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Experiment gescheitert: Der Poller kommt weg

Von Der Bürgerprotest gegen den Poller in der Storchgasse war erfolgreich. Letztlich sorgen aber vor allem Falschparker dafür, dass die Straße in der Höchster Altstadt künftig wieder für den Durchgangsverkehr offen steht.
Erst Mitte Januar war der Poller in der Storchgasse aufgestellt worden. Jetzt soll er schon wieder weichen. Foto: Maik Reuß Erst Mitte Januar war der Poller in der Storchgasse aufgestellt worden. Jetzt soll er schon wieder weichen.
Höchst. 

„Wir kommen vorne und hinten nicht mehr raus.“ So beschrieb eine Anwohnerin in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 6 (Frankfurter Westen) die Situation in der Storchgasse. Sie war jahrelang ein Schleichweg durch die Höchster Altstadt – als letzte Möglichkeit von der Bolongarostraße aus wieder nach Westen zu kommen, ohne den Umweg über das Scriba-Dreieck nehmen zu müssen. Das aber hatte sich zu Jahresbeginn geändert. Auf Antrag des Ortsbeirats hatte die Stadt Mitte Januar einen Poller aufgestellt, um den Verkehr aus der schmalen Straße zu holen.

Das ist zwar gelungen, allerdings mit vielen Nebenwirkungen, die die Anwohner beklagen. Sie hatten schon Ende Februar eine Unterschriftenaktion gestartet. Und die hatte jetzt Erfolg. Gegen die Stimmen der SPD und bei Enthaltung der Grünen und der BFF beantragt das Stadtteilparlament, dass der Poller wieder entfernt wird. Dem wird das Straßenverkehrsamt wohl auch entsprechen.

Dabei hatte man jahrelang darum gerungen, wie man die Storchgasse und mit ihr auch die Hilgengasse vom Durchgangsverkehr befreien kann. Der Poller vor der Hausnummer 15 war dabei als Lösung zwischen Ämtern, Anwohnern und dem Ortsbeirat erarbeitet worden. Er sollte so flexibel sein, dass die an der Straße ansässige Firma Bayer & Cie notfalls auch dort hinaus fahren kann, sollte die Einfahrt zur Bolongarostraße blockiert sein.

Eine Grenzsituation

Doch dies ist nach Aussagen der Anwohner nicht möglich, weil häufig vor dem Poller, durchaus auch beidseitig geparkt werde. Dies behindere zudem Rettungskräfte im Einsatz. „Die Autos werden dort zum neuen Poller“, formulierte es CDU-Fraktionschef Markus Wagner. Für seine Partei, die den Antrag eingebracht hatte stand daher fest: „Dass es eine problematische Grenzsituation ist, ist allen klar. Fest steht für uns allerdings, dass der Poller keine Lösung ist.“ Die Lage sei einfach noch schlechter als vorher.

Dem stimmte Dominike Pauli (Linke) zu: „Der ursprüngliche Zustand ist das geringste Übel.“ Das sahen aber nicht alle so. SPD-Fraktionschefin Doris Michel-Himstedt forderte stattdessen, dass das „Problem parken vor dem Poller gelöst werden muss“. Die Verkehrssituation an dieser Stelle sei einfach nicht befriedigend zu lösen. Daher solle man den Versuch mit dem Poller noch länger laufenlassen und schauen, ob es sich einspielt.

Anwohner uneins

Und auch die Grünen wollten noch warten. „Selten hat sich der Ortsbeirat mit einem Poller so sehr befasst wie mit diesem“, sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Schlimme. Dass dort keine Lösung gefunden wird, wunderte ihn nicht: „Ich sehe auch keine.“ Nicht einmal die Anwohner seien sich einig.

Das liegt auch an der komplizierten Situation im Einbahnstraßen-Gewirr der Höchster Altstadt. So war nun mit dem Poller die Straße Wed noch vor dem Schlossplatz die letzte Ausfahrt in Richtung Westen. Im Berufsverkehr mit Staus vor dem Scriba-Dreieck wurden so schon viele illegale Umfahrungen genutzt. Pauli sagt auch deshalb: „Wir brauchen ein Verkehrskonzept für die Höchster Altstadt.“

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