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Brückenviertel: Der Markt im Hof ist zurück

Fast drei Monate lang gab es den samstäglichen Nachbarschaftsmarkt im Brückenviertel nicht. Jetzt ist der „Markt im Hof“ wieder da und bietet eine kulinarische Reise um die Welt.
Köstlichkeit: Haimanot Zelleke bietet zur Wiederöffnung ein äthiopisches „Best Friends Menü“ an. Bilder > Foto: Michael Faust Köstlichkeit: Haimanot Zelleke bietet zur Wiederöffnung ein äthiopisches „Best Friends Menü“ an.
Sachsenhausen. 

Von jetzt auf gleich war nach mehr als drei Jahren Schluss. Der beliebte Treffpunkt „Markt im Hof“ im Sachsenhäuser Brückenviertel musste schließen. Ein Anwohner hatte die Behörden aufgescheucht, weil in dem lauschigen Hinterhof in den späten 1960er Jahren eine Tankstelle stand und keine Dokumente über den Verbleib der Tanks aufzufinden waren. Probebohrungen und Bodenanalysen waren die Folge. Doch am Samstag konnte die mehrmonatige Zwangspause beendet werden.

„Das Bauamt hat den Hof wieder frei gegeben, der Boden ist in Ordnung. Und wir haben einen Marktverein gegründet“, zeigt sich Michael Rühl (46), stellvertretender Vorsitzender des Nachbarschaftsmarktes erleichtert, während er im Hof vor seinem Apfelweinkontor in der Wallstraße Apfelglühwein und Cidre ausschenkt.

„Etwas improvisiert“

Vergangenen Dienstag lag das letzte Dokument vor, die Initiatoren haben sofort reagiert. „Yes, we are open!“, hieß es am selben Abend auf Facebook, der Beitrag bekam Hunderte Likes und ausschließlich positive Reaktionen. „Für den Wiedereröffnungstag haben wir etwas improvisiert“, sagt Vorsitzende Susanne Stahl und strahlt. „Ab dem 10. Dezember haben wir auch Zusagen für sechs Anbieter weihnachtlicher Geschenke. Von Frankfurter Stadt-Honig über Gestricktes, Stricksachen, Taschen, Kindersachen bis hin zu Genähtem. In der Kürze der Zeit zur Wiedereröffnung konnten nicht ganz so viele Stände wie sonst zusagen.“

In der kleinen Halle warten handgefertigte Perlenketten, LeoPaulino-Bücher und -Spielzeug auf Besucher. Selbst gebackene Plätzchen und Kuchen werden neben dem Bio-Kaffeestand angeboten. Am legendären Pastrami-Stand wartet Moritz Hagen (35) schon am Nachmittag auf Nachschub. „Damit habe ich nicht gerechnet, dass so schnell alles ausverkauft ist“, sagt er lachend. Ein einziges Sandwich aus Weizensteinofenbrot mit frisch geschnittener Rinderbrust, Salatblättern, Kraut-Karotte-Gurkensalat und Russian Dressing ist noch übrig. Die Besucher müssen trotzdem nicht hungern. Es gibt duftende Gerichte aus Pakistan, Syrien, Italien, Korea und Vietnam. Frisches Brot, Kuchen, Burger, Smoothies und hausgemachte Limonade fehlen ebenfalls nicht.

Passend für die Freunde vom Markt im Hof bietet Haimanot Zelleke (37) ein äthiopisches „Best Friends Menü für zwei bis drei Personen“ an, sie brutzelt Gemüse, Veganes und Fleisch. Zum Aufwärmen locken Kürbiscremesuppe und Tee, gewürzt mit Kardamom, Nelken und Zimt. „Wir freuen uns sehr, dass wieder offen ist. Unsere Stammgäste waren schon da und so glücklich, dass sie sogar außergewöhnliches Trinkgeld gegeben haben“, so Zelleke, die seit 14 Jahren in Frankfurt lebt.

Strahlende Augen hat auch Virginie Dorso (42). Sie kommt aus der Bretagne und zaubert Crèpes und Galettes. Hauchdünn die Crêpes, bei 250 Grad auf der runden Gusseisenplatte gebacken, gefüllt mit Karamell und salziger Butter oder hausgemachter Nougatcrème. „Ich mache alles selbst und arbeite puristisch. Den Vollkornbuchweizen für die nicht süße Version von Crêpes, die Galettes, importiere ich direkt aus der Bretagne, damit der Teig richtig nussig schmeckt“, so Dorso. Sie füllt sie mit Kartoffeln, Trüffelöl und Käse. Wie in Frankreich.

Input für das Viertel

Seit 2012 lebt Dorso in der Mainmetropole. „Ich wohne in Sachsenhausen und bin in den letzten Monaten immer wieder angesprochen und gefragt worden, wann der Markt im Hof endlich wieder aufmacht. Von Ladeninhabern des Brückenviertels und von Besuchern des Marktes. Alle haben es gemerkt und den Markt vermisst. Sogar die Kunden sind in der Gegend weniger geworden. Nach drei Jahren hier weiß ich, dass der familienfreundliche Markt in Hof als Treffpunkt dem ganzen Viertel kreativen und wirtschaftlichen Input gibt.“

Der Markt im Hof

in der Wallstraße 11 ist jeden Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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