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Wahrzeichen des Weihnachtsmarkts: Der Baum ist endlich da

Die große Fichte des Frankfurter Weihnachtsmarkts wurde gestern auf dem Römerberg aufgestellt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nahm den Baum, der auf dem Weg dorthin seine Krone verloren hatte, entgegen.
Beim Aufstellen des Weihnachtsbaums war von der Panne nichts mehr zu sehen: Beim Transport brach die Spitze ab. Bilder > Foto: Heike Lyding Beim Aufstellen des Weihnachtsbaums war von der Panne nichts mehr zu sehen: Beim Transport brach die Spitze ab.
Frankfurt. 

Fast 300 Kilometer ist alles gut gegangen. Und dann, kurz vor dem Ziel, brach die Spitze des Frankfurter Weihnachtsbaums ab. Was für eine Panne. Der Fahrer des langen Tiefladers hatte am Willy-Brandt-Platz Probleme, um die enge Kurve in Richtung Römerberg zu kommen. Er musste rangieren, mehrmals vor- und zurückfahren. „Und dann ist es passiert“, erzählt Uwe Schneider, Mitarbeiter von Knöbel Spezialtransporte, später. „Der Fahrer hat eine Ampel übersehen und die zwei Meter lange Krone war ab.“

Das Missgeschick blieb dann auch auf dem Römerberg, wo sich zahlreiche Schaulustige sowie Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) versammelten, nicht lange unbemerkt, wurde die Spitze doch brav hinter dem Tieflader hergetragen. „Wir werden sie wieder an dem Baum festnageln“, beruhigte sogleich Kurt Stroscher, Organisator des Weihnachtsmarkts bei der städtischen Tourismus und Congress GmbH, die Anwesenden, immerhin hat Frankfurt den Anspruch, den höchsten Baum Deutschlands zu haben. Und das ist auch in diesem Jahr wieder geglückt, war die Fichte vor ihrem Transport doch 37 Meter hoch. „Der größte Weihnachtsbaum, den wir je hatten“, sagt Stroscher. „Wenn die Frankfurter in Sachsenhausen aus einer Apfelweinkneipe gehen, werden sie den Baum von dort aus sehen können.“ Und mit nur 60 Jahren ist die Fichte auch die jüngste die es je gab. Für den Transport wurde das Grün jedoch auf 32 Meter gestutzt – angesichts der Panne wohl die richtige Entscheidung.

In diesem Jahr ist der Weihnachtsbaum ein Geschenk der Stadt Basel in der Schweiz. Deshalb war auch der Baseler Tourismuschef Christoph Bosshardt auf den Römerberg gekommen, um die Fichte symbolisch an Peter Feldmann zu übergeben. Der acht Tonnen schwere Baum selbst kommt allerdings aus Kirchzarten in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Basel hatte keinen großen Baum, der den Frankfurter Ansprüchen genügt hätte.

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Nach der Ankunft machten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr schnell daran, den riesigen Baum mit Hilfe eines Krans aufzustellen – stets unter der Beobachtung der Passanten auf dem Römerberg. Dazu zählte auch Helmut Schuster. Der 81 Jahre alte Frankfurter sammelte Tannenzapfen auf, die vom Baum gefallen waren. „Die Zapfen bekommen einen schönen Platz bei mir Zuhause“, meint Schuster. Jedes Jahr kommt er, um den Baum in Empfang zu nehmen. „Ich war schon dabei, als der Weihnachtsmarkt noch an der Alten Oper stattfand. Das war nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Oper noch eine Baustelle war“, erinnert er sich.

Lange Tradition

Die Tradition, einen großen Baum auf den Römerberg zu stellen, begann aber erst später. „Den alljährlichen Weihnachtsbaum auf dem Römerberg gibt es in dieser Größe schon mindestens seit 30 Jahren“, sagt Kurt Stroscher. Anfangs kam das Grün aus Norwegen, doch die Bäume waren dürr, gefielen irgendwann dem einstigen Oberbürgermeister Andreas von Schoeler nicht mehr. So entschloss man sich dazu, die Weihnachtsbäume aus einer Tourismusregion schenken zu lassen, gibt der stadteigene Wald doch keine großen Exemplare mehr her.

Und diese Tradition wurde bis heute fortgeführt. Die Idee ist simpel. Die Tourismusregion übernimmt die Kosten für den Baum und Transport. Als Gegenleistung darf sie an dem Stand direkt unter der Fichte vier Wochen lang Werbung für sich machen. In diesem Jahr ist eben die Stadt Basel an der Reihe, die mit dieser Kooperation eine Brücke zu ihrem eigenen Weihnachtsmarkt schlagen will. „Wir haben immerhin den größten Markt in der ganzen Schweiz“, betonte Christoph Bosshardt. Einen so großen Baum wie hier gibt es dort aber nicht.

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Nun muss sich die Fichte allerdings erst einmal ein paar Tage erholen, bis sie ab Montag mit 5500 LED-Lichtern und 300 großen, roten Schleifen geschmückt wird. Der Weihnachtsmarkt selbst wird dann am Mittwoch, 25. November um 17 Uhr eröffnet. Die Schweizer Schlagersängerin Francine Jordi wird für weihnachtliche Stimmung sorgen und Oberbürgermeister Peter Feldmann den Baum illuminieren. „Endlich ist es wieder soweit“, freute sich das Stadtoberhaupt schon gestern. Das Wahrzeichen des Frankfurter Weihnachtsmarkts darf bis zum 6. Januar leuchten – und hoffentlich dann wieder mit Krone.

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