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Internationale Automobil-Ausstellung: Das wünschen sich junge Menschen vom Auto der Zukunft

Die Auto-Welt blickt nach Frankfurt, wo die 67. IAA begonnen hat. Das Auto der Zukunft fährt elektrisch, ist verbunden. Was die Autofahrer der Zukunft vom Auto halten, erklärt uns der Leistungskurs Politik und Wirtschaft (Powi), Stufe Q3, des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums in Höchst. Redakteur Thomas J. Schmidt hat das Gespräch protokolliert.
Wir sind die Autofahrer von morgen: Autofahren, Führerschein - Pünktlich zum Start der IAA diskutieren wir mit den Schülern eines Politikkurses des Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Lehrer Reinhard Bok Foto: Maik Reuß Wir sind die Autofahrer von morgen: Autofahren, Führerschein - Pünktlich zum Start der IAA diskutieren wir mit den Schülern eines Politikkurses des Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Lehrer Reinhard Bok

Sieben von 21 Schülern haben bereits einen Führerschein. Wer möchte denn noch einen Führerschein machen?

Simon (16): Ich möchte auf jeden Fall den Führerschein machen. Da kommt man besser voran als mit den Bahnen, zumal ich nicht am Bahnhof wohne. Mit Auto ist man schneller, Auto macht Spaß.

Amal (18): Ich möchte den Führerschein machen, weil das angesagt ist. Du kannst Freunde abholen und bist viel schneller unterwegs.

Djordje (18): Mit dem Auto bin ich viel flexibler, kann losfahren, wann ich will. Ich habe zwei Führerscheine, Motorrad und Auto.

Gibt es jemanden, der gar nicht möchte?

Rosalie (19): Ich wohne in der Innenstadt, fünf Minuten von der Hauptwache weg. Ich sehe überhaupt keinen Grund, weshalb ich Auto fahren sollte. Ich würde nur im Berufsverkehr stehen. Die öffentlichen Anbindungen sind so gut, gerade jetzt, wenn die Bahnen bald die ganze Nacht fahren. Wenn ich auch einmal im Monat mit dem Taxi fahren muss, ist das immer noch günstiger, als ein Auto zu finanzieren.

Wer hat denn schon ein Auto?

Rosalie : Auch wenn ich gar nicht fahren will, habe ich ein Auto geschenkt bekommen. Nur meine Mutter fährt derzeit mit dem Fiat 500, später vielleicht mein Bruder, wenn er den Führerschein macht.

Gibt es denn ein Lieblingsauto?

Dominik (18): Ich mache gerade den Führerschein. Mein Traumauto ist der Mercedes C 63 AMG. Ob ich ihn fahren werde, stellt sich noch heraus. Wenn man sich so ein Auto leisten kann, kann man sich alles leisten.

Ayoub (17): Rolls Royce. Wenn ich in dem Auto sitze, weiß man, ich habe Geld.

Was haltet Ihr von der Elektromobilität?

Malik (17): Elektroautos sind die Zukunft, man wird nicht darum herum kommen. Im Moment würde ich jedoch einen Benziner kaufen, die Elektroautos sind noch nicht so weit.

Stefan (18): Elektroautos sind gut, aber ich würde einen Benziner vorziehen, denn es geht auch um das Geräusch.

Ann-Kathrin (17): Ich bin derselben Meinung wie Stefan. Ein Auto muss zu hören sein, schon wegen der Sicherheit für die Fußgänger.

Anne (17): Elektroautos sind die Zukunft, aber es gibt zu wenige Ladestationen.

Ayoub : Es könnte zu Unfällen kommen, wenn die Elektroautos so leise unterwegs sind. Es ist kritisch.

Haris (18): Elektroautos sind ja im Gegensatz zu Dieselautos umweltfreundlich. Aber die Elektrizität muss irgendwo herkommen, und wenn sie aus Atomkraftwerken kommt oder von Kohlekraftwerken, sind Elektroautos auch nicht mehr umweltfreundlich.

Malik : Die Hersteller glauben auch an die Elektroautos, in China muss man Strafe zahlen, wenn man ein Benziner oder Diesel kauft.

Was sagt ihr zu dem Diesel-Skandal?

Simon : Für Vielfahrer ist der Diesel attraktiv. Der Kraftstoff ist günstiger. Als normaler Autofahrer interessiert einen die Umwelt nicht so sehr. Problematisch wird es, wenn man keinen Euro-6-Nachweis bekommt, weil man dann bald nicht mehr in die Innenstädte fahren darf. Deswegen würde ich mir keinen Diesel kaufen. Aber davon abgesehen ist Diesel attraktiver als Benzin.

