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Der Neubau öffnet sich zum Stadtteil

Von Im Oktober sollen die Arbeiten für den Neubau des Gemeindehauses der Bethaniengemeinde beginnen. Trotz optimistischer Stimmung sehen einige Anwohner Probleme mit der Andienung der Baustelle. Vereinzelt wird der Wegfall eines Teils der Gemeindewiese bedauert.
Kirchenvorstand Guido Firle und Katja Peglow vom Gemeinde-Bauausschuss zeigen, wie das Gebäudeensemble in Zukunft aussehen soll. Bilder > Foto: Leonhard Hamerski Kirchenvorstand Guido Firle und Katja Peglow vom Gemeinde-Bauausschuss zeigen, wie das Gebäudeensemble in Zukunft aussehen soll.
Frankfurter Berg. 

Regelmäßig informiert der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Guido Firle, im „Monatsgruß“ die 1300 Mitglieder zählende evangelische Bethaniengemeinde über den Neubau des Gemeindehauses. Nun waren alle nötigen Daten und Pläne beisammen, um das Vorhaben in der Gemeindeversammlung vorzustellen: Das alte Gemeindehaus mit einer Versammlungsfläche von 99 Quadratmetern wird durch einen Neubau mit 90 Quadratmetern Versammlungsfläche ersetzt. Die Hortgruppe und das Gemeindebüro ziehen vorübergehend ins alte, leerstehende Pfarrhaus.

In einem zweiten Bauabschnitt soll das alte Pfarrhaus abgerissen, die Kita saniert und erweitert werden. Für diese Übergangszeit bis Mitte 2018 würden die Kinder in Container auf der Gemeindewiese umziehen. Schwerpunkt der Gemeindeversammlung war aber der Neubau des Gemeindehauses, der zusammen mit dem Umbau des Pfarrhauses für die Hortgruppe und das Büro auf rund eine Million Euro veranschlagt wird. „Wenn wir im kommenden Oktober beginnen, können wir bei einer Bauzeit von acht bis zwölf Monaten im Herbst nächsten Jahres im neuen Gemeindehaus sein“, ermutigte Firle die rund 80 Teilnehmer.

„So ein Projekt ist wie gemeinsames Kochen. Architekten, Gemeinde, Evangelischer Regionalverband – jeder hat sein Rezept und will etwas mit hinzugeben“, scherzte Till Burgeff von Just/Burgeff Architekten. Doch Burgeff machte das Gemeindehaus schmackhaft und zeigte, dass viele Köche keineswegs den Brei verderben. So nimmt der trapezförmige Neubau mit Faltdach die Architektur des Ensembles mit der denkmalgeschützten, 1948 bis 1949 gebauten Notkirche auf, setzt einen Kontrast, der sich doch harmonisch einfügt. Neben dem Hauptraum sind ein Gruppenraum etwa für Konfirmanden, ein Pfarr- und ein Gemeindebüro sowie verschiedene Sanitär- , Lager- und sonstige Technikräume vorgesehen.

Neuer Kirchplatz

Die Vorgabe des Regionalverbands, die Versammlungsfläche zu reduzieren, haben die Architekten mit einem Kunstgriff gelöst: „Das Foyer wird so gestaltet, dass es sich flexibel in die Nutzung des Gemeindesaals einbeziehen lässt“, erklärte Burgeff. „Dafür werden wir aber einen Großteil unserer Gemeindewiese verlieren“, zeigte sich eine Teilnehmerin enttäuscht. Denn der Regionalverband vermarktet zur Refinanzierung rund 300 Quadratmeter der Wiese, wahrscheinlich für Wohnbebauung.

Doch für diesen Verlust bietet der Entwurf eine Lösung, indem er die derzeitige eingezäunte und ungenutzte Wiese zwischen Kirche und altem Gemeindehaus mit sechs neugepflanzten Bäumen zu einem rund 250 Quadratmeter großen Kirchplatz für Gemeindefeste oder einen Adventsmarkt öffnet.

Für mehr Unbehagen sorgte die Ankündigung, die Baustelle über eine Stichstraße des Wickenwegs anzudienen: Burgeff erklärte zwar, die Belästigungen der Anwohner durch Lärm und Staub würden sich vor allem auf die wenigen Tage des Abbruchs des alten Hauses konzentrieren, da der Neubau in schonender Holzständerbauweise errichtet würde. Doch dadurch ließen sich die Bedenken der Anwohner nicht ganz ausräumen: Material liefernde Lastwagen würden Zufahrten blockieren und Kinder auf dem Schulweg behindern. „Auch wenn es von der Stadt offenbar nicht gewollt wird, sollte man noch mal eine Andienung über den Berkersheimer Weg in Erwägung ziehen, die sich auch schon bei anderen Bauprojekten bewährt hat“, forderte eine Anwohnerin.

Die Linde bleibt

„Das wäre auch unsere favorisierte Lösung, doch das zuständige Grünflächenamt hat sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen“, erklärte Architekt Robert Bösche. Der Grund dafür sei die relativ schmale und an manchen Stellen von löcherigem Asphalt bedeckte Fahrbahn. „Doch wir werden die Bedenken berücksichtigen und uns zusammen mit den Baufirmen für eine möglichst verträgliche Lösung einsetzen.“

Eine positive Nachricht gab es auch noch: Die Linde auf der Gemeindewiese wird bei der Bauplanung geschützt. Und die Zuwegung zum neuen Gemeindehaus berücksichtigt auch die verbleibende Gemeindewiese. „Wichtig ist aber, dass wir uns durch den Neubau mit dem offenen Platz für Veranstaltungen auch weiter zum Stadtteil öffnen“, stellte Firle abschließend fest.

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