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Oberstufe für die KGS gefordert: Debatte um die richtige Form für die neue Gesamtschule in Niederrad geht weiter

Von Die Entscheidung der schwarz-rot-grünen Koalition im Römer, in Niederrad eine Kooperative statt einer Integrierten Gesamtschule zu eröffnen, sorgt im Frankfurter Süden für Unmut. Das Thema kam in der jüngsten Ortsbeiratssitzung abermals auf. SPD, Linke und Bürger wollen weiter für eine IGS kämpfen.
Im Stadtteil melden sich die Kritiker zu Wort: Sie wollen eine Oberstufe für die Kooperative Gesamtschule in Niederrad. Foto: Julian Stratenschulte (dpa) Im Stadtteil melden sich die Kritiker zu Wort: Sie wollen eine Oberstufe für die Kooperative Gesamtschule in Niederrad.
Niederrad. 

Eigentlich, so könnte man meinen, müsste das Thema, ob in Niederrad eine Kooperative Gesamtschule (KGS) oder eine Integrierte Gesamtschule (IGS) im kommenden Sommer eröffnet, längst vom Tisch sein. Die Koalition aus CDU, SPD und Grüne im Römer hatte sich Anfang November darauf geeinigt, dass in Niederrad doch eine KGS eröffnet. Darauf beharrten die Christdemokraten. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) konnte sich nicht durchsetzen und gab nach (wir berichteten). Im Frankfurter Süden sorgt diese Entscheidung auch Wochen später noch für Unmut, wie die jüngste Sitzung des Ortsbeirats abermals zeigte.

Oberstufe gefordert

„Wer A sagt, muss auch B sagen“, kommentierte Stefanie Then, Vorsitzende der SPD Niederrad, einen Antrag von CDU, FDP und Linke, der den Magistrat dazu animieren soll, eine gymnasiale Oberstufe für die IGS Süd in Sachsenhausen zu prüfen. „Das sollte man auch für Niederrad fordern, die Bürger wünschen sich dies“, sagte sie.

Helmut Tschampa aus Oberrad, ehemaliger Leiter einer KGS – die Bildungsgänge werden getrennt voneinander unterrichtet –, konnte ihr da nur zustimmen. Er sieht in der Schulform KGS kein Erfolgsmodell. „Wir haben nur überlebt, weil wir eine Gymnasiale Oberstufe hinzubekommen haben“, sagte der Pensionär. Diese ist für die neue Schule in Niederrad aber nicht vorgesehen. Deshalb forderte er sie für die KGS, wenn man schon unbedingt diese Schulform aufbauen wolle. In seinen Augen seien aber nur die Integrierten Gesamtschulen – alle Kinder, egal welchen Bildungszweig sie besuchen, werden in einer Klasse unterrichtet – in der Stadt erfolgreich. Zur Erinnerung: Auch die KGS sollte eigentlich schon in diesem Sommer eröffnet haben. Doch es gab zu wenige Anmeldungen, weswegen der Start um ein Jahr verschoben wurde. Für den kommenden Sommer hat die neue Bildungsdezernentin eine Eröffnung aber zugesagt. Sollte es zu wenig Anmeldungen geben, sollen Kinder zugewiesen werden.

„Es ist kein guter Start, wenn die Eltern gezwungen werden, ihre Kinder in eine bestimmte Schule zu schicken“, sagt Tschampa. „Ich als Politiker würde dies nicht mittragen wollen. Das widerspricht doch dem immer wieder angepriesenen Elternwillen.“

„Körperverletzung“

Der Kinderbeauftragte Roland Limberg sieht dies etwas differenzierter. „Wir haben die Zwangszuweisungen seit Jahren in der Stadt“, sagte er, bezeichnete es allerdings als „Körperverletzung“, wenn ein Kind aus Sachsenhausen nach Höchst auf die weiterführende Schule geschickt wird. „Sie werden aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen“, so Limberg. „Da fülle ich dann doch lieber eine Schule in Niederrad mit Kindern aus Sachsenhausen auf.“

Reinhard Klapproth (Grüne) verteidigte hingegen die Entscheidung der Römerkoalition. „Die KGS ist im aktuellen Schulentwicklungsplan, der vor einem Jahr vom Stadtparlament beschlossen wurde, festgeschrieben.“ Linke und SPD allerdings wollen den Kampf für eine IGS noch längst nicht aufgeben. Knut Dörfel (Linke) sagte: „Wir sind weiter für eine IGS, und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir für Niederrad das Beste herausholen können.“ Wie er dies anstellen will, ließ er jedoch offen.

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