Reinhard Bok , Lehrer: Grundsätzlich sollte man den öffentlichen Verkehr fördern. Es ist fast etwas peinlich, dass ich als Landesbediensteter jetzt ein Job-Ticket bekommen soll. Es müsste für Schüler und junge Leute attraktiver sein, die Bahnen zu benutzen.

Es gibt das Schülerticket, ein Euro, ein Tag. Zehn von 21 Schülern der Gruppe haben eines.

Anne : Ich habe auch das Schülerticket, das ist sehr günstig, aber leider sind die Züge so unpünktlich. Man weiß nie, ob man rechtzeitig ankommt, das ist doof, weil wir dann doch Auto fahren müssen, wenn wir verlässlich ankommen wollen.

Nils (17): Ich würde sagen, dass die Netze noch nicht genug ausgebaut sind. Die Bahnen sollten öfter fahren. Die Regionaltangente West wird ausgebaut, das ist ein guter Ansatz. Es gibt viel zu viele Autos, die Straßen sind viel zu ausgelastet. Jeder Berufstätige fährt alleine zur Arbeit, obwohl es noch drei weitere Plätze gibt.

Imane (17): Im Auto ist man viel privater. Man muss nicht zusammen mit anderen Menschen in der S-Bahn sein.

Rosalie : Eine Möglichkeit, die Straße freizuhalten, wären wie in Amerika Carpool Lanes, Streifen, die nur von Fahrgemeinschaften genutzt werden dürfen.

Djordje : An sich rentiert sich das Ticket für mich nicht, weil ich ein Gelegenheitsbahnfahrer bin. Ich muss zwei Euro für ein Ticket zahlen, damit komme ich viel weiter, wenn ich dafür tanke.

Nick (18): Bei mir kommt es darauf an, wo ich hinwill. In die Innenstadt fahre ich nur mit der Bahn. Das ist viel schneller und günstiger als mit dem Auto. Nach Kelsterbach ist es ganz anders. Da dauert es länger. Da bin ich mit dem Rad schneller.

Wer fährt denn mit dem Rad?

Dominik : Ich fahre auch oft mit dem Rad, wenn ich wenig Zeit habe, weil die Bahn auch Umsteigezeiten hat, die ich sparen kann.

Nils : Das Rad ist ein gutes Verkehrsmittel, man ist in Frankfurt um einiges schneller als mit dem Auto, wenn die Straßen voll sind. Ich fahre fast jeden Morgen mit dem Rad zur Schule. Eine gute Alternative, um das Rad attraktiv zu machen, sind E-Bikes, die um einiges günstiger geworden sind.

Dario (17): Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Schule. Innerhalb von Höchst nutz ich es auch.

Könnten auch die Erwachsenen mit dem Rad fahren?

Simon : Ich fahre fast täglich zur Schule, aber es ist unbequem im Vergleich zum Auto, gerade im Herbst und Winter.

Anne : Wenn meine Eltern mit dem Rad fahren würden statt mit dem Auto, würden sie dreimal so viel Zeit brauchen. Sie müssen auch Material transportieren. Also, das geht nicht.

Rosalie : Meine Mutter ist Bankerin und fährt seit 30 Jahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ich finde die E-Räder lächerlich, weil ich finde, dass körperliche Betätigung niemandem schadet. Das hilft auch gegen Burnout. Wenn man sich anstrengt, ist das gut, wenn man die Umwelt rettet, um so besser.

Bok : Es ist eine Mentalitätsfrage. Als Autofahrer bin ich schon angespuckt worden, im dichten Nord-end fahren die Radler wie die Wilden.

Jonas (17): Man sollte die Infrastruktur für Radfahrer ausbauen wie in den Niederlanden. Dort läuft es sehr gut.

Für neun Schüler steht schon fest, dass sie zur IAA gehen, drei lehnen es aus Prinzip ab.

Djordje : Ich gehe auf jeden Fall, wegen der Geschenke.

Imane : Meine ganze Familie ist autobegeistert, wir gehen hin.

Rosalie : Die Autolobby ist viel zu stark. Ich will das nicht unterstützen. Die IAA ist eine Veranstaltung für Männer. Viele Hostessen halt.

Bok : Ich ärgere mich immer über die hohen Hotelpreise. Als Jugendlicher war ich auch auf der IAA, aber der Reiz ist weg. Stress, schlechte Luft...

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