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Dialog zum Thema Fluglärm: Dialog zum Thema Fluglärm: Ein eingelöstes Versprechen

Von Zu einem „Dialog zum Thema Fluglärm“ hatte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) für gestern Abend in den Kaisersaal des Römers eingeladen. Mehr als 300 Gäste waren gekommen. Der Großteil waren Flughafenausbaugegner.
Oberbürgermeister Peter Feldmann (v.r.) bat Wolf Singer, Ursula Fechter und Thomas Münzel im Kaisersaal vor 300 Fluglärmgegnern zu sprechen. Foto: Rainer Rüffer Oberbürgermeister Peter Feldmann (v.r.) bat Wolf Singer, Ursula Fechter und Thomas Münzel im Kaisersaal vor 300 Fluglärmgegnern zu sprechen.
Frankfurt. 

Wie ein „großes Familientreffen“ hat Volker Hartmann, Fluglärmgegner aus Oberrad, den Trubel gestern Abend im Römer bezeichnet. Nicht zu unrecht, fanden doch mehr als 300 Flughafenausbaugegner den Weg in den Kaisersaal. Dorthin hatte sie Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zu einem „Dialog zum Thema Fluglärm“ geladen.

Ärger im Vorfeld

„Ich hatte Ihnen nach meinem Besuch im November 2012 in der Bergkirche in Sachsenhausen versprochen, Sie im Gegenzug in den Römer einzuladen. Das mache ich heute Abend wahr“, begründete Feldmann zu Anfang seine Einladung – und konterte damit dem Vorwurf von Frankfurts CDU-Chef Uwe Becker, der dem Stadtoberhaupt „Wahlkampf“ vorgeworfen hatte. Dem Christdemokraten fehlten auf der Liste der Redner Fürsprecher des Flughafens, da neben dem Neurophysiologen Wolf Singer nur noch Fluglärmgegner wie Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen und der Kardiologe Thomas Münzel zu Wort kamen.

Becker war natürlich nicht zu der Veranstaltung gekommen. Dafür fanden sich einige Politiker wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) und der Stadtverordnete Jochen Vielhauer (Grüne) im voll besetzten Kaisersaal ein.

Viel Applaus

Tosender Beifall brandete auf, als Peter Feldmann von der Hessischen Landesregierung forderte: „Ich will einen neuen Flughafen-Konsens mit Lärmobergrenzen und einem Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.“

Neurophysiologe Singer zweifelte in seinem Vortrag, der immer wieder von Applaus unterbrochen wurde, die Notwendigkeit der Nordwest-Landebahn an, da sie das voneinander abhängige sowieso nicht sinnvolle Bahnensystem am Flughafen nur noch verschlimmert habe. „Ferner sind die Flugbewegungen seit 2007 gesunken“, sagte Singer, der die bisher durchgeführten Maßnahmen zur Reduzierung des Lärms als „halbherzig“ bezeichnete. Deshalb forderte Singer „vernünftige Entscheidungen, statt fantasielos so weiterzumachen wie bisher mit den Argumenten, dass der Ausbau für eine prosperierende Region unverzichtbar ist“. Münzel stellte anschließend abermals klar, dass Fluglärm krank mache – das habe sogar schon Robert Koch im Jahr 1963 gewusst. Ursula Fechter motivierte ihre Mitstreiter, weiter für eine Reduzierung des Lärms zu kämpfen. Denn: „So kann es nicht bleiben.“

Anschließend versammelten sich die Gäste im Foyer, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Immerhin sollte nach Wunsch des Oberbürgermeisters „das Verbindende und nicht das Trennende“ unter den Anwesenden gefunden werden, was nicht schwer war.

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