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Kinder gestalten ihr eigenes „Pop-up“: Den Ozean in 3D entdecken

Von Die Illustratoren Anouck Boisrobert und Louis Rigaud haben sich mit ihren Pop-up-Kinderbüchern weit über die Grenzen Frankreichs einen Namen gemacht. Erstmals besuchen sie Frankfurt und machten gestern halt in der Stadtteilbibliothek Rödelheim.
Die französischen Illustratoren Louis Rigaud (links) und Anouck Boisrobert haben schon viele spannende Kinderbücher im Pop-up-Format gemacht. Jetzt besuchten sie die Stadtteilbibliothek in Rödelheim und gestalteten gemeinsam mit Kindern in einem Workshop „Pop-up-Karten“. Foto: Holger Menzel Die französischen Illustratoren Louis Rigaud (links) und Anouck Boisrobert haben schon viele spannende Kinderbücher im Pop-up-Format gemacht. Jetzt besuchten sie die Stadtteilbibliothek in Rödelheim und gestalteten gemeinsam mit Kindern in einem Workshop „Pop-up-Karten“.
Rödelheim. 

Gabriel (6) und Elena (2) tauchen zusammen mit ihrer Mama Maria Schwarzhaupt in die Geschichte vom „Faultier in einem Pop-up-Wald“ ein. Das Kinderbuch braucht nicht viel Text. Es arbeitet nämlich mit ganz besonderen Bildern, die sich beim Aufschlagen der Seiten aus der Fläche heraus erheben und eine 3 D-Welt entstehen lassen. „Pop-up“ nennt sich das und ist bei Klein und Groß sehr beliebt.

Die Idee und die Gestaltung zur Geschichte mit dem kleinen Faultier stammt von den beiden französischen Illustratoren und Künstlern Anouck Boisrobert und Louis Rigaud (beide 31 Jahre alt), die auf Einladung des „Institut franco-allemand/Institut français Frankfurt“ ein paar Tage in der Mainmetropole weilen. An diesem Nachmittag sind sie in der Stadtteilbibliothek in der Radilostraße 17 – 19. Die Frankfurter Lese-Eule hat sie an diesen Ort geführt, denn der dortige Besuch der beiden ist Teil des Begleitprogramms der gleichnamigen Kinder- und Jugendbuchausstellung in den Römerhallen, die noch bis zum 27. November zu sehen ist.

Anfänge im Studium

Boisrobert und Rigaud haben einiges mit in die Stadtteilbibliothek gebracht, unter anderem die Modelle zu ihrem ersten Buch „Pop-up-City“, das sie noch während ihres Studiums an der Hochschule der Künste in Straßburg, der „Haute école des arts du Rhin“ entwickelt haben. Rigaud zeigt den Kindern, wie sich das Buch nach und nach entwickelt hat. Wenn das erste Modell aufgeschlagen wird, erheben sich ein kleines Haus und ein paar Bäume. Mit jeder Seite, die man umblättert, werden es mehr Häuser. Im zweiten Entwurf, mit der sie die Idee zum Kinderbuch entwickelt haben, sind die Häuser und Bäume farbig. Am Ende können die Seiten des Buches vergrößert werden, eine ganz Stadt aus Papier ploppt auf. „Das war der Entwurf, mit dem wir unseren Verlag überzeugt haben“, schildert Boisrobert.

Mittlerweile sind weitere Kinderbücher dazugekommen, die meisten hiervon erzählen ihre Geschichte mit Pop-up-Bildern. Eines trägt den Titel „Pop-up-Ozean“ und lässt die Kinder in die Welt der Meere mit seinen Bewohnern in 3D eintauchen. Dabei blicken sie nicht nur auf das, was sich in der Tiefe abspielt, sondern auch auf Schiffe, die über die Ozeane fahren.

Mehr als 30 Kinder haben sich in der Stadtteilbibliothek versammelt und hören aufmerksam zu, was die zwei zu erzählen haben. Viele der kleinen Besucher sprechen und verstehen die französische Sprache, für die anderen übersetzt Dominique Petre. Sie ist Kulturbeauftragte vom „Institut franco-allemand/Institut français Frankfurt“ und hat den Besuch der französischen Illustratoren organisiert. Sie haben seit Dienstag unter anderem schon mit Kindern der Französischen Schule in Westhausen an „Pop-up-Motiven“ gearbeitet.

„Wir haben während des Studiums einen Workshop zum Thema ,Pop-up‘ gemacht. So hat alles angefangen“, erzählt Louis Rigaud. Für die Detailgenauigkeit, die in den Büchern der beiden zum Ausdruck kommt, bedarf es einer gekonnten Schnitttechnik. Schließlich muss das, was sie individuell entwickeln, auch in einer größeren Auflage umsetzbar sein. Eine Maschine, erklären sie, könne die Formen stanzen und falten. Doch die einzelnen Elemente müssten per Hand eingesetzt werden. Da die Produktionskosten mit der Handarbeit in Europa viel zu hoch seien, werden die Bücher in China hergestellt.

Schneiden und Falten

Ein leichtes „Pop-up-Motiv“, das können auch schon die Jüngsten realisieren – jedenfalls unter Anleitung der beiden Profis. Denn die Mädchen und Jungen erfahren nicht nur mehr über die Arbeit von Boisrobert und Rigaud. Die beiden zeigen den Kindern auch, wie sie ein kleines „Pop-up“ selbst gestalten können.

In der Stadtteilbibliothek ist bereits alles für den Workshop vorbereitet. Kinder-Scheren und Klebestifte liegen bereit. Dominique Petre hat farbige, feste Papierbögen mitgebracht. Es wird geschnitten und gefaltet. Rigaud macht es vor, die Kinder haben schnell den Dreh raus. Nach und nach ploppen kleine Elemente aus den einzelnen Papierbögen hervor, die an Häuser oder auch Treppen erinnern. Die kleinen Städte wachsen, und die Kinder haben sichtlich viel Spaß.

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