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Der Neue liebt das Unterrichten

Von Neun Monate war die Schule am Ried ohne Leitung. Das ist nun anders: Seit gestern leitet Christof Gans die achtzügige kooperative Gesamtschule.
Seit gestern leitet Christof Gans die Schule am Ried. Foto: Leonhard Hamerski Seit gestern leitet Christof Gans die Schule am Ried.
Bergen-Enkheim. 

Der schwarze Anzug ist an diesem Tag Pflicht für Christof Gans (51). Schließlich steht er im Mittelpunkt der anderthalbstündigen Feier in der Aula der Schule am Ried: Er ist der neue Schulleiter der Kooperativen Gesamtschule, der einzigen weiterführenden Schule mit einer Oberstufe im Frankfurter Osten. Zuvor war er an zwei Gymnasien tätig – an der Freiherr-von-Stein in Sachsenhausen und der Helmholtzschule im Ostend. Zwar sagt Gans, seine neue Schule müsse er erst noch kennenlernen. Der Stadtteil ist ihm aber bekannt: Sein Sohn spielt hier Fußball, die Tochter kommt zum Leichtathletik-Training hierher.

Insofern kennt Gans die Sporthallen der Schule, aber auch das nahe Riedstadion und das Riedbad recht gut. „Wir haben im Stadtteil sehr gute Sportanlagen, was auch der Schule zugutekommt.“ Immerhin ist Sport einer der Schul-Schwerpunkte; neben Fremdsprachen (sogar eine Japanisch-AG gibt es) und den Naturwissenschaften.

Aber auch die Musik ist ein Schwerpunkt der Schule, die seit 2010 als solche auch vom hessischen Kultusministerium zertifiziert ist. Zwei Chöre gibt es, zwei Orchester. Zusammen mit der Musikschule Bergen-Enkheim gibt es in den Klassen 5 und 6 sowie 7 bis 9 eine Bläsergruppe und zahlreiche Arbeitsgruppen.

Hier ist Christof Gans ganz in seinem Element, hat er doch an der Schulmusikabteilung der Frankfurter Musikhochschule sowie an der Goethe-Uni studiert, ist Deutsch- und Musiklehrer. „Mein Hauptinstrument ist die Kirchenorgel. Ich spiele aber auch Violine – nicht dass es für den Profibereich reichen würde, aber ich kann sie gut im Unterricht einsetzen.“ Mit der Orgel als „seinem“ Instrument ist er in Bergen-Enkheim gut aufgehoben: Denn sowohl in der evangelischen Laurentiuskirche in Enkheim wie auch der katholischen Kirche St. Nikolaus in Bergen gibt es regelmäßig hochkarätige Konzerte.

Kultureller Austausch

Dem Deutschlehrer Gans ist natürlich auch der Stadtschreiber von Bergen, einer der bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik, bekannt. „Der Stadtschreiber ist auch für unsere Arbeit in der Schule ein guter Anknüpfungspunkt. Eine Schule sollte die Angebote des Stadtteils wahrnehmen, so wie wir auch umgekehrt den Stadtteil mit unserer Arbeit kulturell bereichern und einen kulturellen Austausch anregen sollten.“

Auf die Schulleiterstelle habe er sich auch wegen der besonderen Konstellation der kooperativen Gesamtschule beworben, erzählt Gans. „Hier sind drei ausgeprägte Schulformen – Haupt- und Realschule sowie Gymnasium – unter einem Dach vereint.“ Dazu gehöre auch die meist vierzügige, manchmal auch fünfzügige gymnasiale Oberstufe, die ein vielfältiges Kursprogramm bietet.

Er unterrichtet auch

Dabei reizt den früheren Gymnasiallehrer auch, dass er nun die Arbeit einer Haupt- und einer Realschule kennenlernen wird. Anders als bisher habe er zum Unterrichten kaum noch Zeit, sagt Gans. „Aber es ist wichtig für mich, weiterhin zu unterrichten. Ich halte es auch für sinnvoll.“ Die Tätigkeit gebe ihm eine innere Zufriedenheit. „Das Gefühl, dass ich den Kindern etwas mitgeben kann, gibt mir eine gewisse innere Ruhe.“

Wichtig sei ihm, dass Kollegen, Schüler und Eltern sich an der Schule wohlfühlen, dass sie zufrieden mit ihr seien, betont Gans. „Ich möchte erreichen, dass die Eltern ihre Kinder nicht hier abgestellt fühlen, sondern das Gefühl haben, dass wir eine gute Schule sind, an der die Kinder einen tollen Abschluss machen können.“

Zwar hat Gans auch Träume und Wünsche, die er gerne in seine Arbeit mit einbringen würde – welche genau, will er aber noch nicht verraten. „Ich freue mich erst einmal darauf, das breite Angebot der Schule kennenlernen zu dürfen. Diese Aufgabe wird mich in den nächsten Wochen ausfüllen.“

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