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2019 beginnt die ABG mit dem Bau von 850 Mietwohnungen: Der Frankfurter Berg wächst

Von Es sind 14 Hektar nördlich einer S-Bahn-Linie, 14 Hektar, die jetzt noch Acker sind: Im Gebiet Hilgenfeld im Norden des Frankfurter Bergs will die ABG Frankfurt 850 Wohnungen bauen.
2000 Menschen sollen in der neuen Siedlung wohnen.	Grafik: FNP 2000 Menschen sollen in der neuen Siedlung wohnen. Grafik: FNP
Frankfurt. 

Der Frankfurter Berg wird um rund 2000 Bewohner wachsen: Die Wohnbebauung im Stadtteil soll um 850 Wohnungen erweitert werden, „Mietwohnungen“, wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) betonte. Gestern haben er und der Chef der Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt-Holding, Frank Junker, das Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs vorgestellt.

Landbau muss weichen

Für Josef ist die Tagesordnung klar, es müssen Wohnungen gebaut werden. „Schon jetzt fehlen 20 000 bis 30 000 Wohnungen“, so Josef. Neue Baugebiete auszuweisen, dauert lange. Anders geht es bei der „Arrondierung“ bestehender Gebiete. So wie im Hilgenfeld, im Norden des Frankfurter Bergs. Einige Häuser stehen dort schon, in Angrenzung an die Homburger Landstraße, westlich der S-Bahn-Station, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen, errichtet auf dem Gelände eines ehemaligen Landwarenhandels. In der Nachbarschaft ist noch Feld und Acker. Doch die Landwirtschaft soll vierstöckigen Blocks weichen.

Das Gebiet selbst liegt nicht im Grüngürtel und ist im Flächennutzungsplan bereits für Wohnen vorgesehen. Was noch fehlt, ist ein Bebauungsplan und eine Bodenordnung, in der Flächen ausgewiesen werden, die für Straßenbau und öffentliches Grün vorgesehen sind. Wenn alles gut geht, kann die ABG 2019 mit dem Bau beginnen.

Mehr als 100 Millionen

Die Wohnungsbaugesellschaft erwirbt schon seit Jahren Grundstücke dort oben. Inzwischen sind nach Aussagen Junkers 85 Prozent der Fläche im Besitz des städtischen Unternehmens. „Wir sind ein Akteur am Markt und haben vorausschauend gehandelt“, sagte Junker. Die ABG hat die Fläche von Stiftungen gepachtet, die das Land besitzen. Bislang haben Landwirte die Flächen gepachtet. Für den Bau wird Junker eine dreistellige Millionensumme locker machen.

Mit rund 850 Wohnungen wird das Gelände dicht bebaut. Die Probleme des Verkehrs sehen Josef und Junker als lösbar an. Der Siegerentwurf des Büros Thomas Schüler (Düsseldorf) und Faktorgrün (Freiburg) sehen die Zufahrt ausschließlich über die Homburger Landstraße vor. In der Mitte des Geländes liegt ein zentraler Quartiersplatz. Hier steht ein Solitärgebäude, mit welchem neben einer der beiden Kitas der Siedlung auch die Nahversorgung sichergestellt werden kann. Ringsum gruppieren sich fünf Hausgruppen um Innenhöfe.

Info: Unendliche Geschichte

Das Baugebiet Hilgenfeld soll nördlich der S-Bahn erweitert werden. Die Idee ist schon 40 Jahre alt. In den 1990er Jahren war dann die Rede von Einfamilienhäusern.

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Entlang der Bahngleise, wo auch eine Lärmschutzwand entstehen soll, gibt es Sportplätze und Flächen für Kleingärten. Luftschneisen in Nord-Süd-Richtung führen die Taunusluft durch das Hilgenfeld. Ein Regenwasserkonzept sieht vor, in einer der Nord-Süd-Achsen Wasser in einer Senke zu speichern.

Geförderter Wohnraum

30 Prozent der Wohnungen sind geförderter Wohnraum, werden also verhältnismäßig günstig zu mieten sein. Zudem sind 15 Prozent reserviert für gemeinschaftliche Wohnformen oder Genossenschaften, die eigene Häuser errichten wollen. Ansonsten gelten jedoch Marktbedingungen, versichert Junker. Josef betonte, dass im Hilgenfeld praktisch schon alles vorhanden ist: „Es gibt eine Grundschule in der Nähe, es gibt eine S-Bahn-Station, es könnte vielleicht auch eine U-Bahn-Station geben.“ Was an Erschließungskosten dennoch anfällt, trägt die ABG.

Für Robert Lange (CDU), den Ortsvorsteher im Ortsbeirat 10, zu dem der Frankfurter Berg gehört, ist das Ausreizen der Fläche mit 850 Wohnungen „knackig“. Dennoch, er saß selbst in der Jury, die den städtebaulichen Sieger gekürt hat. „Ich trage es mit, weil das zeigt, dass wir im Norden uns nicht querstellen. Aber mit den Baugebieten Bonames Ost, Berkersheim Ost und dem Hilgenfeld haben wir Ortsbezirk 10 genug mitgetragen. Wir wollen keine weiteren Baugebiete.“

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