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Der Kinderchor lebt weiter

Von Der Ortsbeirat 4 hat gestern den mit 500 Euro dotierten Stadtteilpreis Ostend/Bornheim 2016 an den Kinderchor der Dahlmannschule verliehen. Dass dieser Chor überhaupt existiert, hängt mit großem Glück im Unglück zusammen.
Der KChor der Dahlmannschule in den Outfits, mit denen sie die Kinderoper „Regentrude“ zu Gehör brachten. Der KChor der Dahlmannschule in den Outfits, mit denen sie die Kinderoper „Regentrude“ zu Gehör brachten.
Ostend. 

Der Stadtteilpreis Ostend/Bornheim, jährlich ausgelobt vom für die beiden Stadtteile zuständigen Ortsbeirat 4, um bürgerschaftliches Engagement für Vereine, Institutionen oder die Kultur- und Bildungslandschaft zu ehren, geht 2016 an den Kinderchor der Dahlmannschule. Dieser erhielt die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung beim gestrigen Neujahrsempfang des Ortsbeirats in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Familie Montez – der den Preis im vergangenen Jahr erhielt.

„Musikunterricht spielt in der Schule oftmals kaum noch eine Rolle, weil er nicht den gleichen Stellenwert hat wie etwa Mathematik oder Chemie“, erklärt Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU). „Wir wissen den Einsatz für die Kultur daher sehr zu schätzen, zumal der Chor freiwillig zu besuchen ist und kein Muss.“ Die Auftritte mit dem Chor und die musikalische Bildung stärkten die Persönlichkeit der Heranwachsenden, weshalb es wichtig sei, die Arbeit zu unterstützen.

Herauszustellen bleibt in der Geschichte des Chors, dass er überhaupt nur existiert, weil die Dahlmannschule 2013 in eine Notsituation geriet: Die Musiklehrerin ging in Elternzeit, ein Ersatz war schwer zu finden. Als gedachte Übergangslösung übernahm schließlich die Mezzosopranistin und Gesangslehrerin Ruth Zetzsche den Musikunterricht der dritten und vierten Klassen der Grundschule – und blieb bis heute. Zwischendurch gründete sie den Dahlmannchor mit 25 bis 30 Schülern, mit dem sie im Frühjahr 2015 wiederum eine imponierende Großveranstaltung auf die Beine stellte: Die Kinderoper „Regentrude“.

Viele Helfer

Petra Schmidt, Vorstandsmitglied des schulischen Fördervereins, betont diesbezüglich: „Das besonders Schöne daran ist, dass ganz unterschiedliche Institutionen und Vereine zu dem Erfolg beigetragen haben.“ So halfen etwa das Altenzentrum der jüdischen Gemeinde bei der Herstellung von Kostümen und die erweiterte schulische Betreuung (ESB) sowie die Kunstwerkstatt „Atelier Eastend“, eine Einrichtung für Kinder mit Behinderung, beim Bau des Bühnenbilds.

Darüber hinaus überließen die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde und die Evangelische Luthergemeinde Räumlichkeiten für die Proben und Auftritte. Und das Orchester „Young Strings“ des Adolf-Reichwein-Gymnasiums in Heusenstamm sorgte für die nötige Musik. Im Herbst folgte schließlich ein Auftritt mit verschiedenen anderen Musikern und der Vielharmonie Sachsenhausen, als der Kinderchor Carl Orffs „Carmina Burana“ zum Besten gab.

Mit dem Stadtteilpreis würdige der Ortsbeirat ebenso ausdrücklich das Engagement der vielen Lehrer, Eltern, Sponsoren und Förderer, sagt Bodo Pfaff-Greiffenhagen. Ruth Zetzsche freut sich deswegen nicht nur über die Anerkennung der großen Leistungen aus künstlerischer Sicht, sondern auch bezüglich der Finanzierung künftiger Projekte, die ebenfalls auf private Förderung angewiesen sein werden – etwa eine Aufführung der „Regentrude“ beim Hanauer Festival der Kulturen im kommenden Juli und ein noch ungeplantes Projekt bei der Eröffnung des neuen Gebäudes der Dahlmannschule zum nächsten Schuljahr.

Schulgebäude wird saniert

Das gesamte Wirken des Chors fand nämlich statt, während man das alte Schulgebäude aus den 1960er Jahren abriss und an gleicher Stelle in der Luxemburger Straße neu errichtet. „Ich freue mich vor allem, weil der Preis auch bedeutet, dass der Chor weiterleben wird“, sagt Ruth Zetzsche.

Dass die 500 Euro an sich nicht viel bewirken können und laut Zetzsche angesichts hoher Material- und Instrumentenkosten eher „ein Tropfen auf den heißen Stein“ seien, weiß man auch beim Ortsbeirat. Nach der im März anstehenden Kommunalwahl werde man versuchen, den Preis in den vierstelligen Euro-Bereich zu bringen, kündigt Pfaff-Greiffenhagen an. „500 Euro sind nicht mehr zeitgemäß. Zwar kann man damit was machen, aber es ist nicht die Welt.“

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