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Bessere Orientierung in Frankfurt: Der Verein „Zan“ hilft geflüchteten Frauen

Mit zehn Frauen aus Afghanistan, deren Asylanträge bisher noch nicht anerkannt wurden, hat der Verein „Zan“ ein Pilotprojekt gestartet. Die Frauen sollen lernen, sich in typischen Alltagssituationen zurechtzufinden.
Wie heißen Sie? Mit solchen Sätzen lernen geflüchtete afghanische Frauen im Frankfurter Verein „Zan“ deutsche Gepflogenheiten kennen. Wie heißen Sie? Mit solchen Sätzen lernen geflüchtete afghanische Frauen im Frankfurter Verein „Zan“ deutsche Gepflogenheiten kennen.
Frankfurt. 

„Wir wollen den geflüchteten Frauen aus Afghanistan die Chance eröffnen, dass sie sich auch während der Zeit, in der sie und ihre Familien um Asyl ersuchen, hier in Frankfurt in den sechs Monaten des Projektes orientieren und eingewöhnen können. Der Grundkurs soll ihnen später auf dem Arbeitsmarkt und bei der Integration helfen“, erläutert Nadia Qani, Vorsitzende des Vereins „Zan“ (Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen).

Zan ist das persische Wort für Frau. Den Verein gründete Qani im Jahr 2001, zwei Jahr nach ihrer Einbürgerung. Sie kam vor rund 30 Jahren nach Deutschland und stand vor dem Nichts – seit mehr als 15 Jahren leitet sie einen von ihr gegründeten kultursensiblen Pflegedienst. Auch ein Buch über ihr Schicksal hat sie geschrieben, zudem hält sie Vorträge. Die Frauen, die sich bei „Zan“ angemeldet haben, lernen Deutsch, Schneidern und Grundkenntnisse in elektronischer Datenverarbeitung (EDV).

Sie besuchen Informationsveranstaltungen und lernen Frankfurt bei Ausflügen kennen. Alle zehn Teilnehmerinnen müssen über 25 Jahre alt sein. Alle dürfen keine Integrationskurse besuchen, weil ihr Flüchtlingsstatus noch nicht bestätigt wurde. Der Verein „Zan“ will ihnen während der Wartezeit erste Kenntnisse über Land und Leute sowie Institutionen vermitteln.

Das vom Verein „Berami, berufliche Integration“ und der Stadt Frankfurt finanziell unterstützte Projekt bietet neben Sprachkursen auch Informationen über gesunde Ernährung und Krankheiten an. Bei Besuchen in Kliniken und Arztpraxen lernen sie das deutsche Gesundheitssystem kennen. „Wir wollen auch Einblicke über die Arbeit der Behörden und Institutionen Frankfurts sowie in Kultureinrichtungen wie Museen und Galerien anbieten“, ergänzt Projektleiterin Anette Rein, ehemals Leiterin des Museums der Weltkulturen.

Zum Programm gehören auch Ausflüge in die Frankfurter Geschäftswelt. Und an zwei Nachmittagen der Woche können die Frauen wählen, ob sie Grundkenntnisse im Schneidern, Kochen, Tanz oder Musik erlernen möchten.

Nach Angaben des Frankfurter Sozialdezernates sind bis März vergangenen Jahres mehr als tausend Flüchtlinge aus Afghanistan nach Frankfurt gekommen, darunter rund 200 Frauen. Wie Nadia Qani erläuterte, hätten diese Frauen nach dem langen Krieg, der in ihrem Heimatland geführt wurde und noch geführt wird, sehr unterschiedliche Ausbildungen gemacht.

Gemäß der afghanischen Traditionen sieht man meist die Männer im deutschen Straßenbild, die auch die Beratungszentren aufsuchen. Da die Frauen vornehmlich für den Haushalt zuständig sind, werden die meisten Angebote der Förderprogramme von Männern aus Afghanistan besucht.

Diese Situation müsse sich ändern, fordert Qani. Sie will mit dem Projekt den Afghaninnen die Chance geben, eine erste Orientierung zu erlangen.

 

„Zan“, Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen, Eckenheimer Landstraße 52, Telefonnummer (069) 59 22 30.

 

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