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Der Weg zur grünen Stadt

Als eines der wichtigsten Zukunftsprojekte für Frankfurt haben Immobilien-Experten den Kulturcampus in Bockenheim bezeichnet. Bei einem Symposium in der IHK wurde über das geplante ökologische Modellquartier diskutiert.
Petra Roth Petra Roth
Frankfurt. 

Es ist eines ihrer Lieblingsprojekte. Doch die Realisierung des Kulturcampus in Bockenheim wird Petra Roth nicht mehr als Oberbürgermeisterin erleben. Sie scheidet am 30. Juni 2012 aus dem Amt. Aber sie hofft, dass bis dahin zumindest der Bebauungsplan für das 16,5 Hektar große Gelände beschlossen ist. Das Stadtparlament müsste daher in der Sitzung am 28. Juni zustimmen. Doch den Bürgerinitiativen, die sich mit dem Thema befassen, geht das zu schnell, sie sehen die Mitwirkungsmöglichkeiten eingeschränkt. Die Planungswerkstätten, die am Freitag beginnen, müssten über Ostern hinaus fortgeführt werden, fordern sie.

Eine umfangreiche Bürgerbeteiligung sicherte Petra Roth gestern auch beim Symposium zum Kulturcampus in der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu. "Wir werden das aufgreifen, was die Menschen wollen", sagte sie. "Die Politik muss aufklären, muss die Bürger mitnehmen."

Damit liegt sie ganz auf der Linie des Stadtplaners Albert Speer. "Die nachhaltige Stadt muss gemeinsam mit ihren Bewohnern geplant und verwirklicht werden", lautet sein Credo. Nachhaltigkeit erfordert für den Planer auch kurze Wege, nicht zu viel Platz für Autos – und eine dichte Bebauung. "Der Campus liegt im Zentrum von Frankfurt, da sollte man lieber ein paar Geschosse mehr bauen."

Daneben müssten aber auch die vorhandenen Gebäude berücksichtigt werden. Sie hätten zum Teil für die Stadtgeschichte eine enorme Bedeutung. Speer sprach sich dafür aus, auch über einen Erhalt der Kramer-Bauten nachzudenken, zu denen unter anderem das Philosophicum in der Gräfstraße zählt. "Aber man muss dafür auch eine wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit finden."

Die Landesregierung geht, wie berichtet, davon aus, dass der Denkmalschutz für diese Gebäude fällt. Roth äußerte sich gestern nur zum Studierendenhaus. Auf dessen Erhalt hätten sich CDU und Grüne bereits verständigt. Die Oberbürgermeisterin versuchte Befürchtungen zu zerstreuen, dass durch das Neubau-Projekt die ansässige Wohnbevölkerung vertrieben werde. Ähnlich argumentierte IHK-Präsident Mathias Müller. Es könne gar niemand vertrieben werden, da derzeit kaum jemand auf dem Campus wohne. Preiswerte Wohnungen werde es auf dem Areal ohne öffentliche Förderung aber nicht geben.

Müller lobte Petra Roth für die Entscheidung, das Areal durch die städtische ABG Holding erwerben zu lassen. "So etwas ist angesichts des angespannten kommunalen Haushalts keine Selbstverständlichkeit." Mit den geplanten klimaneutralen Gebäuden sei der Kulturcampus ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg Frankfurts zur "grünen Stadt". mu

Die Auftaktveranstaltung zu den Planungswerkstätten für den Kulturcampus beginnt am Freitag, 25. November, um 17 Uhr im Stadtwerke-Casino, Kurt-Schumacher-Straße 10.

(Günter Murr)
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