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Legendäres Lokal schließt: Der Dreikönigskeller macht zu

Von Der Dreikönigskeller in Sachsenhausen schließt seine Pforten. Der legendäre Club an der Färberstraße, der vor drei Jahren sein 25-jähriges Bestehen feierte, leidet unter dem Trend des „Partyhoppings“.
Ein unscheinbarer Eingang führt in den Dreikönigskeller. Heute Abend wird er wieder ab 21 Uhr geöffnet sein. Foto: Rainer Rüffer Ein unscheinbarer Eingang führt in den Dreikönigskeller. Heute Abend wird er wieder ab 21 Uhr geöffnet sein.
Sachsenhausen. 

Er ist und war in den vergangenen fast drei Jahrzehnten die Anlaufstelle für aufstrebende junge Bands, für experimentierfreudige Musiker und Künstler sowie für etablierte professionelle und semiprofessionelle Gruppen. Und gerade diese Vielfalt trägt Mitschuld daran, dass der sagenumwobene Dreikönigskeller in seine letzte Runde geht. Im 28. Jahr seine Bestehens endet die Saga und der Musentempel macht zu. Nur noch wenige Monate gibt es dort Programm. Dann gehen die Lichter aus.

„Mit großer Wahrscheinlichkeit geht es noch bis Ende des Jahres weiter“, sagt Alexander Bardorff.

Kollektiv leitet das Lokal

Er rief das Lokal, das Jesse Kaya bis vor einiger Zeit führte, 1987 ins Leben. „Momentan wird der Keller von einem Kollektiv geleitet“, so Bardorff, der bis 2000 selbst hinter dem Thresen stand, der direkt an die kleine Bühne grenzt. Er kümmerte sich auch um die Künstler und das ganze Programm. Vor gut anderthalb Jahrzehnten dann wanderte er aus in die Vereinigten Staaten. Dort lebt er in der Wüste von Arizona und jettet einmal pro Jahr an den Main, weil er, der Sachsenhäuser Bub, Sehnsucht hat. Auch nach dem Dreikönigskeller.

Weil es wohl schon eine ganze Weile nicht mehr so gut lief, nahm er sich für diesen Heimataufenthalt vier Monate Zeit. „Ich wollte sehen, ob es einen Weg gibt, wie man noch weitermachen kann“, so Inhaber Alexander Bardorff. Seit zwei Monaten schaut er sich das Ganze nun an und ist vor kurzem erst zu dem Schluss gekommen, „dass es so nicht mehr geht“.

Zu wenig Konsum

Das hat, wie so oft, viele Gründe, aber einer der ausschlaggebenden seien die Besucher. Die blieben nicht unbedingt aus. „Die sind aber, dem Internet sei’s gedankt, zu Rosinenpickern geworden“, klagt Bardorff. „Sie schauen sich ganz genau an, wo sie wann für wie lange sein müssen.“ Dann kämen sie fünf Minuten vor der Veranstaltung, etwa einem Konzert, und gingen zehn Minuten danach. Das bricht jedem Club das Genick. Denn: „So ein Keller kann nur von der Kneipe leben, denn den Eintritt erhalten die Bands“, so Bardorff. Wenn aber keiner konsumiert, bleibt auch nicht genug Geld am Ende des Abends in der Kasse.

Eins stellt Bardorff aber gleich klar, ein Pfennigfuchser seien die Betreiber und er im Gegensatz zu den Rosinenpickern nicht: „Uns geht es nicht primär um Geld, sondern um die künstlerische Vielfalt.“ Doch der Betrieb sei aus ökonomischen Gründen einfach nicht mehr aufrecht zu erhalten, sagt Bardorff, dem die Entscheidung alles andere als leicht gefallen sei.

Ob ein anderer im selben Haus im selben Keller ein anderes Programm fährt, wird die Zukunft zeigen. Das ist dann aber nicht mehr Bardorffs Sache.

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