschule als auch das Gymnasium komplett zweizügig werden, was voraussichtlich im Jahr 2023 erreicht ist. Dann sollen rund 900 Schüler in der FCSF lernen.

Vor allem im Hinblick auf das Kurssystem in der gymnasialen Oberstufe sei das günstiger, sagt Hans Förster. Momentan würden manche Kurse nur von fünf Schülern besucht. Der Geschäftsführer: „Für uns ist das auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit.“

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