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Berger Straße wird aufgewertet: Den Aufklebern in der Stadt geht es an den Leim

Von Der Stadtteilservice ffmtipptopp säuberte gestern auf der Berger Straße zwischen Höhenstraße und Bornheim Mitte öffentliche Flächen von illegalen Aufklebern.
Auch Straßenschilder werden oft beklebt. Uwe Henrich befreit dieses von einer Unmenge an Aufklebern. Bilder > Auch Straßenschilder werden oft beklebt. Uwe Henrich befreit dieses von einer Unmenge an Aufklebern.
Bornheim. 

Als Walter Grießmann den knallbunten Aufkleber befühlt, muss er schmunzeln. „Da geht einem ja regelrecht das Herz auf“, sagt er erleichtert. Nicht etwa wegen des schlüpfrigen Inhalts, der wie eine Geheimbotschaft anmute, „sondern weil man diesen Aufkleber endlich mal mit der Hand abziehen kann“. Die meisten anderen sind wesentlich hartnäckiger. Oft lassen sie sich nur noch stückchenweise ablösen und Grießmann und Co. müssen mit schärferen Werkzeugen zur Tat schreiten.

Vier Mitarbeiter des Stadtteilservices ffmtipptopp befreiten gestern Vormittag Straßenschilder, Laternenpfähle, Poller und sonstige öffentliche Flächen auf einer Länge von rund 400 Metern zwischen den U-Bahnstationen Höhenstraße und Bornheim Mitte beidseitig von illegalen Aufklebern. Der Stadtteilservice arbeitet in Absprache mit der Stabsstelle Sauberes Frankfurt und im Auftrag der Werkstatt Frankfurt, um mit Langzeitarbeitslosen ausgewählte Straßen von Müll zu säubern oder wilde Sperrmüll-Lager, volle Kleider- und Altglascontainer, verkehrsgefährdende Fahrradständer mit schrottreifen Fahrzeugen und sonstige Vermüllungen zu melden und zu beseitigen.

 

Nur ein Auftakt

 

Schon im April wurden zahllose Aufkleber im Bahnhofsviertel entfernt. Die gestrige Säuberung wurde von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) und dem Stadtverordneten Bernhard Ochs nach einer Begehung der Berger Straße vor drei Wochen geplant: „Nachdem der Saturn-Markt schließen musste und das leere Gebäude irgendwann abgerissen wird, wollten wir dieses Straßenstück aufwerten, da auch die benachbarten Geschäfte über Umsatzrückgang klagen“, erklärt Ochs. Die Aktion bildet den Auftakt. Die Aktionsgemeinschaft Berger Straße, die Markthändler-Vereinigung, die Wirtschaftsförderung Frankfurt, der Ortsbeirat 4 (Ostend, Bornheim) und sonstige Beteiligte planen weitere Schritte für den verkaufsoffenen Stadtteilsonntag am 14. Oktober.

„Wenn die Händler in der Eichwald-Apotheke oder bei Blumen Eckert die Aktion begrüßen, ist das Ansporn genug“, betont Ochs. Grießmann spricht zwar auch von anderen Reaktionen von Passanten, da die Arbeit nun mal sehr mühselig sei und viele Flächen schon nach wenigen Tagen erneut beklebt würden. Doch er ist sich mit seinen Kollegen einig, dass die Maßnahme ein wichtiges Engagement für die Öffentlichkeit darstelle.

Grießmann arbeitete früher als Industriekaufmann, Fred Erk war als Dachdecker tätig – doch mit Ende 50 sind sie kaum noch vermittelbar. „Zudem habe ich Gelenkprobleme, kann weder im Sitzen noch im Stehen körperlich anstrengende Arbeiten verrichten. Doch hier kann ich mir das einteilen, zwischendurch auch mal ein Stück laufen“, sagt Erk. „Und es gibt einem ein gutes Gefühl, etwas für die Sauberkeit der Stadt zu tun.“

 

Eine Ordnungswidrigkeit

 

Bis zu drei Minuten brauchen er und seine Kollegen pro Aufkleber, gehen mit Spachtel, Messer, Seifenlauge aus der Pumpflasche oder in seltenen Fällen auch mit Lösungsmittel zu Werke. „Das Bekleben öffentlicher Flächen ist eine Ordnungswidrigkeit. Doch die Täter sind schwer zu belangen“, räumt der Koordinator des Stadtteilservices, Jochen Holubec, ein.

„Aber selbst wenn es nur für zwei Tage sauber bleibt, vermittelt es schon ein positives Gefühl“, betont Michael Eickenboom von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Nachdem einige Anreiner die untere Berger Straße sogar selbst gereinigt hätten, könnte man nun eine ähnliche Aktion für den Merianplatz überlegen.

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