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Nachwuchsradioreporter: Der Stadtteil als Star der Show

Von Drei Caro-Mierendorff-Schüler gehen morgen mit einer eigenen Radio-Produktion auf Sendung. Preungesheimer können sich freuen: Es geht um sie und ihren Stadtteil.
So soll es sein: Während David (12) Marianne Schum am Gravensteiner Platz befragt, hält Liane (11) das Mikrofon, und Niclas überprüft den Ton, damit für die Radiosendung, die heute ausgestrahlt wird, auch alles passt. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA So soll es sein: Während David (12) Marianne Schum am Gravensteiner Platz befragt, hält Liane (11) das Mikrofon, und Niclas überprüft den Ton, damit für die Radiosendung, die heute ausgestrahlt wird, auch alles passt.
Preungesheim. 

Dass sie heute noch ein Interview geben muss, damit hat Marianne Schum wohl nicht gerechnet. Doch für die Nachwuchsradioreporter Liane (11), David (12) und Niclas (12) ist sie aus mehreren Gründen eine hervorragende O-Ton-Geberin: Die Frankfurterin sitzt gerade an einer Bushaltestelle am Gravensteiner Platz, scheint nett und aufgeschlossen zu sein und hat vor allem gerade nichts anderes tun.

„Was gefällt Ihnen an Preungesheim? Was wünschen Sie sich noch für den Ort? Und warum sind sie hier?“ Noch bevor das Aufnahmegerät läuft und das Mikro ausgerichtet ist, platzen die Carlo-Mierendorff-Schüler mit ihren Fragen raus. Im Eifer des Gefechtes ist nicht mehr klar, wer für was zuständig ist. Erst nach der ersten Antwort der lächelnden Interviewpartnerin, setzt sich wieder eine Arbeitsaufteilung durch: David stellt meist die Fragen, Liane hält das Mikro, und Niclas überprüft den Ton.

Klare Rollenverteilung

Alles in allem läuft es gut bei den jungen Radiomachern. Kollegial handeln sie die Rollenverteilung aus, lassen sich zu Wort kommen und kriegen mit ihrem jugendlichen Charme fast alle auf Band, die sie hier am Gravensteiner-Platz anquatschen.

Seit Montag arbeiten die drei gemeinsam mit ihren beiden Betreuern am Konzept und den Inhalten ihrer Show. Die ist heute ab 15 Uhr bei Radio X zu hören.

Preungesheim, der Stadtteil, in dem ihre Schule steht, ist quasi der Star der Show. In Interviews, Beiträgen und Berichten aus der eigenen Erfahrung wollen sie dem 772 erstmals erwähnten Ort auf die Spur kommen. Dass ihnen dies vermutlich gelingen wird und sie interessante Facetten des Stadtteils beleuchten, ist ihnen schon nach kurzer Zeit zutrauen. So aufmerksam hören sie den Befragten zu, so interessant haken sie nach.

Das Radio-Ferien-Projekt wird vom Verein von Kultur und Bildung (Kubi) sowie dem Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“ finanziert. Mit im Boot ist zudem die „Radiotalkbox Preungesheim“ der Diakonie Frankfurt. Sie ist die Plattform, auf der die beiden Jungs und das Mädchen ihr fertiges Produkt zeigen können.

Ralph Mann, einer der Macher der „Radiotalkbox Preungesheim“ unterstützt die Kinder bei ihren Vorhaben. Er hilft bei der Technik und beim Schnitt des Audiomaterials. Zudem arbeitet Christine Winkler mit. „Das Oberthema ist Geschichtsvertreterinnen“, erzählt die Diplompädagogin vom Jugendhilfekreis. Ziel des Ferienprojektes sei es, die Identifikation der Kinder mit dem Stadtteil zu stärken.

Und tatsächlich, Liane, David und Niclas sind bei ihren Recherchen auf viele spannende Geschichten gestoßen: Sie sammelten Erinnerungen an Preungesheim, lassen heute im Radio Bewohner zu Wort kommen und stellen einige von ihnen auch vor.

Darunter sind ernste Themen ebenso sowie wie persönliche Schwänke aus dem Leben einzelner. So erzählt David begeistert von einer Geschichte, in der sich ein Jungenstreich von einem Hasenbad zu einer Hasen-Jagd und schließlich einer ordentlichen Tracht Prügel auswuchs.

Bedrückendes Thema

Bedrückend hingegen die Themen Sicherheit, Terrorismus und Attentate: Auch hierzu sprachen die drei mit Passanten. „Das Thema ist eines, das die Kinder sehr beschäftigt“, sagt Marianne Schum. Deshalb hätten sie die Interviewpartner nach Würzburg, München und Ansbach auch nach diesem Sachverhalt befragt.

„In Eckenheim fühle ich mich sicher“, sagt Liane. Aber man wisse nie genau, was einmal werde. Vor allem sei das Gefühlssache. Niclas sieht es ähnlich: Bei uns fährt jeden Abend eine Polizeistreife vorbei, sagt der Preungesheimer. Angst habe er deshalb nicht, wie er durchblicken lässt.

Doch warum all die Arbeit mit der Produktion dieser Radioshow, zumal es viele ihrer Altersgenossen vorziehen, sich im Schwimmbad zu amüsieren und herrlich in den Tag hineinzuleben. „Ich mache das, weil ich mal Radiosprecher werden will“, offenbart David. Denn Radio laufe den ganzen Tag in seinem Zimmer. FFH, Radio X, hr Info – das alles hört der Zwölfjährige aus Leidenschaft. Wichtig ist ihm nur Abwechslung: „Ich mische da immer richtig durch“, sagt er verschmitzt.

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