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Deckel über der A 661 ist machbar

Ein Deckel über der Autobahn A 661 ist auch über dem südlichen Abschnitt möglich. Das hat eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie ergeben. Doch eine komplette Einhausung des geplanten Autobahn-Dreiecks am Erlenbruch führt zu neuen Problemen.
Autobahn A 661, von Seckbach Richtung Süden: Anwohner wollen, dass auch dieser Abschnitt unter einem Deckel verschwindet.	Foto: Christian Christes Autobahn A 661, von Seckbach Richtung Süden: Anwohner wollen, dass auch dieser Abschnitt unter einem Deckel verschwindet. Foto: Christian Christes
Frankfurt. 

Unter dem Lärm der Autobahn leiden die Bewohner von Bornheim und Seckbach schon lange. Ist der geplante Riederwaldtunnel erst einmal fertig, wird die Belastung noch größer. Ein Deckel über der Autobahn, der vor Lärm schützt, galt noch vor wenigen Jahren als utopisch. Doch mittlerweile wird eine derartige Einhausung konkret geplant. Zumindest im Abschnitt zwischen der Seckbacher und der Friedberger Landstraße. Dort können neue Wohngebiete für etwa 10 000 Menschen entstehen.

Nutzung nicht möglich

Auch für den weiter südlich liegenden Abschnitt fordern Anwohner eine Einhausung. Im Kommunalwahlkampf 2011 hatten Politiker versprochen, die Machbarkeit in einer Studie untersuchen zu lassen. Das Ergebnis liegt jetzt vor und wurde gestern Abend im Römer vorgestellt. Wichtigste Aussage der Gutachter des Ingenieurbüros Grontmij: Ein Deckel ist auch über dem südlichen Autobahnabschnitt einschließlich der beiden Talbrücken und des Autobahndreiecks technisch möglich. Und für die Bewohner von Seckbach, Bornheim und – je nach Variante – auch des Riederwaldes wird es deutlich leiser als mit den von "Hessen Mobil" geplanten Lärmschutzwänden.

Allerdings sind die städtebaulichen Vorteile nicht so groß wie weiter nördlich. "Die trennende Wirkung der Autobahn kann nicht aufgehoben werden", sagte Jochen Ludenia, einer der Autoren der Studie. Die Ingenieure schlagen vor, die Autobahn mit einer rund sieben Meter hohen Stahl-Beton-Konstruktion zu überbauen. Die ist so stabil, dass sie sich selbst trägt. Anders als weiter nördlich, wo auf dem Deckel Kleingärten geplant sind, kann die Dachfläche nicht genutzt werden.

Auch können durch die Reduzierung der Lärmbelastung kaum neue Baugebiete entwickelt werden. Lediglich zwei kleinere Flächen bei Seckbach und Bornheim kämen in Betracht. Allerdings nur theoretisch, denn die Areale liegen im geschützten Grüngürtel. Damit entfällt die Möglichkeit, durch den Verkauf von Grundstücken die Baukosten zumindest zum Teil zu refinanzieren.

Drei-Kilometer-Tunnel

Viel Geld wird für die Einhausung auf jeden Fall nötig sein. Grontmij rechnet mit einer Summe zwischen 100 und 140 Millionen Euro. Der Unterschied liegt an den beiden Varianten, die untersucht wurden. Variante 1 sieht eine komplette Einhausung von A 661 und A 66 bis zum Eingang des Riederwaldtunnels vor. Der Lärmschutz-Effekt ist dabei am größten, doch sind die Experten auf ein nicht unerhebliches Problem gestoßen: Zusammen mit der Einhausung des nördlichen Abschnitts der A 661 und dem Riederwaldtunnel ergäbe sich ein mehr als drei Kilometer langer Tunnel. Dafür sind strengere Vorschriften für Entlüftung und Brandschutz zu beachten, die Pläne für den Riederwaldtunnel müssten noch einmal komplett überarbeitet werden.

Deshalb wurde eine zweite Variante untersucht. Dabei würde nur die A 661 überdacht, die A 66 zwischen dem Autobahndreieck und dem Riederwaldtunnel offen gelassen. Es gäbe zwar weniger technische Probleme, aber der Riederwald und Teile Bornheims wären nicht so gut vor Lärm geschützt.

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) will die Studie jetzt an "Hessen Mobil" weiterleiten. Bei Bund und Land liege die Entscheidung, ob die Einhausung realisiert wird. Dann erst wäre auch absehbar, welchen Anteil der Kosten die Stadt tragen müsste. mu

(Günter Murr)
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