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Ulrike Grzimek ist neue Kinderbeauftragte: Den direkten Draht zur Jugend

Von Problemen, Wünschen und Anregungen von Mädchen und Jungen will sich Ulrike Grzimek annehmen. Sie ist neue Kinderbeauftragte für das Nordend und steht für Gespräche bereit.
Kein Spiel ist für Ulrike Grzimek das Amt der Kinderbeauftragten für das Nordend. Sie hat es angetreten, um sich für Kinder in ihrer unmittelbaren Umgebung einzusetzen. Die Rutsche im Holzhausenpark kennt sie gut, hier spielen ihre Kinder gerne. Foto: Holger Menzel Kein Spiel ist für Ulrike Grzimek das Amt der Kinderbeauftragten für das Nordend. Sie hat es angetreten, um sich für Kinder in ihrer unmittelbaren Umgebung einzusetzen. Die Rutsche im Holzhausenpark kennt sie gut, hier spielen ihre Kinder gerne.
Nordend. 

Dass die Stadt mit Hochdruck daran arbeitet, das Wohnungsproblem in Frankfurt zu lösen, honoriert Ulrike Grzimek (42). Auch sie weiß, dass viele Menschen händeringend nach Wohnraum suchen. Allerdings weist die neue Kinderbeauftragte für das Nordend auch darauf hin, dass dem Wohnungsbau allein nicht die erste Priorität gelten dürfe. „Spiel-, Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten dürfen darüber nicht vergessen werden“, sagt sie.

Aus aktuellem Anlass wird Grzimek die Diskussion und Abstimmung über das geplante „Innovationsquartier“ zwischen Friedberger Landstraße und Günthersburgpark gebannt verfolgen. Heute diskutiert der Magistrat in seiner Sitzung darüber. Vor allem den Punkt Abenteuerspielplatz Günthersburg hat Grzimek im Blick. Das Spielgelände soll der Neubebaung weichen. Die Position der Kinderbeauftragten zu dem Thema ist eindeutig: „Auf alle Fälle muss es ein Spielgelände in dieser Form in unmittelbarer Nähe zur neuen Siedlung geben.“ Entsprechende Vereinbarungen müssten bei der Planung berücksichtigt werden. Denn sie möchte nicht, dass es ein Ersatzgelände „irgendwo oben an der Einhausung der Autobahn gebe“.

Ganz eigener Charme

Sie will sich die Planung für das Innovationsquartier demnächst genauer anschauen und sich auch die Position der Stadt nochmals erläutern lassen. Mit Vertretern der „Initiative Bürger_innen für ein lebenswertes Nordend“, die sich für den Erhalt des Spielgeländes einsetzt, habe sie schon gesprochen. Grzimek findet, dass das Gelände in der Wetteraustraße seinen ganz speziellen „Charme“ habe. Es sei nicht alles so geschleckt; Kinder hätten Spaß daran, mitten in der Natur spielen zu können. Außerdem könnten Mädchen und Jungen aus der Umgebung auch mal alleine zum Spielgelände laufen, weil es nicht ganz so viel Durchgangsverkehr in der Ecke gebe.

Das sei in Großstädten nicht selbstverständlich, sagt Grzimek. Wenn sie an ihre eigene Kindheit denke –Grzimek wuchs in Erlangen (Bayern) auf – erinnere sie sich an ausgiebiges Spielen mit Nachbarskindern auf der Straße. In der Siedlung, in der sie wohnte, sei das möglich gewesen. Im Nordend sei das die Ausnahme, bedauert sie. Denn: „Für Kinder ist es wichtig, Freiräume zu haben, wo sie sich eigenständig bewegen können. Das fördert die Selbstständigkeit“, sagt die Kinderbeauftragte. Und sie mahnt zugleich, dass Mädchen und Jungen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten womöglich öfter im Internet surfen oder Computerspiele machten.

Nicht einzäunen

Deshalb ist sie froh, dass es im Nordend mit dem Günthers- und dem Holzhausenpark zwei große Grünflächen gebe. Allerdings sei die Kapazität beider Parks an schönen Wochenenden mittlerweile überschritten. Dass der Holzhausenpark dringend saniert werden müsse, betont sie. Sie sieht auch ein, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten, damit die Rasenflächen wegen extensiver Nutzung nicht zerstört werden. „Kicken sollen Kinder hier trotzdem können“, meint sie. Aber sie ist dagegen, dass bestimmte Teile zum Schutz der Vegetation eingezäunt werden sollen. „Meine Kinder kommen auch hierher zum Spielen, das würde ihnen sicher auch nicht gefallen“, sagt Grzimek. Ihren berühmten Namen hat sie übrigens seit ihrer Hochzeit – der ehemalige Zoo-Direktor und Tierfilmer Bernhard Grzimek war der Großonkel ihres Mannes.

Um die Wünsche und Anregungen von Mädchen und Jungen sowie deren Eltern zu erfahren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, will Grzimek künftig regelmäßig zu Sprechstunden im Foyer des Holzhausenschlösschens in der Justinianstraße 5 einladen. Zum ersten Mal ist die Sprechstunde am Dienstags, 3. Mai, von 15 bis 16.30 Uhr. „Das ist nicht zufällig gewählt. Dienstags um diese Uhrzeit hat die Bibliothek geöffnet und der Holzhausenchor probt“, sagt Grzimek. Also kämen Kinder und Eltern ohnehin hierher. Damit sich die Bewohner aus dem östlichen Nordend nicht benachteiligt fühlten und weite Wege zur Sprechstunde in Kauf nehmen müssten, will die Kinderbeauftragte in unmittelbarer Nähe zum Günthersburgpark ein ähnliches Angebot machen. Wo stehe noch nicht fest.

Nachdem ihr Vorgänger Othmar Schnabel aus beruflichen Gründen das Amt nicht mehr ausüben wollte und sie von der CDU Nordend, in der sie sich engagiere, angesprochen worden sei, ob sie als Kinderbeauftragte zur Verfügung stünde, habe sie zugesagt. „Ich konnte mir vorstellen, mich für die unmittelbare Umgebung einzubringen.

Grzimek hat drei Kinder – zwei, sechs und acht Jahre alt. Sie ist Rechtsanwältin und arbeitet beim Sozialministerium als Referatsleiterin Familien- und Kinderrecht. Die Verbindung zu ihrem Amt ist damit auf jeden Fall gegeben.

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