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Deutschlands bestes Heim für Stubentiger

Während seiner 50-jährigen Geschichte hat der Frankfurter Katzenschutzverein in Oberrad ein äußerst komfortables und kreatives Katzenheim aufgebaut. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag konnten sich Besucher und die zahlreichen Unterstützer ein Bild machen.
Hat ein großes Herz für Katzen: Leiterin Brigitte Maucolin.	Fotos: Rainer Rüffer Bilder > Hat ein großes Herz für Katzen: Leiterin Brigitte Maucolin. Fotos: Rainer Rüffer
Oberrad. 

Rund 400 Besucher sind auf das grüne Gelände zwischen Gerbermühlstraße und Eisenbahnschienen gekommen, wo der Frankfurter Katzenschutzverein seit knapp 50 Jahren ein Tierheim betreibt. „Der tatsächliche Kreis von Förderern“, fügt der Vorsitzende Jürgen Speckmann schnell hinzu, „ist aber noch deutlich größer.“ So erklärt sich die ansehnliche Ausstattung, die der Verein seinen vierbeinigen Freunden bietet: Eine „Mutter-Kind-Station“ und eine „Rentner WG“ zählt das Tierheim zu seinen Spezialitäten, sowie ein 840 Quadratmeter großes Freilaufgelände für nicht vermittelbare Katzen.

 

Rund 150 Stubentiger

 

Speckmanns Verein betreibt Frankfurts einziges Tierheim, das ausschließlich Katzen aufnimmt. Dazu zählen nur Tiere, die ihre Besitzer nicht mehr halten können oder wollen; einst komplett frei lebende Katzen einzusperren, sei dagegen „schlicht Tierquälerei“, meint der Tierfreund. Etwa 150 ehemalige Stubentiger leben in den „Bungalows“ und „Wohngemeinschaften“, wie einzelne Trakte dort heißen.

Dabei halten sich „Eingang und Abgang“ weitgehend im Gleichgewicht – auch dank des tatkräftigen Einsatzes des Vereins für Kastrationen: Wer eine sonst frei lebende Katze füttert, aber Kosten und Mühen einer Kastration nicht tragen kann, für den übernimmt der Verein auch die Tierarztkosten, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Entgegen der Erwartung platzen die Gehege während der Ferienzeit nicht aus allen Drähten. „Wir sehen uns nicht als Katzenpension“, erklärt Speckmann, die meisten Besitzer von Stubentigern ließen ihre relativ unabhängigen Haustiere ohnehin eher von Nachbarn und Freunden betreuen. Landet eine Katze aber einmal im Speckweg, so hat sie „das beste Heim in ganz Deutschland“ gefunden, um den Vorsitzenden des Landestierschutzverbands Dr. Hans-Jürgen Kost-Stenger zu zitieren, der das Heim „immer wieder“ auszeichnet.

„Weil es Stress gibt, wenn Mütter samt Nachwuchs mit anderen Katzen zusammenleben“, hat der Verein drei „Bungalows“ aufgebaut, in denen Familien eine Zeit lang isoliert leben können. Ein paar Adressen weiter, jenseits der „Renter WG“ für alte, eher ruhig lebende Katzen, garantiert eine Quarantäne-Station die vollständige Abschottung erkrankter Katzen. „Sie können eine Katze vom Baum werfen und ihr passiert nichts“, kommentiert Speckmann, „aber gegen Infektionen sind die Tiere schwach.“ Niemand außer den angestellten Pflegern betritt deshalb die Gehege, das Streicheln ist beim Tag der offenen Tür strengstens untersagt, und am Eingang muss jeder Besucher eine Desinfektionswanne durchlaufen.

 

Ausgereizt

 

Diese „sehr ordentlichen Bedingungen“ schätzen auch Irmgard und Karlheinz Harms, Vereinsmitglieder seit über 40 Jahren und treue Katzen-Bezieher des Tierheims. „Früher war es hier alles noch deutlich einfacher“, erinnert sich Irmgard Harms, „in den letzten zehn Jahren ist noch eine ganze Menge Komfort dazugekommen“. Die Liste an Innovationen wird aber, so Speckmann, erst einmal nicht verlängert. Inzwischen habe der Verein nämlich „alles ausgereizt, was das Gelände hergibt“.

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