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Wechsel: Der Palmengarten hat jetzt eine Chefin

Eine Frau hat im Palmengarten und im Botanischen Garten künftig das Sagen: Katja Heubach wurde gestern offiziell als neue Chefin der grünen Oase vorgestellt. Die 36-Jährige hat schon einige Ideen, wie sie den Palmengarten fit für die Zukunft machen möchte.
Ihre Welt ist grün: Biologin Katja Heubach freut sich auf die neue Aufgabe als Chefin von Palmengarten und Botanischem Garten. Foto: Andreas Arnold (dpa) Ihre Welt ist grün: Biologin Katja Heubach freut sich auf die neue Aufgabe als Chefin von Palmengarten und Botanischem Garten.
Frankfurt. 

Wortwörtlich mit einem Donnerschlag wurde Katja Heubach gestern zur neuen Direktorin des Palmengartens und des Botanischen Gartens ernannt – hatte doch bei dem schweren Unwetter am Donnerstagnachmittag ein Blitz ins Palmenhaus eingeschlagen. Doch die Verantwortlichen konnten Entwarnung geben: „Es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert“, sagte Verwaltungsleiter Bernd Ochs während der offiziellen Vorstellung der neuen Palmengarten-Direktorin.

Ab 1. September wird die promovierte Biologin die Nachfolge von Matthias Jenny antreten, der nach 20 Jahren in den Ruhestand geht. Und sie hat gleich schon große Pläne, möchte neue Veranstaltungsformate konzipieren und die Digitalisierung des Palmengartens vorantreiben. „Ich könnte mir zum Beispiel eine Palmengarten-App vorstellen, oder eine App zum Geo-Caching“, erklärt die 36-Jährige. Geo-Caching ist eine Art Schatzsuche per GPS-Gerät oder Smartphone. Und auch die ökologische Nachhaltigkeit der Frankfurter Institution möchte Heubach ausbauen. „Ich denke, wir könnten da als gutes Beispiel vorangehen.“

Aufregender Tag

Doch nicht nur Veränderungen stehen auf dem Plan der neuen Chefin: „Ich werde definitiv am Frühlingsball und auch am Schmetterlingshaus festhalten“, stellte sie auf Nachfrage klar. Der Bau des neuen Blüten- und Schmetterlingshauses solle planmäßig Anfang 2019 beginnen. Auf ihre neue Aufgabe freue sie sich sehr. „Ich finde, das Gelände ist unglaublich vielschichtig und hat vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.“

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) freute sich ebenfalls über den Magistrat, der ihrem Vorschlag folgte. „Es war wirklich nicht einfach“, sagte Heilig, ebenfalls studierte Biologin. „Wir haben ja keine Wissenschaftlerin gesucht, die sich nur um die Botanik kümmert, und auch niemanden, der den Palmengarten nur gut repräsentiert.“ Man habe im wahrsten Sinne nach einer „Eier legenden Wollmilchsau“ gesucht – und Katja Heubach gefunden. „Sie ist genau die richtige Person, die alle wichtigen Kriterien erfüllt“, sagte Heilig. Für Heubach sei es ein aufregender Tag gewesen. „Erst der Termin im Römer, dann der Erstkontakt mit der Belegschaft“. Alle seien ihr wohlwollend entgegengetreten. Schon während ihres Studiums, das sie 2001 an der Goethe-Universität begonnen und 2006 mit dem Diplom beendet hat, hat die 36-Jährige den Palmengarten für Forschungszwecke genutzt. „Ich konnte mir dort das praktisch ansehen, was mir im Hörsaal theoretisch erklärt wurde“, sagt Heubach.

In Afrika geforscht

Nach ihrer Promotion am Frankfurter Senckenberg Zentrum für Biodiversitäts hat sie unter anderem in Burkina Faso und Benin gelebt und geforscht und war zuletzt als Beraterin für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in Eschborn. Mit ihrer neuen Aufgabe übernimmt Heubach nicht nur die Verantwortung für 170 Mitarbeiter und das Budget in Höhe von rund 13 Millionen Euro, sondern auch für die Baustellen im Palmengarten. „Es muss einiges getan werden, und das wird uns noch viele Jahre beschäftigen“, erklärte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. So müsse zum Beispiel die Grotte erneuert werden, die schon seit einiger Zeit gesperrt sei. Immerhin: Der Eingang neben dem Papageno-Theater kann voraussichtlich Ende des Jahres in Betrieb genommen werden, nachdem die beauftragte Baufirma vor mehr als zwei Jahren insolvent gegangen – und der Eingang seither geschlossen ist.

Den starken Regen und das Gewitter von Donnerstag haben die Gärten übrigens mit geringen Schäden überstanden. Im Palmengarten hat der Sturm fünf und im Botanischen Garten zwei Bäume entwurzelt. „Außerdem haben wir an den meisten Gebäuden Wasserschäden“, teilt Verwaltungsleiter Bernd Ochs mit. Aber: Das Rosen- und Lichterfest findet statt.

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